szmtag Forum: Was ist daran neu oder ungewöhnlich?
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am Freitag, 20. Juli 2012 um 15:51

ich rate mal

Kommentar zur Nachricht
Organspende-Skandal an Uniklinik Göttingen weitet sich aus
vom Freitag, 20. Juli 2012
Der Russe war nicht unvermögend. wenn man die Ärzte endlich angemessen bezahlen würde, würde so was vermutlich nicht passieren.
Avatar #653799
am Freitag, 20. Juli 2012 um 20:04

Was ist daran neu oder ungewöhnlich?

"einer der größten Skandale in der Geschichte der Organspende", "bislang einmaligen Vorgängen", auf welchem Planeten lebt Herr Lilie?
Um den Kommentar kurz und übersichtlich zu halten, schildere ich, was ich gerade erlebe:
In einer Runde von über dreißig Akademikern, die Hälfte davon aus medizinischen Berufen, der Rest Juristen, Wirtschaftler, Physiker und sogar einTheologe, stellte ich gerade folgende Frage:
Nehmen wir an, der Bundeskanzler oder ein anderer, einflußreicher Politker oder Wirtschaftsführer oder Milliardär wartet neben einem "normalen" Menschen, egal ob GKV oder PKV-versichert, auf ein lebenswichtiges Organ. Nun wird eines angeboten, welches für den "Normalen" sehr gut, für den anderen "so lala" paßt. Wer bekommt in unserer heutigen realen Welt das Organ?
Ausnahmslos a l l e n Anwesenden war sofort klar, daß es der "Normale" sicher nicht bekommt. Niemand hatte eine andere Meinung! Und niemand hat auch nur eine Sekunde daran gezweifelt.

Und genau das ist die, meinetwegen bedauerliche, Realität, wie sie in den Kliniken tagtäglich er- und vor allem gelebt wird.

Wenn es um die Gesundheit oder gar das Leben geht, gewinnt immer der mit sehr, sehr viel Geld und Macht und Einfluß und niemals der "Normale".
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am Samstag, 21. Juli 2012 um 15:23

Stimme zu

man erinnere sich an den Fall Thurn&Taxis. Ich gehe sogar noch einen schritt weiter und behaupte, daß im von ignoranti geschilderten fall die hirntodiagnostik bei einem passenden spender ein wenig "großzügiger" gehandhabt wird. Das ist der grund, warum ich nur zur lebendspende bereit bin.
Avatar #35774
am Sonntag, 22. Juli 2012 um 11:46

Politik nicht unschuldig

natürlich ist das Vorgehen des Kollegen in keiner Weise entschuldbar.
Man kann sich unterschiedliche Motive vorstellen. Zum einen scheint es durchaus
wahrscheinlich, daß in bestimmten Fällen Geld bezahlt wird.
Zum anderen ist es sicher nicht karriereschädlich wenn ein Operateur durch
besonders hohe Transplantaionszahlen glänzt.
Aufhorchen läßt in diesen Zusammenhang die Bemerkung des Vors. der
BÄK-Transplantationskommission, nach der möglicherweise durch
leistungsorientierte Verträge falsche Anreize geschaffen wurden.
Und hier kommt wieder die Politik ins Spiel, die durch die Gesetzgebung der letzten
Jahrzehnte die systematische Industrialisierung und Entmenschlichung der Medizin eingeleitet hat.

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