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Avatar #115797
am Dienstag, 10. April 2012 um 16:08

Ich verstehe da etwas nicht ...

Kommentar zur Nachricht
Krankenkassen wollen Zahnärzte schärfer kontrollieren
vom Dienstag, 10. April 2012
... und zwar Folgendes:
Wenn ich einen Zahnersatz benötige, stellt mein Zahnarzt einen Behandlungsplan auf, der auch eine genaue Kostenaufstellung erhält. Dieser Plan geht an die GKK.
Nach einer gewissen Zeit erhalte ich von der KK diesen Plan zurück; bisher immer genehmigt. Aus diesem Plan gehen nicht nur die Kosten für die KK sondern auch meine Zuzahlungen hervor.
Ich brauchte bisher auch nie etwas zusätzlich zu zahlen, weil sich die Kosten während der Behandlungszeit angeblich oder tatsächlich erhöht haben.

Behandlungsmaßnahmen, die nicht oder nur zu einem geringen Teil von der KK übernommen wurden, waren im Vorfeld ausführlich besprochen und von mir genehmigt worden.

Was wollen die KK also wirklich??
Avatar #104249
am Dienstag, 10. April 2012 um 17:13

@EgoMan

Es geht bei solchen Vorstößen wie in dem obigen Artikel vor allem um "Stimmungsmache".

Die gesetzlichen Krankenkassen sowie damit verflochtene weite Kreise der SPD möchten den Berufsstand niedergelassener Ärzte in jeder Hinsicht deutlich beschränken. Als Fernziel haben viele dieser "Funktionäre" die Abschaffung der Selbständigkeit von Ärzten als Wunsch im Kopf. Das passiert derzeit noch unter vorgehaltener Hand, aber bei einer eventuell kommenden Regierungsbeteiligung der SPD dann spätestens auch öffentlich.

Es geht deshalb bei vielen dieser oft abwegigen Vorwürfe weniger um die Sache als vielmehr darum, öffentlich "Dreck zu scheludern", möglichst viele Ärzte als Betrüger oder zumindest Abzocker hinzustellen und möglichst viel Sozialneid in der Bevölkerung zu schüren. Die größten Erfolge hat man dann, wenn unbedarfte Lokalredaktuere solche Meldungen in Regionalzeitungen nachdrucken und man in weiten Teilen des Landes denkt: "Na klar, mal wieder diese Ärzte..."

Von GKV- und SPD - Seite macht man das alles, um dann mit späterer gesetzgeberischer "Gleichmacherei" und staatlichen Eingriffen politisch zu punkten. Es ist immer so bei ansonsten schwachen politischen Inhalten: Man sucht sich Feindbilder, die zu aktuellen Vorurteilen passen, prügelt ordentlich darauf herum und sucht auf diese Art Wählermehrheiten.

Als weitere Feindbilder hat man sich in diesen Kreisen auch die "privaten Kran­ken­ver­siche­rungen" ausgeguckt. Das macht zusammen schon zwei "Negativ - Zielgruppen", bei denen GKVen und SPD-Kreise Hand-in-Hand arbeiten.

Bei der SPD kommen für den nächsten Wahlkampf dann noch Banken und Steuerhinterzieher dazu. Mal sehen, was den Damen und Herren noch so alles zum "Bekämpfen" einfällt, um "noch etwas mehr staatlich regulieren" zu können.

Man sollte bei jeder Veröffentlichung einer GKV immer überlegen, welches politische Kalkül dahinter steckt. Und sich dann überlegen, was man davon glauben kann.

Viele Grüße
S.
Avatar #649652
am Mittwoch, 11. April 2012 um 14:09

Thema verfehlt?

@Senbuddy:
Es ging hier um konkrete Vorschläge im Bereich der zahnärztlichen Versorgung. Wieso Sie hier den großen Bogen in die Gesundheitspolitik schlegen, ist mir nicht klar. Der SPD vorab die Vernichtung der Ärzteschaft zu unterstellen, ist mindestens tendenziös, um nicht zu sagen unzutreffend. Wenn diese das beabsichtigt hätte, hätte sie es schon in Zeiten der Regierungsverantwortung in Angriff genommen. Desgleichen Ihre Panikmache hinsichtlich der PKV. Aus allen Ihren Einlassungen strahlt die Befürchtung des Machtverlustes heraus.

Konkret ist nicht die GKV-Leistung in den Fokus gerückt, sondern der zusätzlich abgeschlossene privatrechtliche Vertrag mit dem Kunden / Patienten. Dieser basiert z.Z. auf einer unausgewogenen Vertragssituation, bes. hinsichtlich der umfassenden Information zur Entscheidungsfindung. Das Angebot zur Bewertung des Kostenplans kann nur zum Vorteil des Kunden sein, da er sowohl fachlich (Notwendigkeit, Umfang und aktuell fachlicher Kenntnisstand) also auch materiell (Leistungspositionen und deren Bewertung) dem Kunden den notwendigen Informationsstand beschafft, der für eine Kaufentscheidung notwendig ist. Dass das Angebot der Kassen durchaus gebührenpflichtig sein kann, steht nicht in Zweifel, da der Nutzen den geringfügigen Aufwand wohl regelmäßig übersteigen wird.
Avatar #115797
am Mittwoch, 11. April 2012 um 15:25

(Zusätzliche) Leistungen der GKV ...

@Vetiver:
.
.. in diesem Themenbereich benötige ich nicht.
Mein Zahnarzt hat mir bisher immer die verschiedenen Möglichkeiten und deren Kosten für den notwendigen Zahnersatz erklärt. Für mich ist es logisch, dass eine vom Material oder Zeitaufwand her teurere Maßnahme für mich auch höhere (Zuzahlungs-)Kosten bedeutet.
Wenn ich in der 1. Klasse mit der DB fahre, kostet mich der Fahrschein auch mehr, als wenn ich in der 2. Klasse fahren würde. Allerdings wird mit in der 1. Klasse der Kaffee auf Wunsch an meinen Sitzplatz gebracht.

Wenn die "normale" Zuzahlung für viele Patienten nicht leistbar ist, liegt das m.E. nicht an den Zahnärzten, sondern daran, dass die GKK ihre Leistungen z.T. drastisch reduziert haben. Und das war/ist politisch gewollt!
Avatar #649701
am Donnerstag, 12. April 2012 um 14:07

Kontrolle von Zahnarztrechnungen

Wenn man keine Probleme mit den Zähnen hat und keine Zuzahlungen (oder nur geringe) leisten muss, ist das natürlich kein Thema.

Ich habe bereits 2 Fehlbehandlungen (Implantat-) erlitten, bei denen es sich um extrem hohe Zuzahlungen handelte. Die Liquidationen waren mehr als intransparent. In einem solchen Fall ist es für Patienten in vielen Fällen nicht möglich, die Rechnungspositionen nachzuvollziehen.

In meinem Fall wurden sogar Leistungen, die nicht erbracht wurden, abgerechnet.

Daher begrüße ich es, dass die Kassen Patienten bei der Kontrolle unterstützen wollen.

Leider sind nicht alle Zahnärzte seriös.

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