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Medizin

Urintest erkennt Blasenkrebs-Rezidive

Mittwoch, 18. Januar 2006

Houston - Ein einfacher Urintest, der den Tumormarker NMP22 nachweist, verbessert die Detektion von Rezidiven eines Harnblasenkarzinoms. Die Kombination mit der Zystoskopie erkannte in einer jetzt im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2006; 295: 299-305) veröffentlichten Studie 99 Prozent aller Tumoren. Für sich allein ist der Test jedoch zu wenig sensitiv und spezifisch, um auf die Zystoskopie verzichten zu können.

Die Zystoskopie ist der Goldstandard in der Nachsorge von Patienten mit Harnblasenkarzinomen, deren Bedeutung aufgrund der hohen Rezidivrate von 50 bis 90 Prozent kaum überschätzt werden kann. Die Zystoskopie erlaubt dem Urologen zwar einen direkten Blick auf die Blasenwand und gezielte Biopsien, sie ist jedoch für den Patienten belastend und nicht unfehlbar. Bisher wurde unterstützend im Urin der Patienten nach Tumorzellen gesucht, was jedoch aufwendig ist, weil die Mikroskopie in der Regel nur in einem Speziallabor möglich ist. Außerdem ist der additive Nutzen umstritten. Der Nachweistest auf NMP, einem nukleären Matrixprotein aus dem Tumor, liefert dagegen in 30 bis 50 Minuten ein eindeutiges Ergebnis, verspricht der Hersteller, und zumindest in der Studie, die in neun US-Zentren unter Leitung von Barton Grossman vom M. D. Anderson Krebsforschungszentrum in Houston/Texas durchgeführt wurde, erwies sich der Test als Bereichung der Diagnostik.

Während die Zystoskopie 94 von 103 Rezidiven bei den Patienten entdeckte, stieg die Rate unter Hinzuziehung des NMP22-Assays auf 102 von 103 Fällen. Der Test erkannte acht von neun Tumoren, die bei der Zystoskopie übersehen wurden. Um ganz auf die Zystoskopie zu verzichten, ist die Sensitivität des NMP22-Assays jedoch zu gering. Für sich allein erkannte er nur 51 von 103 Rezidiven, und man fragt sich, ob es nicht doch nur einem glücklichen Zufall zu verdanken war, dass sich unter den 51 Fällen ausgerechnet acht Rezidive befanden, welche die Zystoskopie übersehen hatte. Der Leitautor Barry Stein selbst fordert noch weitere Tests, um den Stellenwert näher zu untersuchen. Man darf gespannt sein, ob die Daten die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA überzeugen werden. Diese hat den Test bereits als Screening-Verfahren für die Früherkennung bei Risikopersonen gelassen. Jetzt ist dem Vernehmen nach eine Erweiterung der Indikation auf die Rezidiv-Diagnostik geplant. © rme/aerzteblatt.de

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