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Avatar #99598
am Dienstag, 28. August 2012 um 21:29

Nichts Verwunderliches! - Männer weinen nicht!

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Umfrage: Frauen nehmen häufiger psychologische Hilfe in Anspruch
vom Dienstag, 28. August 2012
Auch heutzutage bekommen kleine Jungs eingeschärft, dass sie ein ihrer Geschlechtsidentität entsprechendes Verhalten zeigen müssen: Jungs weinen nicht! Und Männer erst Recht nicht!

Die beiden stärksten Beleidigungen gegenüber Jungen und Männern sind die Worte „Schwul” und „Opfer”. In beiden Fällen liegt der Beschämung und der Entwertung zu Grunde, dass mit diesen Worten auch eine schwache Haltung beschrieben sei, die eben nicht die geschlechtsspezifischen Erwartungen des gesellschaftlichen Umfelds erfüllt.

Ich habe einige Monate in einer psychosomatischen Klinik zugebracht. In der Akut-Abteilung mit vorwiegend depressiven Patienten gab es noch einen Männeranteil von 20% bis 25%. Hier saßen Männer, die wirklich im Zusammenbruch waren und gekämpft hatten bis zum Letzten! Vorher waren sie nicht bereit, Hilfe anzunehmen! Allerdings liegt meist einer Depression eine tiefere Ursache zu Grunde. Die ist dann Gegenstand ambulanter Therapie oder wird bei heftigeren Problematiken ein Thema eines zweiten stationären Aufenthalts. In der Abteilung zur Bearbeitung struktureller Störungsbilder dieser Klinik waren folgerichtig nur noch unter 3% bis 5% Männer zu finden.

Ich nehme an, dass die meisten Männer nach Verlassen der Akutabteilung aus purer Existenzangst schleunigst wieder an ihre Arbeitsplätze zurück gekehrt sind! Bei den Patientinnen der anderen Abteilung war der Anteil von nicht erwerbstätigen Frauen fast bei 50%. Während also ihre Männer weiter das Geld verdienten, konnten Frauen unter deren Schutz die nötige Hilfe in Anspruch nehmen.
Die umgekehrte Situation ist ziemlich selten! (Und ehe mir wieder etwas unterstellt wird: Nein, ich bin nicht frauenfeindlich oder neide den Frauen die Inanspruchnahme von Therapie. Ich beschreibe nur, was ich erlebt habe.) Da aber Angst und Unsicherheit in den letzten Jahren deutlich zugenommen haben und die kommenden Auswirkungen der Spekulation und Korruption in Hochfinanz und Politik auf uns zukommen werden, sehe ich eine Verschärfung dieser Situation. Ich befürchte, dass künftig noch mehr Männer zusammen brechen werden, weil sie aus Angst nicht rechtzeitig genug Hilfe in Anspruch genommen haben.
Übrigens war auch ich damals einer dieser Männer: Statt der alten Indianer-Weisheit zu folgen: „Wenn dein Pferd tot ist, steig ab!” habe ich weiter gekämpft bis in BurnOut und Depression.

Als Abhilfe rate ich, alle Anstrengungen in die Prävention und gesundheitliche Aufklärung zu legen. Zudem wünsche ich mir, dass Psychotherapeuten nicht länger so tun, als müssten sie keinesfalls in systemisch-therapeutischem Sinne sich mit den Haupt-Ursachen für psychische Probleme auseinander setzen und zu Gunsten ihrer Patienten Partei ergreifen. Es wird Zeit, dass auch im Rahmen von Psychotherapie die psychosozialen Strukturen berücksichtigt werden, die die Menschen erkranken lassen oder gar deren Erkrankung billigend in Kauf nimmt, um des Profits wegen! Hier brauchen wir klare Kritik und mehr öffentliche Stellungnahmen der Psychotherapeuten und klare Parteinahme zu Gunsten ihrer Patienten statt eines „Abstinenzgebot”.

Clemens M. Hürten - Lebenslust jetzt! - Rottweil
Avatar #87388
am Mittwoch, 29. August 2012 um 13:59

Ich nehme an, dass die meisten Männer nach Verlassen der Akutabteilung aus purer Existenzangst schle

nehme ich auch an. Schon, um der Pogromstimmung zu entgehen, die seitens der Regierung gezielt gegen Arbeitslose geschürt wird, um davon abzulenken, daß die wahren schuldigen im Vorstand diverser banken zu suchen sind.
Das schlimmste, was dem Menschen heute passieren kann, ist bekanntlich der Verlust des heiligsten wo er hat: den Arbeitsplatz. Keine Flachbildfernseher mehr, keine Mittelklassewagen, keine fernreisen in die Domrep und natürlich der Super-GAU: Die Unfähigkeit, auch weiterhin die Raten für das Eigenheim zu bezahlen.
Hinzu kommt die Stigmatisierung, denn die Arbeitslosen sind die Juden des neuen Jahrtausends.

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