DÄ plusForenKommentare Newsder Vergleich ist schon ganz gut

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Avatar #87388
am Mittwoch, 14. November 2012 um 20:57

PiA müssen ein Praxisjahr in psychiatrischen oder psychosomatischen Krankenhäusern absolvieren und w

Kommentar zur Nachricht
Bundesweite Proteste der Psychotherapeuten in Ausbildung
vom Mittwoch, 14. November 2012
Sie gleichen also den Medizinstudenten im Praktischen Jahr. Nur daß letztere nicht den Mut haben, auf die Straße zu gehen.
Avatar #658925
am Mittwoch, 14. November 2012 um 21:32

Wollte das mal richtig stellen

Der Vergleich mit dem Medizinstudenten ist inkorrekt. PiA's haben das Studium bereits abgeschlossen (und während des Studiums schon ein unbezahltes Praktikum gemacht). Das Praktikum während der PiA-Zeit ist somit ein zusätzliches unbezahltes Jahr im Rahmen der Psy­cho­thera­peuten­aus­bildung. Wäre insofern vergleichbar mit einem Arzt, der nach der Approbation nochmal ein Jahr umsonst arbeiten würde.
Avatar #658277
am Donnerstag, 15. November 2012 um 14:22

der Vergleich ist schon ganz gut

Was noch zum Studium zählt, und was nicht, ist ja im Wesentlichen Definitionssache.
Fakt ist jedenfalls, dass Mediziner_innen nach fünf Jahren Uni und einem fetten Examen ein Jahr lang voll - und vollkommen für umsonst - in Krankenhäusern arbeiten.
Ob das noch als ein Teil des Studiums definiert wird oder nicht (was letztendlich eine Formalie ist), ändert an den Tatsachen nichts.
Und natürlich machen auch Medizinstudierende während des Studiums unbezahlte Praktika.

Vielleicht ist ja einer der Gründe (der Hauptgrund?), das PJ der Mediziner_innen offiziell noch zum Studium zu zählen - obwohl die betreffenden Personen meist voll mitarbeiten - genau der, dass dann, wie das ja auch bisher der Fall war, viel leichter akzeptiert wird, dass man das ohne jegliche finanzielle Gegenleistung machen muss?
Avatar #658950
am Donnerstag, 15. November 2012 um 15:38

Der Vergleich ist fast gut...

...wenn dabei nicht die immensen Ausbildungskosten, die Psychotherapeuten in Ausbildung (PiA) selbst tragen müssen, unter den Tisch fallen würden. Ein PiA muss hingegen monatlich (!) 300-600 € für die theoretische Ausbildung zahlen - Kosten, die ein angehender PJler während seines Studiums nicht oder nur geringfügig (Studiengebühren) hat. Stellen Sie sich vor, ein Medizinstudent sollte während seines PJs monatlich diese Summe (zusätzlich zu seinen Lebenshaltungskosten) aufbringen - er würde zu recht einwenden, dass das schlicht unmöglich ist, hat er doch mit dem PJ eine unbezahlte Vollzeitstelle. Es blieben nur drei Möglichkeiten: reiche Eltern (Selektion!), eine Kredit aufnehmen oder einen weiteren, bezahlten Job annehmen.

Und genau das ist die Situation der meisten PIAs.
Avatar #87388
am Donnerstag, 15. November 2012 um 15:43

PJ ist grundgesetzwidrig

Die PiA haben das Studium der Psychologie abgeschlossen. Aber nicht jeder Psychologe will ja Therapeut werden. Man wird also nicht gezwungen, als PiA zu arbeiten. Ohne PJ hingegen bekommt man nicht mal das medizinische Staatsexamen. Eigentlich ist das PJ grundgesetzwidrig, weil laut Art 12 Zwangsarbeit verboten ist. Daß seitens der Ärztekammer etwas dagegen unternommen wird, ist nicht zu erwarten, denn der Engländer hielt ja schon die AiP-Zeit für eine "große Chance für junge Mediziner."

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