am Montag, 19. September 2011 um 19:42

Beschlussempfehlung weise!

Kommentar zur Nachricht
Transplanta­tionsgesetz: Montgomery warnt vor Staatsmedizin
vom Montag, 19. September 2011
Mit Verlaub – die Beschlussempfehlung ist nachhaltig zu begrüßen, auch wenn es schmerzt, gleichsam exklusive Kompetenzen abgeben zu müssen, die allerdings unter demokratiepolitischen Aspekten betrachtet ohnehin als zumindest zweifelhaft gelten müssen.

Ist es Zufall, dass der Präsident der BÄK mit keiner Silbe auf die Begründung des Gesundheitsausschusses für die Beschlussempfehlung eingegangen ist? Dort kann nachgelesen werden, dass der parlamentarische Gesetzgeber angesichts der beachtlichen Grundrechtsnähe gehalten ist, die wesentlichen Entscheidungen selbst zu treffen. Dem ist beizutreten, denn gerade hier offenbart sich die Sachkompetenz des Gesetzgebers, die hoffentlich auch im Transplantationsgesetz und etwaigen Richtlinien hierzu sich niederschlagen wird.

Dass der 114. Deutsche Ärztetag offensichtlich einen Beschluss gefasst hat, der nicht verfassungskonform zu sein scheint, ist für sich betrachtet unproblematisch, kommt doch nunmehr der Gesetzgeber seine originären Pflichten nach und von daher mag der Empfehlung des Gesundheitsausschusses nachgekommen werden. Insofern wäre es wünschenswert, wenn gelegentlich auch in anderen Bereichen die Arbeitsgemeinschaft der Landesärztekammern daran erinnert wird, bei ihren Regelungen höchste Sorgfalt walten zu lassen und zwar gerade in denjenigen Fällen, in denen der Grundrechtsbezug mehr als offensichtlich ist. Vielleicht sollte die BÄK die Gelegenheit nutzen, zunächst den Beschluss zum Verbot der ärztlichen Suizidassistenz ad acta zu legen, da auch hiergegen verfassungsrechtliche Bedenken erhoben werden!
am Montag, 19. September 2011 um 21:28

Lieber Staatsmedizin als Transplantationswillkür!


Mir ist nicht wohl bei dem Gedanken, auf einer E-Card, in die man nicht hinenschauen kann, könnte stehen, daß jemand Organspender sei.
Bei der Patientenverfügung verlangt man ein "Willens-update" spätestens alle zwei Jahre. Bei der Organspende wenigstens einmal im Leben - und daß beim Erwerb des Führerscheins, der heute bereits mit 17 möglich ist.

So geht das nicht!

Mir war noch nie wohl bei dem Gedanken, daß "hirntot" gleich tot sein soll. Daß ein Bundesministerium es vornimmt, das, was "Hirntod" ist zu definieren, ist mir entschieden lieber als eine Ärztekammer mit ihrer jeweils gerade gültigen ideologischen Schwerpunktslage - zur Zeit eher katholisch, was die Sterbehilfe anbetrifft und eher atheistisch, was die Organentnahme betrifft. Eher alzheimerisch-chameleonoid, was den Datenschutz bei Chipkarten angeht.

Die Ärztekammer ist eine Interessensvertretung, also spricht sie für die Ärzteschaft, und natürlich auch für den transplantierenden Teil, der frustriert ist vom mangelnden Willen zur Organspende.

Wäre die Ärztekammer eine Vertretung des Patienten, dann müßte sie sich die mangelnde Spendebereitschaft aufs Panier heften und aufgrund derer die transplantierenden Kolleginnen und Kollegen anhalten, geignetere Strategien zu entwickeln, die Spendebereitschaft zu erhöhen.

Der Geburtsfehler des Transplantationsgesetzes liegt ohnehin im Festmachen an der wirklichkeitsfremden Idee die Entnahme von Organen geschehe an einem Toten. So lange ein Herz schlägt ist ein Mensch nicht tot. Ein Leichenschein, ausgestellt selbst bei einem schwerst Hirnverletzten, dessen Herz noch schlägt, würde den Leichenschauer mit dem Staatsanwalt in Kontakt bringen. Nein, jede Organspende ist ihrem Wesen nach eine Lebendspende. Und für Lebendspenden gilt die Freiwilligkeitsregelung. Über die würde möglicherweise sogar mehr Spendebereitschaft möglich sein.

Was hier als Montgomerys Statement geschrieben steht, bestärkt mich in meiner skeptischen Haltung und macht mich nur noch wachsamer.

Dr. Karlheinz Bayer, Bad Peterstal
am Montag, 19. September 2011 um 21:28

Lieber Staatsmedizin als Transplantationswillkür!


Mir ist nicht wohl bei dem Gedanken, auf einer E-Card, in die man nicht hinenschauen kann, könnte stehen, daß jemand Organspender sei.
Bei der Patientenverfügung verlangt man ein "Willens-update" spätestens alle zwei Jahre. Bei der Organspende wenigstens einmal im Leben - und daß beim Erwerb des Führerscheins, der heute bereits mit 17 möglich ist.

So geht das nicht!

Mir war noch nie wohl bei dem Gedanken, daß "hirntot" gleich tot sein soll. Daß ein Bundesministerium es vornimmt, das, was "Hirntod" ist zu definieren, ist mir entschieden lieber als eine Ärztekammer mit ihrer jeweils gerade gültigen ideologischen Schwerpunktslage - zur Zeit eher katholisch, was die Sterbehilfe anbetrifft und eher atheistisch, was die Organentnahme betrifft. Eher alzheimerisch-chameleonoid, was den Datenschutz bei Chipkarten angeht.

Die Ärztekammer ist eine Interessensvertretung, also spricht sie für die Ärzteschaft, und natürlich auch für den transplantierenden Teil, der frustriert ist vom mangelnden Willen zur Organspende.

Wäre die Ärztekammer eine Vertretung des Patienten, dann müßte sie sich die mangelnde Spendebereitschaft aufs Panier heften und aufgrund derer die transplantierenden Kolleginnen und Kollegen anhalten, geignetere Strategien zu entwickeln, die Spendebereitschaft zu erhöhen.

Der Geburtsfehler des Transplantationsgesetzes liegt ohnehin im Festmachen an der wirklichkeitsfremden Idee die Entnahme von Organen geschehe an einem Toten. So lange ein Herz schlägt ist ein Mensch nicht tot. Ein Leichenschein, ausgestellt selbst bei einem schwerst Hirnverletzten, dessen Herz noch schlägt, würde den Leichenschauer mit dem Staatsanwalt in Kontakt bringen. Nein, jede Organspende ist ihrem Wesen nach eine Lebendspende. Und für Lebendspenden gilt die Freiwilligkeitsregelung. Über die würde möglicherweise sogar mehr Spendebereitschaft möglich sein.

Was hier als Montgomerys Statement geschrieben steht, bestärkt mich in meiner skeptischen Haltung und macht mich nur noch wachsamer.

Dr. Karlheinz Bayer, Bad Peterstal
am Montag, 19. September 2011 um 22:26

Staatsmedizin

Ich stehe seit vielen Jahren dem Thema Organspende sehr positiv gegenüber, führe seit Jahren einen Spenderausweis mit mir.
Wenn meine Entscheidung im Personalausweis oder in die elektr. Gesundheitskarte eingetragen wird, werde ich mit NEIN antworten, mir ist beides viel zu unsicher, der Datenschutz ist einfach nicht gewährleistet.
Und ich habe dem bisherigen Verfahren vertraut, da ich zweimal (einmal Empfänger in der Familie, einmal ein Freund, der Spender war) erlebt habe, wie zuverlässig und vertrauenswürdig und vor allem mit wie viel Fingerspitzengefühl alles abgelaufen ist. Diese jetzigen Pläne bereiten mir großes Unbehagen, wenn sie dies durchsetzen sollte, werde ich meinen Spenderausweis nicht mehr mit mir führen.
am Dienstag, 20. September 2011 um 00:32

Monty

Recht hat er.
Leider bräuchte man schon die massive Unterstützung von Montgomerys berühmten Vorfahren, um die real existierende Staatsmedizin wieder in ihre Bahnen zu weisen. Aber, wie es heisst, Geschichte wiederholt sich nicht. Leider (manchmal).

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