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Vermischtes

Männer vernachlässigen ihre Gesundheit

Freitag, 17. November 2017

Die Einführung der Jungensprechstunde ist wesentlicher Baustein für eine bessere Männergesundheit. /Wellnhofer Designs, stock.adobe.com

Berlin – In Sachen Männergesundheit gibt es noch viel zu tun: Die Jugendvorsorge­untersuchung J1 nimmt nur knapp die Hälfte der 12- bis 14-jährigen Jungen und Mädchen wahr, die J2 wird nicht einmal von allen Kassen bezahlt, die HPV-Impfung für Jungen nur in Sachsen von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, und der erwachsene Mann schließlich nutzt das jährliche gesetzliche Krebsfrüherkennungs­angebot beim Urologen, laut aktueller Erhebung der Techniker Krankenkasse, nur zu 27 Prozent, während 59 Prozent der Frauen die Krebsfrüherkennungsuntersuchung beim Gynäkologen wahrnehmen.

Vor diesem Hintergrund sehen die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) und der Berufsverband der Deutschen Urologen (BDU) weiterhin großen Aufklärungsbedarf. Mit Blick auf die HPV-Impfung für Jungen bestünde hingegen gesundheitspolitischer Handlungsbedarf, teilen die Verbände anlässlich des internationalen Männertages am 19. November mit.

Die Einführung der Jungensprechstunde ist wesentlicher Baustein für eine bessere Männergesundheit. „Auch Jungen brauchen nach dem Kinderarzt einen dauerhaften Ansprechpartner. Mit der Jungensprechstunde beim Urologen verfügen wir inzwischen analog zur Mädchensprechstunde beim Frauenarzt über ein geeignetes Angebot, damit in der nächsten Männergeneration ein vergleichbares Gesundheitsbewusstsein entstehen kann“, sagt BDU-Präsident Axel Schroeder. Dass vor allem Jungs Aufhol­fbedarf haben, zeigte erst kürzlich eine Umfrage unter Neuntklässlern:

Sexuell übertragbare Krankheiten: Jugendliche wissen zu wenig – vor allem Jungs

Dresden/Eschweiler– Beim Thema Jungengesundheit haben viele Schüler Nachholbedarf. Vor allem Jungen konnten Fragen zu sexuell übertragbaren Erkrankungen und Optionen zu deren Impfung nur lückenhaft beantworten. Das berichten Urologen vom St. Antonius Hospital in Eschweiler, die mehr als 450 Gymnasiasten der neunten Klasse befragten, auf dem 69. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie

Die neue Versorgungsstruktur ermögliche uns zudem, Jungen über die HPV-Impfung aufzuklären und sie zu impfen, erklärt Schroeder. Bis dato ist das allerdings nur in Sachsen zulasten der Kostenträger möglich. „Die HPV-Impfung sollte den Jungen nicht länger vorenthalten werden. DGU und BDU empfehlen die Impfung für Jungen und appellieren an die möglichen Koalitionspartner, sich für eine schnellstmögliche Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen einzusetzen“, sagt DGU-Pressesprecher Christian Wülfing.

Aufklärung leisten Urologen für Männer jeden Alters: Dauerhaft im Netz präsent sind zum Beispiel alle Inhalte der urologischen Themenwoche Hodenkrebs und der Themenwoche Prostatakrebs. Auf ihrer Homepage finden Interessierte einige Ratgeber und Links zu weiteren Angeboten, wie beispielsweise der Jungensprechstunde oder dem Hodencheck. © gie/EB/aerzteblatt.de

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