Hochschulen

Roboter assistiert bei Prostatapunktion

Mittwoch, 22. Februar 2017

Leipzig – Ein neuartiges bildgestütztes System zur Punktion der Prostata kommt seit Kurzem am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) zum Einsatz. Dabei liegt der Patient in einem MRT-Gerät. Anhand der Bilddaten berechnet ein aus Kunststoff gefertigter und pneumatisch betriebener ferngesteuerter Roboter den optimalen Weg der Punktions­nadel und justiert sie. Den Einstich in den Punktionsbereich nimmt der Arzt selbst vor.

„Die vielen bisherigen Annäherungsschritte, die eine Menge Zeit kosteten, fallen weg. Wir können nun auch Proben aus mehreren Läsionen viel schneller hintereinander ent­nehmen“, erklärte Michael Moche, Oberarzt und Leiter des Arbeitsbereichs interven­tio­nelle Radiologie an der Klinik und Poliklinik für diagnostische und interventionelle Radiologie des UKL.

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Bei der herkömmlichen Methode liege der Patient rund eine Stunde im MRT, was viele als belastend empfänden. Für den Arzt gestaltet sich die Ansteue­rung der vergleichs­weise kleinen Zielbereiche oft schwierig. Das neue System benötige lediglich die Hälfte der Zeit und lasse sich deutlich leichter handhaben. Weniger Kontroll­aufnahmen seien erforder­lich. Infolge der schnelleren Behandlung hätten Patienten eine kürzere Warte­zeit, außer­dem wäre die Nutzung des MRT effektiver.

Die Firma Soteria Medical hat den besonderen Roboter gemeinsam mit dem nieder­län­di­schen Universitätsklinikum Radboud entwickelt. Die Leipziger Fachleute haben seit Län­gerem Kontakt zur dortigen Forschergruppe und verfolgten die Entwicklung des Robo­ters bis zur Fertigstellung. © hil/aerzteblatt.de

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