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Medizin

Blutzellmutationen können Ergebnisse einer Liquid-Biopsy bei Prostatakrebs verzerren

Freitag, 4. Dezember 2020

Prostatakarzinom, Mikroaufnahme Vergrößerung 160:1/ picture alliance, Dr.Gary Gaugler, OKAPIA

Seattle – Wissenschaftler der University of Washington School of Medicine in Seattle haben auf die Einschränkungen und noch bestehenden Unsicherheiten bei einer sogenannten flüssigen Biopsie (Liquid Biopsy) des Prostatakarzinoms hingewiesen.

Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) schreibt zu dieser Methode: „Mit einer Liquid Biopsy (flüssigen Biopsie) sollen meist aus einer Blutprobe Informationen über eine Krebserkrankung gewonnen werden. Man kann dazu zum Beispiel frei im Blut treibende Tumorzellen oder Erbgutabschnitte von Tumorzellen nachweisen“.

„Man kann tatsächlich messen, was mit dem Tumor eines Patienten geschieht, indem man ihm Blut abnimmt“, erläuterte Colin Pritchard, außerordentlicher Professor für Labormedizin und Pathologie an der University of Washington School of Medicine im Fachmagazin JAMA Oncology (2020; DOI: 10.1001/jamaoncol.2020.5161). Er weist aber daraufhin, dass es sehr wichtig sei, die Leistung zellfreier DNA-Tests in der Praxis weiter zu evaluieren und die Quellen möglicher Interferenzen zu verstehen.

Konkret stellten die Forscher fest, dass sogenannte CHIP-Varianten (clonal hematopoiesis of indeterminant potential) bei ihren Tests fast die Hälfte der somatischen DNA-Reparaturmutationen ausmachten, die bei der Flüssigkeitsbiopsie festgestellt wurden – und somit bei den Tests falsch positive Ergebnisse produzierten. Dies sei unter anderem daher problematisch, weil Patienten mit einem positiven Testergebnis möglicherweise mit den neu zugelassenen Präparaten Rucaparib und Olaparib behandelt werden könnten.

„Das bedeutet, dass bei etwa der Hälfte der getesteten Patienten einem Patienten gesagt werden könnte, dass ihm ein Medikament verabreicht werden sollte, das für die Behandlung seines Krebses nicht indiziert ist“, erklärte Pritchard.

Die Lösung dieses Problems einer möglichen Fehldiagnose und fehlgeleiteten Behandlung sei aber „glücklicherweise recht einfach“. Nötig sei dazu eine gepaarte Kontrolle von Vollblutzellen, in denen die klonale Hämatopoese stattfindet, und des Plasmas. „Die gute Nachricht ist, dass man durch die Betrachtung des zellulären Kompartiments des Blutes mit ziemlich guter Sicherheit sagen kann, ob etwas Krebs ist oder ob etwas Hämatopoese ist“, so die Wissenschaftler. © hil/aerzteblatt.de

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