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Avatar #99598
am Samstag, 18. Dezember 2010 um 00:40

Frankenstein lässt grüßen - oder wie arrogant-dumm können Forscher sein?

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Amygdala: Zentrum der Angst im Gehirn
vom Freitag, 17. Dezember 2010
Die Amygdala durch "Therapie" angreifen.. Ich fass es nicht! Therapie heißt doch "heilen" und nicht "zerstören" oder? "Stereotaktische Zerstörung als Ultima Ratio" Ich finde das unglaublich, das so etwas von "Fachleuten" überhaupt ernsthaft in Erwägung gezogen wird!
Oder soll ein solcher "Eingriff" zur Kostendämpfung im Gesundheitswesen beitragen, weil er evtl. billiger zu machen geht, als eine Psychotherapie von Angststörungen und PTBS? Sind wir schon so weit?

Und dann lese ich: "Mit der Ausnahme der Furcht sei SM unauffällig, schreibt Feinstein." Mit anderen Worten, SM sei ansonsten völlig "normal" sodass man also deshalb die Amygdala offensichtlich mal so eben abklemmen darf.

Ich lese in der deutschen Wikipedia:
Der Ausfall der Strukturen der Amygdala führt bei den Betroffenen zu Einschränkungen des Gefühls- und Sozialverhaltens[2] und Gedächtnisstörungen.[3]
Betroffene haben insbesondere Schwierigkeiten, sich die emotionale Bedeutung von Gesichtsausdrücken zu erschließen.
Die mangelhafte Integration emotionaler Signale stört die soziale Interaktion und führt zu Schwierigkeiten bei Gesprächen und im Sozialverhalten. Die Folge davon können Ausgrenzung, soziale Diskriminierung, Rückzug in die Privatsphäre, Versagen in der Schule und im Beruf, Schwierigkeiten in der Partnerschaft, Isolation und Einsamkeit sein. Das Urbach-Wiethe-Syndrom kann möglicherweise als mangelnde Sozialkompetenz, Unwille, Tölpelhaftigkeit oder Böswilligkeit missverstanden werden. Es kann leicht mit Autismus, Gefühlsblindheit oder geistiger Behinderung verwechselt werden.

Ach ja, das ist also ganz "normal"? Das soll also Menschen durch eine Zerstörung der Amygdala zugemutet werden? Dann soll der saubere Herr Feinstein diesen Eingriff doch bitte als erstes an sich selbst ausprobieren lassen! Ob er dann immer noch solch unmenschlichen Unsinn propagieren wird?

Clemens M. Hürten, Rottweil
Avatar #98355
am Montag, 20. Dezember 2010 um 08:36

Wissenschaft ist manchmal sehr gefährlich

Spätestens seit Otto Hahn wissen wir, wie gefährlich Wissenschaft sein kann. Otto Hahn wäre niemals die Idee einer militärischen Nutzung der Kernspaltung gekommen, heute bedroht dies die ganze Welt. Feinsteins Entdeckung wird mit Sicherheit von interessierten Kreisen bereits überdacht, die schon lange nach furchtlosen Menschen suchen. Die Welt verändert sich ständig, die Menschen leider im Grundsatz nicht.
Avatar #34227
am Montag, 20. Dezember 2010 um 08:44

Es stellt sich die Frage,

wie entemotionalisiert ein Forscher sein muss, einem Menschen eine biologische Grundlage emotionaler bzw. sozialer Kompetenz nehmen zu wollen.

Es erinnert an 'Einer flog übers Kuckucksnest'!

Das Angst eine der wichtigsten Emotionen ist, um das Überleben zu sichern, scheint vollkommen aus dem Blickwinkel geraten zu sein.
Angst ist eine wesentliche Größe in der Gestaltung sozialer Beziehungen. Diese einem menschen durch Operation, Medikation oder stereotaktische Bestrahlung zu nehmen, heißt ihn/sie zum biologischen Roboter zu wandeln.
Gar nicht auszudenken, wenn solche Vorstellungen in verqueren Militärköpfen Fuß fassen sollten.
Es ist wohl an der Zeit auch in die Forschung mehr Emotionalität und damit soziale Kompetenz einfließen zu lassen .... !

Herrn Feinstein empfehle ich die Arbeiten von Arno Gruen durchzuarbeiten, um sein wohl sehr biologistisches Weltbild um psychische, soziale und ethische Dimensionen zu erweitern und sich dann noch einmal an Schlussfolgerungen seiner Forschungen zu wagen.

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