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Avatar #114467
am Dienstag, 8. November 2011 um 21:38

Research Year

Kommentar zur Nachricht
Mediziner sollten Dissertation im Studium beginnen
vom Dienstag, 8. November 2011
In Århus, Dänemark, haben wir im Medizinstudium ein Research Year. Dieses wurde vor etwa 10-15 Jahre eingeführt und erfreut sich wachsener Beliebtheit bei den studenten. Hier wird ein Jahr geforscht und danach eine umfassende Arbeit abgegeben. (etwa 25 Seiten). Danach kommt eine mündliche Prüfung.
Die Motive sind unterschiedlich, einige brauchen eine Pause, andere wollen ins Ausland, andere wollen ihr Fachgebiet von einer anderen seite kennen lernen usw. Die Forschungsprojekt sind Teil einer Ph.D. Abhandlungen und auf hohem wissenschaftlichen niveau. Viele werde im englisch sprachigen Raum publiziert. Etwa 70 pct der Studenten die ein Research Year absolviert haben werden später ein Ph.D. Studium machen.

Interessant ist auch dass der Student 1300 Euro im Monat erhält während des einen Jahres.
Avatar #84314
am Mittwoch, 9. November 2011 um 08:49

PhD statt "Dr.med"

Zunächst sollte man einmal feststellen, dass der deutsche Dr. med. zu 99% in kleinster Weise die internationalen Kriterien einer Promotion erfüllt. Wissenschaftliches Denken und Arbeiten hat man nach einem Dr. med. nicht gelernt und die Befähigung ist dadurch nicht gewährleistet. Will man also echte Wissenschaftsförderung, dann sollte man einen Dr. rer. nat./PhD auch in der Medizin einführen. Ein Forschungsjahr wie unten beschrieben ist sicher gut; das kann dann auch inhaltlich Teil einer späteren Dissertation werden. Danach müssen dann allerdings auch die Voraussetzungen an deutschen Kliniken geschaffen werden damit sich wissenschaftlich talentierte Mediziner wissenschaftliche Karrieren aufbauen können. Dazu gehört v.a. Zeit. Hi und da mal ein paar Forschungsmonate reichen dazu nicht. Forschung kann nicht um 17:00 beginnen nachdem man die Station verlassen hat.
Avatar #111918
am Mittwoch, 9. November 2011 um 12:16

Früh oder Spät promovieren?

Dem Artikel PhD statt "Dr. med" kann ich nur teilweise zustimmen. Es ist fach- und leitungsspezifisch sehr unterschiedlich, welche Qualitäten bei medizinischen Doktorarbeiten eingefordert werden. Im Rahmen der Approbationsordnung, die aus einem freien und selbständigen Hochschulstudium eine Ausbildung mit häufig zeitraubenden und uneffizienten Veranstaltungen gemacht hat, sind Medizinstudenten i. a. natürlich wenig für inhaltliche Vertiefungen offen. 80% fragen nach einer "statistischen Arbeit", aber eben nicht alle.
Für Betreuer medizinischer Dorktorarbeiten ist es in diesem Kontext natürlich recht bedauerlich, StudentInnen in frühen klinischen Semestern im Labor zu haben. Im Semester haben sie kaum Zeit und können nicht gut eingearbeitet werden. Sie besitzen noch wenig klinisches Wissen, haben viel vorklinische Kenntnisse aber schon abgehakt. In der vorlesungsfreien Zeit müssen sie noch häufig famulieren u/o "jobben".
Die Betonung für den Beginn der der praktischen und theoretischen Arbeit für die Dissertation muss daher in der >zweiten(!) Hälfte des klinischen Studiums liegen.
Avatar #109757
am Mittwoch, 9. November 2011 um 15:30

Früh oder spät promovieren

PhD statt Dr. med - finde ich auch sinnvoll. Sind wir ehrlich: Die meisten Dres. med. sind nicht Doktor weil sie dem wissenschaftlichen Arbeiten so zugewandt wären, sondern schlichtweg "weils dazugehört" zum Doktor-Sein.

Was den Zeitpunkt der Promotion angeht, sehe ich zwei Aspekte: Im Studium hat man tendentiell mehr Zeit nebenbei zu promovieren. Gleichzeitig kriegt man an vielen Ecken und Enden immdas Gefühl "der blöde Student mit der Doktorarbeit" zu sein. Die Arbeiten sind oftmals nicht so intensiv betreut, sondern laufen eher nebenbei.
Im laufenden Betrieb der Facharztausbildung hingegen ist das Zeitkontingent für die Forschung eher gering... man wird aber wenigstens (so zumindest meine Erfahrung) in der Abteilung diesbezüglich gefördert und eben behandelt wie ein Mitarbeiter dem man eine Promotion ermöglichen möchte, nicht wie der blöde Student der schon wieder mit Fragen nervt.

Es gibt also so einiges zu bedenken auf dem weg zu Dr.med. :)
Avatar #102360
am Mittwoch, 9. November 2011 um 16:17

"spät" promovieren

Mir ist kein Fachgebiet außerhalb der Medizin bekannt, wo Akademiker bereits im 5. Semester ihre Dissertation beginnen, man kann also den Beginn einer Promotion nach abgeschlossenem Studium wohl kaum als spät bezeichnen.

Die Frage ist eher, was man von einer Masse an qualitativ wissenschaftlich eher minder- als hochwertigen Promotionen hat, die in der Regel unstrukturiert und ohne große Sachkenntnisse zustande kommen.

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