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Avatar #115425
am Dienstag, 25. September 2012 um 16:22

Bei Mehrfacherkrankungen sind die Kriterien der Nutzenbewertung

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Pharmaverband will den Nutzen von Arzneimitteln in den Mittelpunkt stellen
vom Montag, 24. September 2012
Es wird höchste Zeit, dass bei der Nutzenbewertung auch die Nebenwirkungen mit einbezogen werden. Es ist für viele Patienten ein riesiger Unterschied, ob ein Medikament die Niere belastet oder den Darm. Jüngstes Beispiel: "Linagliptin" im Vergleich zu "Metformin" (Antidiabetika). Für mich wäre Linagliptin das berühmte "Mittel der Wahl", wie es Ärzte so schön formulieren. Verständlicherweise hat Böhringer-Ingelheim das Mittel vorerst nicht auf den Markt gebracht, jedoch eine erneute Nutzenbewertung beantragt.

Das für mich gravierendste Beispiel war "Pioglitazon". Die Begründung, Patienten mit Typ II Diabetes könnten auf Insuling eingestellt werden (Lt. G-BA). Zwar sei eine Unterzuckerung ein patientenrelevantes Ereignis, aber für die richtige Einstellung wären die Patienten ja geschult. Für mich hieße dies: Einen Fehler und ich bin tot oder hospitalisiert. In meinen Augen war diese Entscheidung schlicht kriminell. Auf Antrag wurde mir beim 2. Anlauf eine Kostenerstattung der Krankenkasse zugesagt. Zwar bin ich jetzt auf Januvia = Sitagliptin einegestellt weil wir auch den leisesten Verdacht auf medikamentenbedingte Wasseransammlungen im Körper vermeiden wollen (wir: Internist und ich), jedoch geht es auf die Nieren (Insuffiezienzstufe III).

Auch beim berühmten "Sortis" - Atorvastatin - wurde mit Simvastatin verglichen. Beide für 80 mg zugelassen, jedoch ist Atorvastatin zwei- bis dreimal so wirksam. Dies wurde allerdings beim Arbeitspapier des IQWiG nicht erwähnt, sondern nur die verständlicherweise höheren Nebenwirkungen bei Sortis in der Höchstmedikation in den Vordergrund gestellt. Atorvastatin gibt es mittlerweile als Generika unter Festpreis. Zwar ist vom BSG die Festpreisbindung nicht beanstandet worden, mittlerweile gibt es aber ein Urteil, wonach die GKV in einem Fall die Mehrkosten übernehmen muß. Als Patient bräuchte man ständig einen Anwalt für Medizinrecht.

Ich habe mir vorgenommen, beim nächstenmal "der Einfachheit halber" gleich strafrechtliche Schritte einzuleiten.

Ich habe allerdings die Hoffnung, dass es bald einen Konsens gibt zwischen Pharmaindustrie und GKV und nicht das "Wi" so stark im Vordergrund steht, dass ich mich fragen muss: Wieviel ist ein Menschenleben wert?

Bei der letzten Frage hat mich der G-BA leider sehr skeptisch werden lassen.
Avatar #115425
am Dienstag, 25. September 2012 um 16:27

Bei Mehracherkrankungen sind die Kriterien der Nutzenbewertung

Soll heißen: Bei Mehrfacherkrankungen sind die Kriterien der Nutzenbewertung
f a l s c h! Das Wort "falsch" wurde durch den "Fettdruck" "verschluckt".

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