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Avatar #103070
am Mittwoch, 28. Dezember 2011 um 23:05

Verbotswahn

Kommentar zur Nachricht
Hannover verbietet Mitarbeitern der Stadt Rauchen von E-Zigaretten
vom Mittwoch, 28. Dezember 2011
Der Verbotswahn schreitet munter voran und mir schwant schon seit etlichen Jahren, dass es mehr um das Prinzip der "Volkszucht" geht, als um die angegeben Gründe.
Bereits die Spaltung des Volkes in Raucher und Antiraucher war mir hochgradig suspekt, nicht zuletzt weil "Volksvertreter" sich nicht im Entferntesten um Opfer von Gewaltverbrechen scheren, dafür aber umso mehr darum, dass ihre Untertanen nicht Rauchen - oder zu rauchen vorgebenden, wie in diesem Fall - nicht soviel Trinken und was man nicht sonst noch alles machen könnte, wenn es halt nicht verboten wäre.
Auf die Idee, dass grundsätzlich vom mündigen Bürger auszugehen sei, kommt die Politik scheinbar überhaupt nicht mehr...
Avatar #113975
am Donnerstag, 29. Dezember 2011 um 05:58

Von Sinn und Unsinn

Es war ja nur eine Frage der Zeit - nun haben unsere eifrigen Politiker endlich die E-Zigarette entdeckt. Für solche "wichtigen Fragen von nationaler Bedeutung" muss natürlich Zeit sein - aber bleiben wir mal realistisch. Eines ist wohl sicher: ungeachtet potentieller Risiken ist das E-Rauchen deutlich weniger gesundheitsschädlich als der Konsum von Tabakwaren. Und sollten nicht lieber alle Bestrebungen der Menschen gefördert werden, sich gesünder zu verhalten? Nur: Tabakprodukte haben eine Lobby, bringen Steuereinnahmen und erhalten (noch) Arbeitsplätze. Wenn man einen Schritt weiter denkt, liegt der Verdacht nahe, dass möglicherweise an dieser Stelle in erster Linie einer Konkurenz zum Tabak Einhalt geboten werden soll.
Gesundheitspolitische Gründe können meines Erachtens unter o. g. Voraussetzungen hier jedenfalls zunächst nicht geltend gemacht werden.
In direkter Konsequenz führt dieses Verbot außerdem vor allem zu einer weiteren Bevormundung der Bürger. Potentiell gefährliche "Freizeitbeschäftigungen" gibt es viele (Motorradfahren, Drachenfliegen, Klettern, etc.). Diese bergen statistisch gesehen aber ebenfalls immer noch weniger Gesundheitsrisiken als der Konsum von Tabakprodukten. Wer weiß - vielleicht wird in Hannover ja auch bald das Klettern auf Bäume für Kinder oder das Motorradfahren verboten. Es bleibt spannend ... und Hetzkampagnen, im Rahmen derer lieber mit dem Finger auf bestimmte Gruppen in der Gesellschaft gezeigt wird (z. B. Raucher oder Abhängigkeitskranke allgemein), als deren Bestrebungen zu einer gesünderen Lebensweise zu fördern, hat bei uns ja bekanntlich lange Tradition...
Avatar #115828
am Donnerstag, 29. Dezember 2011 um 09:24

Respekt

Wenn die Tabakindustrie nicht mehr weiterweiß, versucht sie die E-Zigarette salonfähig zu machen. Und Tausende gehen ihr auf den Leim, weil diese Form harmlos erscheint.
Deswegen Respekt für die Stadt Hannover, die sich nicht hinters Licht führen läßt. Das ist ein wichtiger Schritt in der Suchtprävention, dem sich viele anschließen sollten.
Avatar #104249
am Donnerstag, 29. Dezember 2011 um 11:10

Schon wieder ein Verbot.

Die Musiker von Pink Floyd meinten etwas anderes, aber es paßt auch hier: "All in all it was all just bricks in the wall".

Einengungen, Regeln und Verbote auf allen Ebenen, in allen Lebensbereichen, überall.

Dieter Nuhr hat dazu eine bedenkenswerte Idee. Zitat: "Ich rauche nicht, aber wenn es auch noch auf der Strasse verboten wird, fange ich damit an." Ein guter Gedanke.

Irgendwann muß sich bei dieser allumfassenden staatlichen Regulierungswut doch auch beim Trägsten mal ein Protestwunsch regen.

Aber wo bleibt der ? Oder sind alle mit dem Einhalten der sie betreffenden Regelwerke schon so beschäftigt, dass keiner mehr Zeit hat ?

Wir haben eindeutig zu viel öffentlichen Dienst. Und die im öffentlichen Dienst haben eindeutig zu viel Zeit.

Viele Grüße
S.
Avatar #92972
am Donnerstag, 29. Dezember 2011 um 18:43

Im Zweifelsfall: Immer drauf auf die Raucher

Die Raucher sind wirklich die Schafe der Nation, mit denen kann man’s ja machen, die lassen sich ALLES gefallen ! Wann kommt denn endlich mal ein handfester Protest und ein „STOPP – jetzt ist genug“ von den Rauchern ?
Es ist doch unglaublich, mit welch dünnem Geschwafel, mit was für vagen Verdachtsäußerungen auch die absurdesten Maßnahmen gegen Raucher durchgesetzt werden können. Und die Presse gibt alles wortgetreu wieder, ohne Kommentar, ohne Differenzierung. Ist ja alles „gut gemeint und für die Gesundheit“, muss also offenbar nicht begründet werden.

„…unklar sei, wie viel Nikotin und welche anderen Stoffe beim Ausatmen in die Umgebung gelangten“:
Da reicht also jetzt allein die Feststellung einer „Unklarheit“, um auf bloßen Verdacht hin etwas zu verbieten ?!

„Nach Angaben der BZgA werden die Inhaltsstoffe bislang nur unzureichend deklariert.“:
Wenn das denn wirklich der Punkt wäre, müssten gleich ungefähr die Hälfte unserer Lebensmittel verboten werden – wie die jahrelangen Streitigkeiten bis hin zur EU-Ebene belegen, ist auch da vieles „unzureichend deklariert“!

„Neben dem Suchtstoff Nikotin enthalten die Kartuschen nach BZgA-Angaben häufig auch andere gesundheitsschädigende Substanzen.“:
1.) Es stehen auch Kartuschen bzw. Lösungen OHNE Nikotinzusatz zur Verfügung ! (Und NEIN, das Rauchen ist eben NICHT eine simple monodimensionale Nikotin-Abhängigkeit, sondern schon etwas komplexer).
2.) „häufig auch andere … Substanzen“ – so eine billige pauschale Feststellung reicht jetzt schon für ein Verbot ? Da ist aber überfällig, dass zumindest in Nicht-Einzelbüros auch jedes Parfum verboten wird, wenn ich so bedenke, welche Duftwolken manche Mitarbeiter/innen um sich verbreiten; da weiß auch keiner, was drin ist ! (Aber mal ehrlich: Es wäre auch schade um manchen guten Duft, und ob die Büros ohne Parfum besser riechen würden, sei mal dahingestellt …)

Nirgends in den zahlreichen aktuellen Artikeln zu den E-Zigaretten wird auch nur mal am Rande positiv vermerkt, dass das „E-Rauchen“ im Vergleich mit dem Tabakrauchen zumindest sehr viel weniger schädlich ist. Von den Hunderten von toxischen Produkten, die bei der Tabakverbrennung entstehen, ist plötzlich gar nicht mehr die Rede. Man sieht Dampf, man ahnt Nikotin - - - und reflexartig fühlen sich die fanatischen Raucher-Hasser schon wieder beeinträchtigt und schreien lauthals nach Verboten.
Ein wirkliches Wunder ist für mich allerdings, WIE SCHNELL eine Behörde dann solch ein Verbot berät / formuliert / beschließt und umsetzt. Wenn Behörden ihre originäre Arbeit auch mal annähernd so zügig erledigen würden … oh Hallelujah !

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