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am Freitag, 17. Mai 2013 um 19:07

Typisch für das heute übliche Qualitäts-Zertifikatswesen...

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Betrugsprozess um PIP-Brustimplantate beendet
vom Freitag, 17. Mai 2013
Zitat Ende des Artikels: Der TÜV sieht sich selbst als Opfer eines gezielten Betrugs und argumentiert, seine Aufgabe sei es lediglich gewesen, den Herstellungsprozess zu kontrollieren und nicht die Produkte selbst.

Schon bei Einführung der QM-Zertifizierung nach DIN / ISO 9000 haben wir uns (damals war ich noch in der Industrie-Elektronik tätig) darüber amüsiert, dass mit den sau-teuren und aufwendigen Zertifizierungsverfahren nur ein bestimmter Fertigungsablauf und dessen Toleranzen festgeschrieben und dokumentiert wird. Und bei den Zertifzierungen im Gesundheitswesen sieht es ganz genau so aus, denn hier hat man den QM-Blödsinn einfach aus der Industrie übernommen. Genau so hat man ja auch REFA-Methoden und die „Arbeitszeitverdichtung” aus der industriellen Fertigung ins Gesundheitswesen übernommen, ohne zu berücksichtigen, dass es hier nicht um eine Produktion, sondern um Menschen geht!
Man kann also die Produktion von „völlig schrägen” Produkten QM-zertifizieren lassen und jeder Käufer glaubt, er hätte durch das QM-Zertifikat die Sicherheit, ein qualitativ besonders hochwertiges Produkt zu kaufen. Die Äußerung des TÜV bestätigt diese Problematik und gesteht damit zugleich de facto ein, dass QM wie es bis heute leider üblich ist, völlig wertlos ist und keinen Gewinn für die Kunden oder Patienten bedeutet. QM und Zertifizierung so wie sie heute betrieben werden, ist für alle Beteiligten ein Verlust (außer für den Zertifizierer), weil die Zertifizierung sau-teuer ist und letztlich über die Kassenleistungen finanziert wird. Zudem bindet der ganze Dokumentationsaufwand unsinnig Arbeitskraft, die sonst dem Patienten zu Gute kommen könnte.

Die als Folge davon entstehende Dokumentationswut und der Bürokratismus frisst immer mehr wertvolle Zeit, die dem Patienten verloren geht. Zudem kann der bürokratische Arbeitsaufwand meist nicht in eine entsprechende Vergütung umgewandelt werden, sodass weitere Schaden bei den Ärzten, Therapeuten, Pflegekräften und Kliniken entsteht.

Wann führt man endlich ein QM ein, das wirklich zu einer Qualitätssicherung und Verbesserung führt und zudem derart einfach und transparent gehalten wird, dass auch der Laie (Patient) versteht, wie die hohe Qualität gesichert wird und welches Maß an Qualität erreicht wird???
In der Psychotherapie ist der Basler Stundenbogen bekannt. Wenn man ihn in vereinfachter Form konsequent anwenden würde, hätte jede Psychotherapeutische Praxis ein von den Klienten bestätigtes und erstelltes Zertifikat, das sich selbstständig aktualisiert und von jedermann verstanden wird und ggfs. auf Richtigkeit nachprüfbar ist.
In meiner Beratung und Therapie nutze ich so etwas schon seit März 2011 und brauche keinen TÜV oder sonstwas dazu!

Clemens M. Hürten — Lebenslust jetzt! — Rottweil

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