DÄ plusForenKommentare NewsUnglaublich und Unnütz!

Kommentare News

Kommentare News

Alle Kommentare zu Online-News

Avatar #99598
am Mittwoch, 20. Oktober 2010 um 14:31

Unglaublich und Unnütz!

Kommentar zur Nachricht
MRSA-Projekt im Saarland gestartet
vom Dienstag, 19. Oktober 2010
Das Vorgehen im Saarland empfinde ich als typisch für die deutsche Mentalität: Jeder weiß, wie gefährlich Multiresistenzen sind und spätestens durch das konsequente Vorgehen in allen niederländischen Krankenhäusern sowie im Klinikum Münster wissen wir alle, wie der weiteren Verbreitung und Verschärfung der Gefahr wirksam begegnet werden kann.

Aber was wird getan? Statt die einfachsten Hygiene-Regeln konsequent zur Vorschrift in allen Krankenhäusern zu machen und deren alltägliche strikte Anwendung zu kontrollieren, macht man eine neue Studie bzw. Reihenuntersuchung dazu, wer als Patient schon bei der Aufnahme im Krankenhaus von Multiresistenzen betroffen ist. Was bringt das an neuen Erkenntnissen? Schützt das vor der weiteren Ausbreitung???

Ich war vor Kurzem wg. Gehirnerschütterung durch Fahrradunfall in einer Klinik und habe mich am nächsten Tag sofort auf eigenen Wunsch selbst entlassen!!! - Ich teilte der Stationsärztin mit, dass ich wegen der hygienischen Zustände auf der Station nicht länger bleiben könne. Sie meinte, sie hätte gerade keine Zeit und ich sollte das in der gerade laufenden Stationsbesprechung vorbringen. Ich sagte, dass ich das im Sinne einer konstruktiven Teamführung für keine gute Idee halte, zumal dann oft das übliche Schuldzuweisungs-Spielchen beginnt, das oft im Mobbing endet.
Zudem: Ist es wirklich eine gute Idee, einem Patienten mit Gehirnerschütterung diese Rolle zuzuweisen, statt selbst aktiv zu werden?
Ich sagte der Stationsärztin dann, dass sie mir sagen sollte, wann sie Zeit für mein Anliegen hätte, damit ich ihr die Mängel, die ich beobachtet hatte, in Ruhe mitteilen könne.
Die Ärztin hat sich nicht wieder mit mir in Verbindung gesetzt!

Beispiele für die Unhygiene:
Der durch Fremdfirmen geleistete Reinigungsservice huschte mit einem Lappen wahllos über Stuhl-Lehnen, Stuhl-Sitzflächen, den Esstisch, drei Leisten des Fensterrahmens, die Fensterbank und über die Flächen aller Patiententische hinweg, alles ohne zwischendurch auszuspülen, alles mit dem gleichen Lappen! Und dann fasste sie beim Patientisch-Wischen mit Gummihandschuhen meine Mineralwasserflacshe und mein Trinkglas an, um darunter wischen zu können! - Würden Sie etwa noch daraus trinken wollen?!?!?
Eine zweite Reinigungskraft kam und wischte genau so oberflächlich alle Bettgestelle und die Leuchten an den Betten ab, ebenfalls ohne Auszuspülen mit dem gleichen Lappen und setzte dabei den Putzeimer auf den von der Kollegin soeben "gereinigten" Esstisch ab!
Was garantiert nicht abgewischt wurde, waren die Lichtschalter, die Türklinken, der Griffbereich von Türblättern und Türrahmen usw.!!!
In der Waschzelle fand ich danach dann den Toilettenstuhl mit dem vom Vorgänger verschmutzten Tuch auf der Sitzfläche vor, wobei der Stuhl derart gegen die Wand gedrückt aufgestellt war, dass das verschmutzte Tuch gegen meine dort hängenden Handtücher gepresst wurde. Davon habe ich sogar ein Handy-Foto gemacht.
Mittags gab es zum Menü verschmutztes Besteck, wo am Löffelstiel und zwischen den Zinken der Gabel uraltes eingetrockenes Essen klebte.

Ich bin bereit, den vorbeschrieben Sachverhalt unter Eid zu Protokoll zu geben und das Krankenhaus zu benennen!

Wenn irgendmöglich gehe ich in kein Krankehaus mehr! Pfui Teufel! Diese Mängel und dazu auch noch die Ignoranz der Verantwortlichen - das ist die Realität in unserem Gesundheits(un)wesen.
Avatar #99598
am Mittwoch, 20. Oktober 2010 um 19:49

hab noch etwas vergessen...

noch zwei Beispiele: Für Blutdruck- Puls- und Temperaturmessungen wurden Praktikanten eingesetzt, die offensichtlich in keiner Weise fachgemäß eingewiesen waren.
Als sie morgens mit den Messungen begannen, beobachtet ich, wie man mit dem Blutdruckmessgerät und dem Stethoskop einfach von Patient zu Patient ging, von Haut zu Haut zu Haut...
Ich fragte daraufhin, ob die Geräte nicht zwischendurch desinfiziert werden müssten. Stolz sagte der Praktikant: Das geschieht doch jeden Abend für alle auf der Station genutzten Instumente!
Für mich heißt das, bei ca. 50 Patienten hat man beste Chancen sich auch vom anderen Ende des Gangs noch was einzufangen! Ich wies den Praktikanten vorsichtig und freundlich auf dieses Problem hin. Er sah das durchaus ein, aber "auf dieser Station würde das eben so gemacht."

Und der Klassiker: Als eine Stationsschwester meinen Zugang versorgte, trug sie keine Handschuhe, fummelte mit bloßen Fingern herum. Sie wurde richtig böse, als ich mich über die hier mangelnde Hygiene beschwerte. "Sie würde vor Betreten des Zimmers den Desinfektions-Spender benutzen, das reiche aus." Aber was hat sie alles angefasst, bis sie dann schließlich mich anfasste?
Avatar #100202
am Donnerstag, 21. Oktober 2010 um 06:50

Armer Clemens ...

Was sagt uns diese Geschichte; "Nutze beim Radfahren einen sehr guten Helm oder meide es gar gänzlich mit dem Rade die Bewegung in der freien Wildbahn.

Oder hätte hier eine ganzheitliche privatärztliche Versorgung geholfen? Sind Privatpatienten von dreckigen Kliniken eigentlich auch betroffen?

Könnte man diese Kliniken verklagen? Vorsätzliche Körperverletzung zum Beispiel?
Avatar #78625
am Donnerstag, 21. Oktober 2010 um 15:44

@Clemens-X Die Liste der Phobien ist lang...

warum nicht auch gegen einen Klinikaufenthalt ?
Avatar #99598
am Freitag, 22. Oktober 2010 um 13:52

Ist sachlicher Austausch hier nicht mehr üblich?

Ich finde es erstaunlich, dass auf meine sachliche Beschreibung unbestreitbar unhygienischer Zustände, die mit Sicherheit auf die Problematik des Sparzwangs im Gesundheitswesen zurück zu führen ist, von dem wir alle betroffen sind, mit abwertenden und beschämenden Kommentaren geantwortet wird.
Ich sehe dahinter eine erschreckende Ignoranz und Überheblichkeit. Beides sehe ich aber auch als reaktives Verhalten gegenüber der alltäglichen Überforderung, einerseits idiotischen Sparvorgaben des Gesundheits-(Un-)wesens folgen zu müssen, andererseits aber den ärztlichen Qualitätsstandards und dem Wohl des Patienten verpflichtet zu sein, wenn man "den Job" ehrlich machen will.

@Businesspaar:
Wie kommen Sie auf die Unterstellung, ich sei ohne Helm unterwegs gewesen?
Und wieso sehen Sie anscheinend in der Verschiebung des Problems auf die formale (privatärztliche Versorgung) oder die rechtliche Ebene (Kliniken verklagen / Körperverletzung) die Lösung, statt sich konstruktiv auf die inhaltliche Ebene meiner Beiträge einzulassen?
Oder ging es Ihnen nur darum, sich durch Verunglimpfung meines Beitrags einen Lustgewinn zu verschaffen?

@nogga:
Zählt in Ihrer Vorstellung die natürliche Sorge wegen unbestreitbar unhygienischer Zustände in den Bereich der Phobien? - Dann ist ja gut, dass ich bei Ihnen nicht Patient bin!

Letzte Beiträge zu diesem Thema

Zusatzinfos