am Freitag, 6. September 2013 um 22:57

Das Messie Hilfe Forum

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Messie-Syndrom: Löcher in der Seele stopfen
aus PP 1, Ausgabe September vom Dienstag, 10. September 2002
In letzter Zeit scheinen sich die Fälle von Menschen zu häufen, die unter dem sogenannten Messie-Syndrom leiden. Diese Menschen werden umgangssprachlich auch als "Messies" bezeichnet. Doch was ist so ein Messie eigentlich? Und wie entsteht eine solche Störung?

Messie Syndrom: Der Zwang zum Sammeln

Das Messie Syndrom ist eine Störung, bei der die Betroffenen es aufgrund von psychischen Defiziten nicht schaffen, in ihrem jeweiligen Umfeld Ordnung zu halten. Dazu kommt, dass es den Betroffenen oft schwer fällt, sich von Dingen zu trennen. Aus Angst etwas Falsches wegzuwerfen, behalten sie dann einfach lieber alles. Zudem können sie nicht wirklich einschätzen, welche Dinge nun tatsächlich wertvoll sind, und welche nicht. Dass es bei dieser Kombination schnell dazu kommen kann, dass die Wohnung mit zu vielen Sachen voll gestellt ist, die dazu auch noch teilweise vergammeln, ist klar.

Messie Syndrom: Eine Volkskrankheit?

Das Messie Syndrom ist ein Thema, das seit ein paar Jahren vermehrt von den Medien aufgegriffen wird. Leider geschieht das selten im Rahmen einer Hilfestellung, sondern eher in einem Rahmen, in denen die Betroffenen "vorgeführt" werden sollen. So werden oft nur die zugestellten und zugemüllten Wohnungen der Betroffenen gezeigt. Auf die möglichen Ursachen und den persönlichen Leidensdruck, dem die Betroffenen ausgesetzt sind, werden meistens nicht eingegangen. Durch die vermehrte Berichterstattung entsteht das Gefühl, dass sehr viele Menschen unter dieser Störung leiden und somit auch das Gefühl, dass man "auch so einen kennen müsste". Mit so einer voreiligen Einschätzung sollte man sich jedoch zurück halten. So kann man beispielsweise nicht jemanden, dem es schwer fällt, sich von geliebten Sachen zu trennen, gleich als Messie bezeichnen. Und nicht jeder, der Problem damit hat, Ordnung zu halten, ist auch gleich ein Messie. Es ist viel mehr die Kombination aus mehreren Symptomen, die diese Störung kennzeichnet. Tatsächlich betroffen sind in Deutschland etwa 2 Millionen Menschen.

Therapiemöglichkeiten

In der psychologischen Diagnostik wird zumeist der "Störungskatalog" ICD-10 verwendet. In diesem Klassifizierungssystem ist das Messie-Syndrom jedoch (noch) nicht aufgeführt, was dazu führt, dass die Kosten einer Therapie für eine Messie-Syndrom-Erkrankung nicht von den Krankenkassen übernommen werden. Das bedeutet, dass Betroffene eine eventuelle Therapie selber bezahlen müssen. Wenn ein Therapeut die Einzelsymptome eines Messie-Syndroms, wie beispielsweise die Depression, behandelt, werden die Kosten jedoch übernommen, da es sich bei der Depression um eine anerkannte Krankheit handelt. Möchte sich ein Messie Hilfe holen, sollte er also am besten einen Therapeuten aufsuchen und sich von ihm beraten lassen. Dem vorausgehend oder ergänzend dazu könnte er sich auch noch Unterstützung bei einer Selbsthilfegruppe suchen, oder sich Bekannten oder Verwandten anvertrauen.

Auch wenn es Ihnen noch so schwer fällt, sollten Sie nicht zögern, andere Menschen um Hilfe zu bitten, beziehungsweise Ihnen von Ihrer Erkrankung zu berichten. Natürlich werden einige anfangs sein wenig überrascht oder sogar schockiert sein, doch letztendlich können die Menschen Ihnen genau die Art von sozialer Unterstützung bieten, die Sie benötigen. Soziale Unterstützung ist sehr wichtig, wenn man in seinem Leben etwas verändern möchte. Wenn Sie wirklich niemanden haben, mit dem Sie über all das reden können, oder wenn Sie sich noch nicht zu diesem Schritt durchringen können, können Sie ein Messie Forum aufsuchen. Dort können Sie ganz anonym mit anderen Mitgliedern in Kontakt treten, und sich über Erfahrungen und Tipps austauschen. Dieser Austausch kann Ihnen auch dabei helfen, anderen Menschen von ihrem Problem zu erzählen. Denn wenn Sie erst mal erkannt haben, dass Messies in der Gesellschaft kein unbekanntes Thema sind, und dass es inzwischen viel mehr Akzeptanz für Betroffene gibt, werden Sie sich gleich viel besser fühlen, und auch allgemein besser über das Thema reden können.

C
am Donnerstag, 10. April 2014 um 10:27

Messie-Test

Leider ist das Problem in unserem engen Freundeskreis vertreten, deswegen wollte ich im Internet recherchieren und bin auf eine gute Seite gestoßen, unter anderem mit einem Messie Test. http://www.veronika-schroeter.de/fragebogen/ Für mich war es wichtig auch Info für die Angehörigen, bzw. für die Freunde zu finden. Es betrifft mich nicht direkt, trotzdem beschäftigt mich das Thema, ich würde sehr gerne helfen, aber man fühlt sich so machtlos :-(

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