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Avatar #99598
am Montag, 8. April 2013 um 23:07

Nanu? Kein Aufschrei der Ärzteschaft???

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Arbeitsagentur will erkrankte Hartz-IV-Empfänger kontrollieren
vom Montag, 8. April 2013
Im Klartext: Immerhin werden doch hier die Ärzte von Sachbearbeitern des Jobcenters (auf Anweisung des Bundesarbeitsministeriums) unter Generalverdacht gestellt, falsche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen auszustellen!

Und das Beste: Ein Sachbearbeiter scheint dann wohl in der Lage zu sein, die Situation besser diagnostizieren zu können, wie die die AU ausstellenden Ärzte. Immerhin zweifeln die Sachbearbeiter die Richtigkeit einer Diagnose an und das ist nichts anderes, als ebenfalls zu diagnostizieren!

Wo bleiben denn jetzt die markigen Protestsprüche der Ärztekammern? Wo bleibt der Hartmannbund, der Marburger Bund…? NICHTS! nichts ist zu hören als Reaktion auf diese Entwertung ärztlicher Arbeit, als Reaktion auf den Generalverdacht von Falschbeurkundung!

Liebe Ärzte, ich versteh euch manchmal einfach nicht!

Clemens M. Hürten — Lebenslust jetzt! — Rottweil
Avatar #88255
am Dienstag, 9. April 2013 um 10:07

Warum ein Aufschrei?

Wir wissen doch alle, dass die Hausärzte bei solchen Entscheidungen nicht frei sind: kriegt der Patient den begehrten gelben Schein nicht, geht er eben zu einem anderen Arzt, und er bleibt bei dem, der ihm gibt, was er will. Ich glaube, manch ein Hausarzt ist bei manchen Patienten ganz froh darüber, dass ihm die Entscheidung aus der Hand genommen wird. Schließlich hat auch ein niedergelassener Arzt keinen Spaß daran, erkennbar wenig beeinträchtigte Patienten krank zu schreiben, nur damit sie nicht abwandern. Ja, aller politischen Korrektheit zum Trotz, es gibt diese Drückeberger. Nicht alle sind es, aber auch nicht gerade nur Einzelfälle.
Avatar #624602
am Freitag, 19. April 2013 um 14:07

Drei oder Mehr-Klassen Medizin.

Warum wir einen Aufschrei brauchen?

Schon wieder gehen wir in die Richtung einer Mehrklassen Medizin.
Nach dem der Molkereizulieferer Satro in Lippstadt den Arzten vorgeschlagen hat ihre Arbeiter doch halb krank zu schreiben, so dass diese noch eventuell an Schonarbeitsplätzen arbeiten können. Soll die Ärzteschaft jetzt auch noch keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen für Arbeitslose ausstellen, die mindestens drei Stunden am Tag arbeiten können. Diese drei Stunden werden sicher nicht zur Genesung des Arbeitslosen beitragen, aber diese Schikane kann man ja Zwangsarbeitslosen ja ruhig zutrauen. Die Ärzte müssen also nun immer fragen ob ein Patient arbeitslos ist oder nicht. Je nach dem darf oder darf er keine Arbeitunfähigkeitsbescheinigung ausstellen.
Auch soll es jetzt SachbeabeiterInnen erlaubt sein Verdachtsdiagnosen zu stellen, auf deren Grundlage der MDK eingeschalten werden soll.
Ich finde es auch eine Unverschämtheit, dass man wegen einigen wenigen "Blaumachern" gleich alle chronisch kranken Arbeitslosen, alle Arbeitslosen die sich mal mit der/dem SachbearbeiterIn nicht verstehen und zum Beispiel auch psychisch kranke Patienten, die Angst haben vor Besuchen im Arbeitsamt dazu zu zwingen sich beim MDK vorzustellen. Dies kostet eine Unmenge von Geld und dieses Geld geht für die Behandlung der Patienten verloren.
Wie soll der MDK auch feststellen, ob der Pateint am Freitag Diarrhoe hatte oder nicht. Auf jeden Fall bekommt er aber sein Geld für eine Diagnose die sich auf der Diagnose des behandelnden Arztes stützt.
Auch ist es eine Frechheit, einem Arbeitslosen die Bezüge zu kürzen, wenn sein behandelnder Arzt feststellt, dass er krank ist und nicht arbeiten kann und ein MDK-Arzt, dann das Gegenteil behauptet. Woher soll der Arbeitslose wissen, dass er doch nicht arbeitunfähig ist. Der Arbeitslose wird für eine eventuelle Fehldiagnose des behandelnden Arztes bestraft.
Aber dass ist nicht alles, auch die behandelnden Ärzte könnten eventuell bestraft werden, wenn sie nicht die Mehrklassenmedizin anwenden und Arbeitslose nicht anders behandeln als Menschen mit Arbeit.
Und deshalb sollten die Ärzteverbände, das Ärtzeblatt und die Kammern darüber informieren und wenn nötig einen "Aufschrei" los lassen.

K. Wallmann
Arzt

Avatar #105076
am Dienstag, 28. Mai 2013 um 15:15

MDK = Medizinischer Dienst der KrankenVERSICHERUNG

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