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Avatar #98372
am Montag, 30. Juli 2012 um 23:10

Oh Ihr Heuchler alle in der Politik !

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IGeL: Debatte um Verkaufsseminare
vom Montag, 30. Juli 2012
Einerseits sollen wir dazu verdienen, weil wir vom mageren Kassensalär nicht leben können, andererseits sollen wir unsere Leistungen unseren Patienten nicht anbieten dürfen.

Das fängt bei den diversen Anfragen von Lebensversicherungen an und hört bei Anfragen der Versorgungsämter noch lange nicht auf !! Anfragen von Gerichten werden gerne zu "Zeugenaussagen" abgewertet, obwohl unser meistens ärztlicher Sachverstand abgefragt wird. Naja - und unsere Standesvertreter reden geschwollen daher. Ipecac ist harmlos dagegen !!
Avatar #1976
am Dienstag, 31. Juli 2012 um 09:15

Igel im Sommerloch der sauren Gurken

Aufgepasst KollegInnen - so, genau nach diesem Muster werden wir als VertragsärztInnen schlecht-geredet, moralisch-verschaukelt und ethisch zu Schmuddelkindern denunziert. So läuft "Gesundheitspolitik" medial ! Erkennen Sie das Muster - lernen Sie daraus - für Ihre eigene Gegenargumentation ! Es lohnt sich für jene Couleur von "Gesundheits"-Politkern ganz offenbar, sich jenes marginalen vertragsärztlichen Miniproblemes anzunehmen, das hier medial so breitgelatscht wird.
Wir in unserem Praxisalltag als Krankenkassenpflichtversicherte betreuende VertragsärztInnen in unserer allerbreitesten Mehrzahl können zwar nur den Kopf über solch "Gesundheits"-Politiker-Getöse schütteln angesichts der Bedeutungslosigkeit derer "großen" Sorgen über unser alltäglich ärztliches Verhalten - nicht ärgern, nur genau beobachten, welche Personen aus welchen Parteien sich auf unsere Kosten so wichtig machen und: eben diese nicht vergessen, ihr Namen merken und ihre Parteien und zu gegebener Zeit daran denken! Diese Menschen, die sich nicht unserer und unserer Patienten wahren Anliegen widmen sind nicht unsere Freunde, sie sind scheinheilige Propheten ! Cave !

Dr. Richard Barabasch
Avatar #104249
am Dienstag, 31. Juli 2012 um 17:13

Da wird so ein Zeug geredet....

...dass man sich über die Wortwahl nur wundern kann. Als ob Patienten grundsätzlich "unmündige" und vor "bösen Ärzten zu schützende" kleine Sensibelchen seien. Und als ob das Anbieten einer mal nicht gesetzlich vorgeschriebenen Leistung automatisch ein "Zerstören" (Bender) oder "Belasten" eines Vertrauensverhältnisses sei (Spahn).

So ist es aber nicht. Patienten sind mündige Bürger und als solche durchaus in der Lage, auch gut dargestellte Angebote abzulehnen. Patienten sind nicht so "unreif", wie derartige Politiker sie aus ideologischen oder populistischen Gründen immer wieder darstellen.

Ich meine, dass viel mehr Ärzte vertriebliche Seminare machen sollten. Vertrieb heißt nämlich vor allem, zuzuhören und auf Wünsche einzugehen. Und nicht "Unterjubeln" (laut Stackelberg). Das tun eher die GKVen bei ihrem halblegalen Verkauf privater Zusatztarife ohne Vermittlerzulassung. Bei mehr vertrieblicher Orientierung wäre manches Arzt-Patienten-Verhältnis bestimmt von mehr Verständnis geprägt (z.B. schon durch weniger lateinische Fachbegriffe...).

Bei derart schrägen Darstellungen von Politikern und Funktionären fragt man sich jedoch, wie Patienten ansonsten im übrigen Alltag so allein zurecht kommen sollten. Kann man es einem Bürger aus so einer Sicht überhaupt noch zumuten, selbst etwas zu kaufen ? Oder womöglich sogar eigene Lebensentscheidungen zu fällen ? Und das womöglich auch noch allein ? Oder müssen nach solchen Vorstellungen nicht alle Menschen grundsätzlich vor selbständigen Entscheidungen "geschützt" werden ? So kommt es einem bei diesen "Bevormundungs-Predigern" immer mehr vor.

Dahinter stehen anscheinend zwei Gleichungen: "Gesetzlich vorgeschrieben = gut und sozial" und "Privat = böse und unsozial". Von GKVen und Grünen erwartet man derartige Tendenzen sowieso (die SPD fehlte in diesem Artikel ausnahmsweise...). Dass aber ein CDU-Politiker wie der Herr Spahn mittlerweile auch "ins gleiche Horn" tutet, sieht stark nach populistischem Stimmenfang im "Lager der Staatsgläubigen" aus. Er meint wohl, das nötig zu haben...

Viele Grüße
S.

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