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am Montag, 8. April 2013 um 22:57

Eine menschenverachtende Diskussion ist das hier...

…denn es scheint hier nur um Nachweise, Statistiken, Zahlen und Forschungsergebnisse zu gehen.
In Wirklichkeit geht es neben dem körperlichen Schaden (Genitalverstümmelung / Körperverletzung!) um die psychische Schädigung des Kindes. Wer diese psychische Schädigung in Abrede stellt, sollte als erstes mal die beiden Bücher:
»Das Geheimnis der ersten neun Monate« und »Jedes Kind ist hochbegabt« von Gerald Hüther lesen und vor allem beim Lesen HINEIN FÜHLEN.

Ein Baby kann sich nur dann gesund entwickeln, wenn sein Urvertrauen in seine Umgebung und in seine eigene Sicherheit gestärkt wird. Statt dessen wird genau dieses Urvertrauen irreparabel geschädigt! In einem Entwicklungszeitpunkt, wo es sein eigens ICH noch gar nicht begreifen konnte, wo es folglich nicht über sich selbst und seine Beziehungen zur Umgebung nachdenken kann, erfolgt diese grausame Verstümmelung, dieser entsetzliche Schmerz! Es kann diesen Schmerz nicht einordnen und nicht verarbeiten. Dafür stehen eben keine „Verarbeitungskapazitäten” zur Verfügung. Und genau das ist die Definition einer psychischen Traumatisierung!
Wächst das Kind heran, kann es nicht von diesem Trauma berichten, denn es konnte damals die Geschehnisse nicht verarbeiten, die Sprache war noch nicht entwickelt. Aber das Urvertrauen ist beschädigt und die positive Erwartungshaltung an seine Umgebung und seine Zukunft ist massiv und zutiefst verletzt worden.

Zudem besteht eine große Wahrscheinlichkeit, dass diese Traumatisierung nicht nur kognitiv sondern auch durch entsprechende neuronale Ausformungen des Gehirns gespeichert worden sind, wie Hirnforscher wie z.B. Gerald Hüther und viele andere inzwischen beweisen konnten.

Wer solche Überlegungen einfach beiseite schiebt und weiter macht mit den Genitalverstümmelungen, als wäre nichts geschehen, dem gehört die Approbation entzogen - auch wenn das Gesetz ihm scheinbar Recht gibt.

Das „Beschneidungsgesetz”
—verstößt gegen das ärztliche Gebot „Primum non nocere”
—es verstößt gegen die Regel, an einwilligungsunfähigen Menschen keine medizinisch nicht indizierten Eingriffe vornehmen zu dürfen,
—es verstößt gegen das Grundgesetz betr. der körperlichen Unversehrtheit,
—es verstößt gegen die internationale Charta der Menschenrechte
—und es verstößt gegen die Konvention über die Rechte von Kinder und Jugendlichen.

Aber von der deutschen Regierung, gleich unter welcher Partei, bin ich schon seit den Notstandsgesetzen und Baader-Meinhof gewohnt, dass sie Grundrechte und Menschenrechte mit Füßen treten!

Bleibt noch der menschliche Aspekt: Wenigstens das Mitgefühl sollte doch verhindern, dass Babys so etwas angetan wird! Aber Gefühle sind wohl bei vielen Ärzten, die die männliche Genitalverstümmelung aus nicht-medizinischen Gründen durchführen, offensichtlich Nebensache: Hauptsache die Kasse stimmt!

Stand nicht vor Kurzem noch im Ärzteblatt, dass doch die menschliche Beziehung und Zuwendung zum Patienten wesentlich für Behandlungserfolge sei? Vor dem hier diskutierten Hintergrund erscheinen mir solche Beteuerungen als Heuchlerei und Scheinheiligkeit.

Hatte nicht damals im Herbst 2012 ein Arzt unter dem Pseudonym Pullmonalis öffentlich hier im Kommentar eingestanden, die Krankenkassen mit falsch diagnostizierter Phimose bescheißen zu wollen, denn das sei doch offensichtlich allgemein übliche Praxis???

Teile der Ärzteschaft sind offensichtlich schon genau so korrupt und geldgeil, wie die Herrschaften in Politik oder Hochfinanz.

Clemens M. Hürten — Lebenslust jetzt! — Rottweil