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Avatar #109618
am Sonntag, 20. Februar 2011 um 01:08

Oxford-Kriterien

Zitat aus den "Klinische Leitlinien für Psychiater" (http://sacfs.asn.au/download/psychiater_leitlinien.pdf):

"...In der Literatur finden sich zwei weitere Definitionen: die Oxford-Kriterien (Sharpe et al., 1991) und die Australischen Kriterien (Lloyd et al., 1990). Beide Definitionen sind so weitgefasst, dass es unmöglich ist, danach eine homogene Gruppe von Erkrankten auszuwählen.
Beide versagen darin, Patienten mit primär psychiatrischen Diagnosen bei
gleichzeitigem Fehlen körperlicher Symptome auszuschließen. Beide Definitionen werden in der Forschung nur selten eingesetzt...."

Warum genießen eigentlich diejenigen Studien zu CFS, bei denen offensichtlich am unsaubersten gearbeitet wurde, häufig so viel Beachtung und Ansehen?
Avatar #98370
am Sonntag, 20. Februar 2011 um 09:20

Leider spiegelt die Pressemitteilung mal wieder nicht die wirklichen Studienergebnisse wider!

Einige Fakten, die aus der Pressemitteilung nicht ersichtlich sind, dazu muss man sich schon die Mühe machen, die Studie auch zu lesen:

- Die Oxford Kriterien spielen in der weltweiten ME/CFS Forschung deshalb kaum eine Rolle, weil sie vornehmlich Patienten mit psychiatrischen Krankheiten enthalten. In dieser Studie hatten fast 50% der Probanden psychiatrische Diagnosen wie Depressionen, Angsterkrankungen, PTSD usw.

- Ca. 60% der Teilnehmer erreichten durch die angewandten "Therapien" KEINE SIGNIFIKANTE Besserung!

- Zu Beginn der Studie wurde die Aktivität der Teilnehmer mithilfe eines Actometers aufgenommen. Dies wurde bei Ende der Studie nicht wiederholt, was darauf schließen lässt, dass die Autoren selbst kein großes Vertrauen in signifikante Verbesserungen hatten. (Für die Anschaffung der Actometer hatte man immerhin 8.000 GBP ausgegeben...)

- Die Autoren der Studie gaben selbst zu Protokoll: "These treatments were only moderately effective and research into more effective treatments is needed"

- Die Befragung der Teilnehmer ergab, dass nur ca. 41% eine positive Veränderung erfahren hatten. Fast 60% erfuhren entweder keiner Besserung oder sogar Verschlechterung.

Fakt ist: Diese Studie zeigt einmal mehr, dass dringend effektive Therapiemaßnahmen für ME/CFS erforscht werden müssen.

Wann wird das Ärzteblatt seinen einseitigen Kurs aufgeben und endlich über die zahreichen Fortschritte in der biomedizinischen Forschung zu ME/CFS berichten?

Avatar #108934
am Sonntag, 20. Februar 2011 um 09:26

Chronisches Querulantentum

Unglaublich wieviel Kraft die CFS Patienten haben, wenn es um ihr Querulantentum geht. Soviel Zeit und Muse hätte ich dafür nicht.
Avatar #106067
am Sonntag, 20. Februar 2011 um 12:36

@harlekin 2000 Muße für Ihre Muse!

Na, dann hoffe ich mal, dass Sie die Muse küsst und in eine Balint-Gruppe schickt.
Freundliche, kollegiale Grüße, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM DO
Avatar #109624
am Sonntag, 20. Februar 2011 um 13:15

Sport weckt Serotonin

Das Ergebnis der Lancet-Studie kann nicht überraschen. CFS, Burnout und Depression haben ihre Hauptwurzel in der zentralnervösen Unterversorgung mit dem Anti-Stress-Botenstoff Serotonin.

Durch Ausdauersport richtet sich im Körper eine Chemotaxis nach den Bausteinen für das zentralnervös bentigte Wach- und Belastungskontroll-hormon Serotonin ein. Ohne einen solchen Lockruf nach demSchlüselhormn Serotonin dringen die Bausteine für den Serortoninaufbau im Stammhirn nicht durch die Blut-Hirn-Schranke. Es ist daher müßig, mengenweise von den Bausteinen für den Serotoninaufbau in den Körper zu kriegen. Besonders unsinnig ist die Verschreibung von Tryptophantabletten mit 2 x 500 mg am Tag, wo nur 0,1 mg Serotonin im Hirn aufzubauen sind!

Derweil werden aus dem Blutstrom alle Kohlenhydrate und dann auch die Aminosäuren in der Atmungskette verbraucht, um unsere Körperenergie ATP herzustellen. Es bleibt erhalten nur der Hauptbaustein für den Aufbau von Serotonin, L-Tryptophan.

Seit langer Zeit ist bekannt, dass L-Tryptophan durch seine Anbindung an
Amylasen (A. Flemmer) eine räumliche Struktur annimmt, die es ihm schwer macht, in der Konkurrenz mit anderen im Gehirn benötigten Aminosäuren die existierenden Transportplätze für all diese Amonosäuren, die den Durchlass durch die Blut-Hirn-Schranke ermöglichen, zu besetzen. DasL-Tryptophan past aber mit seiner Struktur gar nicht in das Aufnahmemuster der Mitochindrien und erhält daher nach langer körperlicher Beanspruchung eine Einzelstellung an der Blut-Hirn-Schranke!

Allgemein ist zu lesen, dass Ausdauersport Endorphine locke ("runners high"). Das mag sein, ist m.E. aber nie gemessen worden. Dass Serotonin auf dies Weise gefördert wird, ist dagegen eine zwingende logische Schlussfogerung aus den bekannten gesicherten biochemischen Daten über die Voraussetzungen seines Aufbaus.

Auch dass zur Verbesserung der zentralnervösen Verfügung über Serotonin
eine Psychotherapei kommen muss, ist angesichts gesicherter Erkenntnisse aus der Hirnforschung nicht überraschend. Wenn nämlich einmal mangels Verfügung über das Anti-Stress-Hormon sich die Depression einnistet, schafft sie im Hirn Strukturen, die sich allein durch die spätere Wiederherstellung einer hormonell-mentalen Balance durch die bessere serotonerge Reaktion nicht auflösen. Es bedarf daher wirklich der integralen
Therapei zur Lockung des Transmitters Serotonin und der Psychotherapie
(Kellerer).

Für Rückfragen hier meine persönliche E-mail: re@aminas.de

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