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am Freitag, 3. August 2012 um 19:23

Patienten­rechtegesetz

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Hausärzte fürchten Bürokratieschub durch das Patienten­rechtegesetz
vom Freitag, 3. August 2012
Das Gesetz paßt gut zur Verlogenheitskultur im deutschen Gesundheitswesen.
Nach diesem Gesetz muß alles, aber auch alles, gut und nachvollziehbar, dokumentiert werden. Wer soll das dann aber bezahlen?
Avatar #103970
am Freitag, 3. August 2012 um 19:23

Patienten­rechtegesetz

Das Gesetz paßt gut zur Verlogenheitskultur im deutschen Gesundheitswesen.
Nach diesem Gesetz muß alles, aber auch alles, gut und nachvollziehbar, dokumentiert werden. Wer soll das dann aber bezahlen?
Avatar #106067
am Sonntag, 5. August 2012 um 11:50

"Gesundheits"-Experten im Bundesrat?

Es war der Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundesrates, der ein Bündel teils weltfremder, teils Ärzte offen diskriminierender "Verbesserungsvorschläge" entwickelt hatte:

1. Wir niedergelassenen Ärztinnen und -ärzte sollen, egal ob GKV-vertragsärztlich oder privatärztlich tätig, dienstverpflichtet werden, alle Behandlungsunterlagen dreimal so lange, wie die bisher vorgeschriebenen 10 Jahre, aufzubewahren - 30 Jahre, selbstverständlich zum Nulltarif.

2. Für "lau" sollen wir unseren Patienten, vermutlich bevor wir anamnestisch erfahren, was eigentlich los ist, eine Patientenquittung ausstellen. Diese solle Diagnosen, erbrachte Leistungen, Therapieempfehlungen und Arzneimittelinformationen enthalten, die der Patient dann über Beipackzettel, Wikipedia, Wikileaks und die Apothekenumschau gegenkontrollieren und mit seinen Nachbarn diskutieren kann.

3. Über die hausarztzentrierte Versorgung soll aufgeklärt werden, b e v o r große Kassen wie z. B. die Barmer GEK ihre bisherige Blockadehaltung gegenüber HzV-Verträgen überhaupt aufgegeben haben.

4. Ein Widerrufsrecht der Versicherten bei Hausarztverträgen soll eingeräumt werden, vergleichbar dem Rücktrittsrecht bei "Haustürverträgen" windiger Versicherungsvertreter. Dabei wird suggeriert, wir würden unsere Patientinnen und Patienten an der Praxistüre abfertigen.

5. Komplette Patienteninformationen künftig auf Verlangen in Schriftform aushändigen zu müssen, würde die Zeit für die persönliche B e t r e u u n g unserer Patienten mindestens halbieren und die Zahl der dann notwendigen Ärzte verdoppeln..

6. Hinsichtlich eigener oder fremder Behandlungsfehler „uneingeschränkt zu informieren“ bedeutet zum einen die Aufhebung des verfassungsrechtlichen Grundsatzes, dass n i e m a n d gezwungen werden kann, sich selbst straf- und zivilrechtlich zu belasten. Zum anderen kann gar nicht über fremde Behandlungsfehler umfassend informiert werden, wenn man als Begutachtender nicht über a l l e Informationen verfügt (Rechtsgrundsatz "audiatur et altera pars").

7. Über mögliche Behandlungsfehler und eventuelle Rechtsfolgen ausgerechnet in Arztpraxen schwadronieren zu wollen, ist als unzulässige Rechtberatung mehr als deplatziert.

Es fehlte eigentlich nur noch das letzte Bundesratsvotum: Patienten, die 2.000 Patientenquittungen über Diagnosen, erbrachte Leistungen, Therapieempfehlungen, Arzneimittelinformationen und -Interaktionen bzw. Dokumentationen von Behandlungsfehlern bei sich zu Hause abgeheftet haben, werden damit automatisch zum Medizinstudium zugelassen.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

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