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Arteriosklerose könnte den Hoden und somit die Fertilität beeinflussen

Dienstag, 4. Dezember 2018

Repräsentative Micro-CT Bilder zeigen das reduzierte Hoden- und Gefäßvolumen einer 60 Wochen alten ApoE/LDL-Rezeptor-Doppel-Knockout-Maus (KO, rot) im Vergleich zu dem gleichaltrigen Wildtyp (WT, blau). /Justus-Liebig-Universität Gießen
Repräsentative Micro-CT Bilder zeigen das reduzierte Hoden- und Gefäßvolumen einer 60 Wochen alten ApoE/LDL-Rezeptor-Doppel-Knockout-Maus (rot) im Vergleich zu dem gleichaltrigen Wildtyp (blau). /Justus-Liebig-Universität Gießen

Gießen – Im Hoden könnte es durch Arteriosklerose zu Veränderungen kommen, die die Fertilität beeinträchtigen. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der Justus-Liebig-Universität Gießen bei Versuchen mit Mäusen. Ihre Ergebnisse präsentierten sie bei der 30. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Andrologie (DGA) letzte Woche in Gießen. Publiziert wurden sie in Scientific Reports (2018; doi: 10.1038/s41598-018-23631-9).

Ob Gefäßveränderungen im Hoden die Spermatogenese oder die Testosteronbildung stören, wurde bisher kaum untersucht. In histologischen Hodenschnitten von Knockout-Mäusen, die als Modell für Arteriosklerose dienen, konnten die Forscher aus Gießen zwar keine für die Arteriosklerose charakteristischen lipidreichen Plaques innerhalb der Arterienwand finden.

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Sie entdeckten aber eine arteriosklerotisch bedingte Ausdünnung des Kapillarnetzes, ein reduziertes Hoden- und Gefäßvolumen sowie eine verminderte Anzahl und Größe der Leydig-Zellen. Der Serum-Testosteronspiegel der KO-Mäuse war im Vergleich zu den Wildtyp-Mäusen signifikant (p<0.05) reduziert. „Diese Beeinträchtigungen könnte zur Störungen der männlichen Fertilität beitragen“, erklärt die Erstautorin Daniela Beyer vom Institut für Anatomie und Zellbiologie an der Universität Gießen.

Ein Keimzelldefekt sowie reduziertes Serum-Testosteron und ein reduziertem Hoden- und Gefäßvolumen konnten Forscher bereits 2010 bei alten Knock-out-Mäusen nachweisen (International Journal of Andrology 2010). Die aktuelle Studie konnte diese Daten jetzt in KO-Mäusen verschiedener Altersgruppen von 20, 40, 60 und 87 Wochen zeigen. Auch die wenig existierenden Beobachtungsstudien beim Menschen legen einen Zusammenhang zwischen reduziertem Serum-Testosteron und Arteriosklerose nahe, sagt die Tierärztin Beyer und verweist auf eine Studie in The Aging Men 2018.

Die Forscher raten Urologen dazu, die Arteriosklerose bei der Behandlung der  männlichen Unfruchtbarkeit stärker als bisher üblich zu berücksichtigen.

Die aktuellen Daten stammen aus einem Projekt einer Klinischen Forschergruppe der Deutschen Forschungsgemeinschft, das Wolfgang Weidner (Urologie), Thomas Linn (Endokrinologie) und Ralf Middendorff (Anatomie und Zellbiologie) geleitet wird.

© gie/aerzteblatt.de

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