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Avatar #1976
am Freitag, 5. April 2013 um 11:35

"Gesundheits"-Kosten

Kommentar zur Nachricht
Gesundheit kostet fast 300 Milliarden Euro im Jahr
vom Donnerstag, 4. April 2013
Aber so ein Schmarr'n ! Das sind doch keine Kosten für Gesundheit, sondern für Krankheit und das Kranke, ja sogar: Perfide an der Meldung ist die Denke, die dahinter steckt: die Illusionsvermittlung, dass all das ganze Geld von 300 Milliarden für Gesundheit ausgegeben würde: Es wird FÜR BESTEHENDE und ganz reale und faktische KRANKEIT ausgegeben - die möglicherweise in Heilung übergehen soll und in Gesundung - aber das ist doch weiß Gott ganz was anderes als "Gesundheits-Kosten". Diese wären Kosten für Praevention ZUR VERMEIDUNG von möglicherweise entstehender Krankheit und Erhaltung einer Gesundheit. Was malen denn Menschen, die von 300 Milliarden "Gesundheitskosten" sprechen für völlig falsche Bilder in den Köpfen der unkritischen Leser solcher Meldung ! Es geht unzweifelhaft um Kosten für ausschließlich Krankeheit und sonst gar nichts ! Und das ist eine verheerende Meldung und ein wesentlich anderes Szenario - auch wenn "man" im Sprachgebrauch eben so lax und falschmeldend mit dieser Zahl und der dahinterstehenden Realtität und Faktenlage umgeht . . . , weil's halt so "üblich" ist - keinesfalls aber normal,
meint
Richard Barabasch
Avatar #106067
am Samstag, 6. April 2013 um 12:13

Was die Zahlen von "destatis.de" verschweigen

Das Statistische Bundesamt (www.destatis.de) gibt vom Säugling bis zum Greis mit oder ohne Migrationshintergrund als d u r c h s c h n i t t l i c h e Krankheits- u n d Gesundheitsausgaben pro Kopf 3.590 € für das Jahr 2011 an. Dabei werden z. B. der OTC-Markt frei verkäuflicher Medikamente, allgemeine Prävention und Gesundheitsförderungsausgaben mit eingerechnet. Die "Milchmädchenrechnung" beginnt allerdings schon mit den A u s g a b e n für die gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung (GKV). Auf diese entfielen angeblich 168,5 Milliarden € - mit 57 Prozent der größte Anteil an den Gesamtausgaben. Doch wird verschwiegen, dass die K o s t e n für GKV-Versicherte und Arbeitgeber wesentlich h ö h e r lagen. Denn aktuell werden beim Gesundheitsfonds und den GKV-Kassen Guthaben in Höhe von 28,4 Milliarden € gebunkert. Höchste Zeit, den GKV-Beitragssatz zu senken!

Noch etwas fällt auf: Wenn man davon ausgeht, dass nur 50 Prozent a l l e r Einwohner in 2011 über vier Quartale Hausärzte in Anspruch genommen haben, deren Orientierungsfallwerte z. B. in meiner KV-Westfalen-Lippe in 4/2012 pro Quartal zwischen 39,42 € (Kinder bis 5 Jahre), 32,72 € (6 bis 59 Jahre) und 42,09 € (ab 60 Jahre) gelegen haben, entspricht der Anteil der kompletten hausärztlichen Versorgung und Vergütung durchschnittlich nur 2,2 Prozent von den insgesamt geleisteten Gesundheitsausgaben.

Und da wundern sich Gesundheitspolitiker, Gesundheitsökonomen, Medien und Öffentlichkeit noch, das nun bald k e i n einziger der ausgebildeten Ärztinnen und Ärzte in Deutschland mehr den Beruf des Hausarztes ergreifen und sich als Vertragsarzt niederlassen will?

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

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