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Avatar #2546
am Freitag, 27. September 2013 um 08:13

Nicht das DRG-System, die Krankenhausfinanzierung hat Konstruktionsfehler!

Kommentar zum Print-Artikel
Das deutsche DRG-System: Grundsätzliche Konstruktionsfehler
aus Dtsch Arztebl 2013; 110(39) vom Freitag, 27. September 2013
Leider werden auch in diesem Artikel die Unterschiede zwischen Krankenhausfinanzierung, Investitionskosten und dem DRG-System nicht angemessen dargestellt. Alles wird in einen Topf geworfen und das DRG-System für die Probleme bei der Krankenhausfinanzierung verantwortlich gemacht. Überlegen Sie doch mal: Angenommen für jede Fallpauschale würde einfach das doppelte bezahlt werden. Die Leistungserbringer wären auskömmlich finanziert und glücklich, Investitionen könnten getätigt werden und Patienten würden qualitativ hochwertig mit ausreichen Personal versorgt werden. Mit dem G-DRG-System! Erkennen Sie nun die Unterschiede? Nicht das deutsche DRG-System hat Konstruktionsfehler, sondern die politisch motivierte Gesetzgebung zur Krankenhausfinanzierung und den Investitionskosten. Selbstverständlich kann man die Höhe der Fallpauschalen nicht einfach verdoppeln. Diese Darstellung soll nur zeigen, dass es eben nicht das DRG-System an sich ist, das die Probleme verursacht. Das deutsche DRG-System hat unter anderem Transparenz und eine Verlagerung der Kosten von überflüssigen zu sinnvollen Ausgaben gebracht.

Dr. med. Sascha Baller M.Sc.
Dr. Baller | Medizincontrolling
www.drg24.de
Avatar #671229
am Freitag, 27. September 2013 um 23:04

Warum eigentlich sollen DRGs so ungerecht sein?

Keine Frage: Das DRG-System ist eine sehr aufwändige Methode um Geld an Krankenhäuser zu verteilen. Eine halbe Generation von Medizinern und Pflegenden ist nun bald damit "aufgewachsen" und es hat viele schöne und erfüllenden Arbeitspläzte geschaffen. Gleiches Geld für gleiche Leistung. Zumindest innerhalb eines Bundeslandes. Nun liegt ein Teil der Krankenhäuser unter Wasser und der Autor fordert individuelle Budgets weil es eben dem oder jenem schlecht gelingt, mit der Vergütung auszukommen. Das ist dann aber Level 2.0: Diejenigen die damit auskommen machen es nämlich im wesentlichen im Personalbereich passend. Derjenige, der dafür plädiert, dass diejenige Klinik die es nicht verstanden hat dort zu reagieren jetzt eine individuelle Rettungsaktion bekommen soll, ist nicht weniger gerecht als das System an sich. Klar: Die Fehlanreize zur angebotsinduzierten Nachfrage müssen weg. Aber jedem ist doch klar, dass das Sozialsystem nicht mehr die Personalschlüssel von gestern verträgt.

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