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Medizin

Harntrakt-­Nebenwirkungs-Score bewertet mehr als 200 Substanzen

Dienstag, 31. August 2021

/TuMeggy, stock.adobe.com

Witten/Herdecke – Eine neue Liste von 235 Substanzen stellt eine Übersicht von Arzneimittelwirkungen dar, die Harntraktnebenwirkungen auslösen können. Der Wittener-Harntrakt-Nebenwirkungs-Score soll bestehende Listen mit anderen Schwerpunkten ergänzen, wie etwa den anticholinergic burden score, LUTS-Forta, PRISCUS-Liste und beers-Liste. Eine App sei ebenfalls geplant, teilen die Autoren in der Publikation in der Aktuellen Urologie mit (2021; DOI: 10.1055/a-1352-9370).

Die Arbeitsgruppe Uro-Geriatrie der Universität Witten/Herdecke hat dabei zudem eine strukturierte Bewertung des Risikos durch 33 Experten vornehmen lassen und nach der Systematik der Roten Liste einen theoretischen sowie einen praktischen Punktwert zugeordnet.

Um die Liste zu erstellen, identifizerten die Autoren zunächst mithilfe einer Datenbanksuche harntrakt­ferne Pharmaka, die die Funktion des Harntraktes dennoch beeinflussen. Das Team um Andreas Wiedemann vom Evangelischen Krankenhaus Witten überprüfte, ob sich die Nebenwirkungen auch in Studien wiederfanden.

Anschließend wurden 70 Urologen, Geriater und Gynäkologen befragt, ob sie die jeweilige Nebenwir­kung bereits in ihrem klinischen Alltag beobachten konnten und als relevant einstufen würden.

Top 10 Wirkstoffe mit Newbenwirkungen für den Harntrakt
Gelistet nach absteigender Gesamtbewertung

  1. Duloxetine
  2. Amitriptyline
  3. Trimipramine
  4. Clomipramine
  5. Morphine
  6. Imipramine
  7. Haloperidol
  8. Sertralin-HCl
  9. Doxepin
  10. Terazosin

Zu den Wirkstoffgruppen der 30 am höchsten bewerteten Einzelsubstanzen zählten an erster Stelle solche aus der Gruppe der trizyklischen Antidepressiva, gefolgt von Neuroleptika, Alpha-Adrenorezeptor-Blockern, anderen Antidepressiva, Antidementiva und Opiaten.

Im Harntrakt zeigen sich diverse Nebenwirkungen von Medikamenten, beispielsweise durch Restharn­bildung, Harnverhaltung, Pollakisurie, Polyurie, Nykturie, Detrusorstimulation, Detrusorhemmung, Hämaturie oder Dysurie. Tritt eine dieser Funktionsstörungen auf, können Ärzte den Medikationsplan mit der neuen Liste abgleichen, um eine potenzielle Nebenwirkung abzuklären.

Die technische Umsetzung der Harntraktnebenwirkungs-Rechner-App sei bereits angestoßen, heißt es in der Publikation. Der Arzt soll dann die Medikation seines Patienten mit Harntraktfunktionsstörung eingeben können und den addierten Punktwert aller eingenommenen Substanzen erhalten. Zudem ist eine Funktion angedacht, die die Medikamente sortiert nach dem höchsten Punktwert auswirft. © gie/aerzteblatt.de

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