DÄ plusForenKommentare NewsSchluss mit Verharmlosungen! Eine Beschneidung _IST_ Genitalverstümmelung

Kommentare News

Kommentare News

Alle Kommentare zu Online-News

Avatar #96694
am Mittwoch, 22. August 2012 um 11:15

Tierschutz ist anscheinend strenger

Soweit ich weiss, sind chirurgische Eingriffe ohne Betaeubung bei Tieren verboten. Ich verstehe nicht, warum maennliche Saeuglinge schlechter behandelt werden als Tiere.
Avatar #93082
am Mittwoch, 22. August 2012 um 21:17

einfach nicht nachvollziehbar

Ich verstehe etwas nicht. Wenn ich als Laie eine medizinische Behandlung durchführe, begehe ich eine Straftat. Wenn ein Rabbiner eine Beschneidung vornimmt, dann ist es keine? Darf man als Rabbiner einfach mal so drauf los operieren?
Avatar #106067
am Mittwoch, 22. August 2012 um 21:27

Abgründe, Ängste und der Dammbruch bei rituellen Beschneidungen?

Auch wir Angehörige nichtjüdischer Religionen oder Atheisten haben 4.000 Jahre Erfahrung mit Überlebenstrieb, Fremdenhass und Vernichtungswillen. Sippenhaft und Erbfolgekriegen, Vernichtungsfeldzügen und 'Heiligen Kriegen', Genoziden und Kreuzzügen, Pogromen und Weltkriegen, Atombomben und Napalmfeuer. Wir müssen uns bis heute schämen, dass so viele im verbrecherischen Nazi-Terrorregime mitgemacht haben. Bei systematischer Juden-, Sinti-, Roma-, Homosexuellen-, bekennenden Christen, Linken-, Kommunisten-, Sozialisten- und Sozialdemokraten-Verfolgung und -Vernichtung aktiv beteiligt waren oder auch nur weggeschaut haben.

Aber wir haben Veränderung, Neubesinnung und Verhaltensänderungen gewagt: Demokratie, Freie Wahlen, Selbstbestimmung, Respekt und Achtsamkeit, aber auch Gleichberechtigung, Menschenrechte und das Recht auf Gesundheit bzw. körperliche Unversehrtheit finden im Deutschen Grundgesetz und in der UN-Menschenrechte-Charta der Vereinten Nationen ihren Niederschlag.

Der eigentliche Grund für den Berlin-Besuch des Oberrabbiners des Staates Israel, Yona Metzger, ist die nackte Angst: A n g s t vor einem Dammbruch in a l l e n fortschrittlichen, aufgeklärten, säkularisierten, demokratischen Ländern Europas mit einer unabhängigen Gerichtsbarkeit. Die selbstverständlich die Freiheit der Religionsausübung für Alle schützen, aber gleichzeitig rituelle Körperverletzungen und systematische Kindesmisshandlungen im Gesetzesauftrag verhindern müssen.

Bei den offiziellen Verlautbarungen, nicht nur des Oberrabbiners Y. Metzger, tun sich Abgründe auf! Als 'pars pro toto': Der Vorschlag einer neuen medizinischen Grundausbildung für Beschneider durch "Mediziner der Berliner Universität" belegt doch nur, dass diese entgegen allen öffentlichen Beteuerungen bei den 'Mohelim' bisher nicht vorhanden war.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM (z.Zt. Urlaub in Südtirol/Alto Adige)
Avatar #108046
am Donnerstag, 23. August 2012 um 09:13

Tierschtz bei Hunden (aus wikipedia, gekürzt):

In vielen Ländern Europas ist das Kupieren bei Hunden mittlerweile verboten, in der Schweiz seit 1997, in Deutschland seit 1987 (Ohren) und 1998 (Schwanz), in Österreich seit 2000.
Zitat: "Das Kupieren der Ohren eines Dobermann fügt dem Tier langanhaltende Schmerzen zu, die nicht auf einem vernünftigen Grund beruhen. Die Maßnahme ist deshalb tierschutzwidrig und strafbar. Dies gilt auch dann, wenn der Eingriff an den Ohren nicht in Deutschland, sondern im Ausland vorgenommen wurde, wo dies noch erlaubt ist. Denn wer seinen Hund nur deshalb kurzfristig ins Ausland bringt, um dort die Ohren kupieren zu lassen, macht sich strafbar, weil der Hund die Schmerzen nicht nur unmittelbar beim Eingriff hat. Diese Schmerzen dauern vielmehr noch mehrere Wochen während der Nachbehandlung (2-4 Wochen) an. Ein vernünftiger Grund für das Kupieren der Ohren liegt im Sinne des Tierschutzgesetzes nicht vor (AG Neunkirchen, Az. 19.536/93)."
Das Kupieren der Rute bei Hunden wird in einem Alter von 1–3 Tagen vorgenom-men, heutzutage meist unter Vollnarkose. Durch wissenschaftliche Untersuchungen wurde die Behauptung widerlegt, dass sehr junge Hunde keine Schmerzen hätten (wenn dies ohne Narkose durchgeführt wird). Danach empfinden neugeborene Hunde Schmerzen wesentlich stärker als ausgewachsene Hunde. … Bei älteren Hunden ist das Kupieren des Schwanzes ein weitaus aufwändigeres Operationsverfahren. Es bedarf neben einer adäquaten Schmerz- oft auch einer auf den Eingriff folgenden Antibiotikatherapie.

So, noch mal zur Erinnerung die wichtigsten Stichpunkte: Vollnarkose, langanhaltender Schmerz, Schmerzempfinden neugeborener Hunde stärker als bei älteren Hunden, aufwändigeres OP-Verfahren bei älteren Hunden

Noch Fragen?
Avatar #99598
am Donnerstag, 23. August 2012 um 12:06

Schluss mit Verharmlosungen! Eine Beschneidung _IST_ Genitalverstümmelung

Ich freue mich über die Diskussion hier, die unter dem Gesichtspunkt der Menschlichkeit, unter dem Gesichtspunkt der medizinisch-biologischen, psychologischen und traumtologischen Aspekte, aber auch unter dem Gesichtspunkt der kulturellen und historischen Fakten mittlerweile hoch qualifiziert geführt wird! Und dafür danke ich allen Beitragenden!

Ich möchte aber noch auf den sprachlichen Gesichtspunkt hinweisen:
In der Politik aber auch der Wirtschaft erleben wir seit den vergangenen 25 Jahren eine absichtliche und gezielte Verfälschung von Wortbedeutungen und Erschaffung von neuen Begrifflichkeiten, ganz ähnlich wie in Orwells 1984 und mit ziemlich der gleichen Absicht: Der Manipulation und Machtausübung. So gibt es ein Null- oder sogar ein Minus-Wachstum, eine „Alternativlosigkeit” usw.

In der Diskussion um die weitere Duldung des rechtlich unhaltbaren Zustandes betr. Circumcision bei Männern und männlichen Kindern wird ständig auch der Begriff „Beschneidung” verwendet. Und weil wir uns an diesen harmlos klingenden Begriff im Zusammenhang mit „chirurgisch harmlosen Eingriff” gewöhnt haben, sehen wir es emotional als etwas ganz Übliches und Normales an.
Merkwürdig und unstimmig ist dabei, dass die weibliche Genitalverstümmelung ebenfalls früher genau so verharmlosend als Beschneidung bezeichnet worden ist. Die internationale Ächtung (die sich leider immer noch nicht überall durchgesetzt hat), begann aber erst, als sich zunehmend der begriff „Genitalverstümmelung” durchzusetzen begann. Denn nur dieser Begriff beschreibt genügend brutal anschaulich das, was wirklich geschieht.

Ich rege an, analog dazu ab sofort ebenfalls die Begrifflichkeit »männliche Genitalverstümmelung« zu verwenden. Denn erst wenn möglichst viele Menschen verstehen, was wirklich geschieht, wird eine Änderung der Verhältnisse möglich!

Clemens M. Hürten - Lebenslust jetzt! - Rottweil

Letzte Beiträge zu diesem Thema

Zusatzinfos