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Avatar #90058
am Montag, 11. Februar 2013 um 06:13

Selber Schuld

Kommentar zur Nachricht
Kleine Krankenhäuser kämpfen mit Bewerbermangel für offene Stellen
vom Freitag, 8. Februar 2013
Ich lach mich kaput es kommen wohl keine Russen mehr ?
Avatar #662238
am Montag, 11. Februar 2013 um 21:01

Nö...

... Fakt ist, dass mindestens 20% der Krankenhäuser in Deutschland überflüssig sind! D.h. sie können sofort morgen dicht gemacht werden.
Fakt ist, dass Deutschland einsamer Weltmeister in jährlichen Arzt-Patienten-Kontakten ist! D.h. es gibt zum einen ein massives Überangebot an Dienstleistern, welches sich seine Nachfrage selbst schafft, und zum anderen eine komplette Fehleinschätzung von der Wertigkeit ärztlicher (und pflegerischer, etc.) Tätigkeiten.
Fakt ist, vieles, sehr vieles, was in anderen Ländern Pfleger oder andere nichtärztliche Berufsgruppen machen, wird in Deutschland von Ärzten gemacht, also
NEIN zu noch mehr Studienplätzen in Medizin.
JA zur "Substitution ärztlicher Tätigkeit".
JA zum Kostenerstattungssystem in der gesetzlichen Krankenkasse, will sagen, der Patient bekommt die Rechnung vom Arzt und zahlt diese auch an ihn. Das Geld holt sich der Versicherte von seiner Versicherung.
JA zu Kliniks- und Praxisschließungen, denn nur diese verhindern effektiv überflüssige Behandlungen und Operationen.
Avatar #109757
am Montag, 11. Februar 2013 um 21:04

ein bis fünf Bewerber pro Stelle...

ein bis fünf Bewerber pro Stelle klingt ja jetzt noch nicht so gravierend.
Aber für mich nicht im geringsten wunderlich:
1. Dass es Besetzungsprobleme gibt, ist weitläufig genug bekannt,
2. dennoch mit reduzierten Besetzungen Volllast stemmen müssen (kaufmännischer Leitung und sozialer Verpflichtung sei dank)? - unattraktiv.
3. Großer Umzug, Aufgabe von Freundes- und Bekanntenkreisen nach dem Studium, oder während/nach der FA Ausbildung? unattraktiv
4. Infrastruktur, Kulturangebot, Parnersuche auf dem Land? Unattraktiv.
5. Nach dem großen Umzug erst mal Abhängigkeit von den 2-3 noch realistisch mit dem Auto erreichbaren Häusern in der Umgebung falls die Arbeitsbedingungen an der ersten Stelle scheiße sind: unattraktiv
6. Bezahlung? Nicht anders als in der Großstadt - auch kein Grund.
7. Weiterbildungsbedingungen besser als in der Stadt? - nicht selten aufgrund des Mißverhältnisses von Arbeitsaufkommen zu Arbeitszeit ist die "strukturierte Weiterbildung" etwas, was man im Katalog steht und was "leider derzeit nicht erfüllt werden kann". - unattraktiv.
8. Arbeitsbedingungen? Labil, da Stellen schlecht nachzubesetzen sind und dann plötzlich das Arbeitsaufkommen explodieren kann, wenn mal 2 Kollegen gekündigt haben - unattraktiv.
(...) da könnte ich derzeit sicher noch ne Weile weitermachen.

Langfristig, mit Kindern, wenn man sich nochmal entwurzeln will und man wert auf große eigene Immobilie legt. Denkbarer. Aber im Moment genießt sich die Möglichkeiten der Großstadt bei vergleichbarem Gehalt, sicheren Arbeitsbedingungen und dem Wissen: Wenns blöd läuft, gibt es 8 andere Kliniken, die meine Weiterbildung weiterführen könnten, halt dann 3 oder 7 U-Bahn-Stationen entfernt und nicht 5.

Ich glaube nicht, dass die Lösung für unattraktive Arbeitsplätze ist "mehr Leute ausbilden, die den (pardon) Drecksjob dann machen *müssen*", sondern Strukturen zu schaffen, die ansprechend sind, sowohl für Anfänger als auch Fachärzte - und die Bedingungen müssen zwangsweise besser sein als die in den großen Städten, um die schlechteren Infrastruktur- und Umgebungsbedingungen auszugleichen. Sehe ich in unserer Krankenhaus-, -Kassen- und Strukturlandschaft derzeit aber leider nicht auf den Erwartungshorizont rücken.

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