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Avatar #108407
am Freitag, 2. Dezember 2011 um 22:47

Strengere Indikationsstellung

Kommentar zur Nachricht
Gynäkologen: Hausgeburten sind risikoreich
vom Freitag, 2. Dezember 2011
Sicher könnte die Situation durch eine strengere Indikationsstellung hinsichtlich der Möglichkeit einer Hausgeburt und umfassendere Aufklärung der Schwangeren verbessert werden.

Eine Hausgeburt ist etwas persönliches und schönes, aber sollten sich Hinweise auf mögliche Komplikationen ergeben, sollte unbedingt eine Geburt in der Klinik angestrebt werden.

Schließlich geht es um Wohlergehen von Mutter UND Kind.
Avatar #99598
am Mittwoch, 7. Dezember 2011 um 13:05

Klinikgeburten ebenfalls problematisch...

1979 kam unsere Tochter zur Welt. Möglichst natürliche Geburt (Leboyer) und danach Rooming-IN waren uns ausdrücklich im evangel. Krankenhaus Mülheim-Ruhr versprochen worden. Das war unser wichtigstes Auswahlkriterium!
Resultat:
Mit heftiger Wehentätigkeit kamen wir gegen 20 Uhr am Krankenhaus an. Man sagte, es sei noch lange nicht so weit! Einen Arzt bekamen wir nicht zu sehen. Gegen 23 Uhr gab man eine Spritze, die angeblich krampflösend sei. In Wahrheit war es ein Wehenhemmer, weil kein Arzt verfügbar war, die Geburt zu begleiten! Genau so eine Situation wollten wir nicht!
Erst am nächsten Morgen fand sich einer der Herrschaften Ärzte zur Geburtsbegleitung bereit! Nun waren aber dank der Wehenhemmer kaum noch Wehen da und unsere Tochter musste mit der Saugglocke geholt werden.
Mit gezielten Meldungen der "interessierten Fachkreise" wird der Eindruck geweckt, Kliniken seien so viel sicherer. Das finde ich bedenklich!

Und mein o.g. Vorfall war zwar 1979, aber heute ist der Kostendruck und die Ärzteknappheit noch viel größer und die gleiche Problematik wird noch leichter auftreten!

Wenn ich dann noch berücksichtige, dass Hebammen kaum noch wirtschaftlich arbeiten können wegen der horrenden Haftpflichtversicherungen, dann wurde über die Versicherungswirtschaft zugleich dafür gesorgt, dass die klassische Gynäkologie begünstigt wird. Unter idiotischen Reglementierungen und Vorgaben durch die Politik und Wirtschaft leidet letztlich immer der Patient, egal ob Hausgeburt oder Klinik.

Clemens M. Hürten - gesSso - Rottweil
Avatar #115511
am Donnerstag, 8. Dezember 2011 um 14:14

Einfach schade, ...

... dass einer gesunden Schwangeren so viel Angst und Unsicherheit zugetragen wird.

Wer die Studie einmal komplett und genau liest, erkennt:

Insgesamt gab es keine signifikanten Unterschiede der Outcomes bezüglich eines begründeten Vorteils von den nicht ärztlich geleiteten Einrichtungen im Vergleich zu den ärztlich geleiteten Units. Für Mehrgebärende gibt es auch keinen Unterschied zur Hausgeburt. Erstgebärende haben laut der

Warum können gesunde Frauen in Deutschland nicht einfach selbst abwägen wo sie ihr Kind zur Welt bringen wollen. Jeder Ort ist für sie sicher, wenn sie sich sicher fühlen.
Natürlich muss die Schwangerschaft bestimmte Voraussetzungen mitbringen, damit eine Hebamme sich auch dazu entscheidet die Hausgeburt zu betreuen. Doch dazu sind die Hebammen und Gynäkologen ja da. Leider funktioniert das gegenseitige Verständnis nicht und dies sogar eher nicht von Seiten der Ärzte. Frauen wird ein schlechtes Gewissen gemacht oder sie erhalten sogar abfällige Kommentare, wenn sie sich gegen eine Klinikgeburt entscheiden. Denn fühlt man sich als Frau sicherer, wenn man weiß, dass in der Klinik häufiger interveniert wird?

Spielt da wirklich nur der Sicherheitsfaktor eine Rolle oder ist es ein imposanter Machtkampf, der leider allzu oft auf dem Rücken der werdenden Mütter und Väter ausgetragen wird?

Ich sehe die Entwicklung zur technisierten und koplett medikalisierten Geburtsmedizin jedenfalls mit großer Sorge und wünsche mir, dass sich alle Schwangeren bewusst mit dieser Thematik auseinandersetzen und sich bewusst für oder gegen einen Geburtsort entscheiden.
Avatar #115511
am Donnerstag, 8. Dezember 2011 um 14:14

Einfach schade, ...

... dass einer gesunden Schwangeren so viel Angst und Unsicherheit zugetragen wird.

Wer die Studie einmal komplett und genau liest, erkennt:

Insgesamt gab es keine signifikanten Unterschiede der Outcomes bezüglich eines begründeten Vorteils von den nicht ärztlich geleiteten Einrichtungen im Vergleich zu den ärztlich geleiteten Units. Für Mehrgebärende gibt es auch keinen Unterschied zur Hausgeburt. Erstgebärende haben laut der

Warum können gesunde Frauen in Deutschland nicht einfach selbst abwägen wo sie ihr Kind zur Welt bringen wollen. Jeder Ort ist für sie sicher, wenn sie sich sicher fühlen.
Natürlich muss die Schwangerschaft bestimmte Voraussetzungen mitbringen, damit eine Hebamme sich auch dazu entscheidet die Hausgeburt zu betreuen. Doch dazu sind die Hebammen und Gynäkologen ja da. Leider funktioniert das gegenseitige Verständnis nicht und dies sogar eher nicht von Seiten der Ärzte. Frauen wird ein schlechtes Gewissen gemacht oder sie erhalten sogar abfällige Kommentare, wenn sie sich gegen eine Klinikgeburt entscheiden. Denn fühlt man sich als Frau sicherer, wenn man weiß, dass in der Klinik häufiger interveniert wird?

Spielt da wirklich nur der Sicherheitsfaktor eine Rolle oder ist es ein imposanter Machtkampf, der leider allzu oft auf dem Rücken der werdenden Mütter und Väter ausgetragen wird?

Ich sehe die Entwicklung zur technisierten und koplett medikalisierten Geburtsmedizin jedenfalls mit großer Sorge und wünsche mir, dass sich alle Schwangeren bewusst mit dieser Thematik auseinandersetzen und sich bewusst für oder gegen einen Geburtsort entscheiden.

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