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Avatar #106067
am Dienstag, 13. Mai 2014 um 16:51

Nimm Resveratrol, und Du fühlst Dich wohl?

Diese Studie ist wirklich schlicht gestrickt: Morbidität, Mortalität vs. Gewinn an Lebensqualität und Lebenszeit auf einen e i n z i g e n Rotwein-Bestandteil, das Resveratrol, reduzieren zu wollen ist lebenswirklichkeitsfernes, infantil-regressives, eindimensional-monokausal-naives Denken. K a u s a l i t ä t bei Morbidität und Mortalität ausgerechnet ex post mittels in einer "Bio-Bank" eingelagerten 24-h-Urinproben nachweisen zu wollen - ja, da müsste man vorher doch besser den "Tractatus logico-philosophicus" von Ludwig Wittgenstein (Translation C. K. Ogden: Tractatus Logico-Philosophicus, Rotledge and Kegan Paul, London 1922, ISBN 0710009623) gelesen u n d verstanden haben.

Geradezu lächerlich, dieser Hype ausgerechnet in den USA, mit einem einzigen Wirkstoff und o h n e je über die eigene Lebensführung und –Gewohnheiten (bzw. den vorschnellen Schusswaffengebrauch) nachgedacht zu haben, allen eigenen Krankheiten, dem Teilhabeverlust und dem (todsicheren) Lebensende entrinnen zu können ["Resveratrol Levels and All-Cause Mortality in Older Community-Dwelling Adults" von Richard D. Semba et al.]

In den Schlussfolgerungen der zitierten Studienautoren ist übrigens mit keinem einzigen Wort von "einer Phase-2-Studie an Patienten mit multiplem Myelom" die Rede: "Conclusions and Relevance - In older community-dwelling adults, total urinary resveratrol metabolite concentration was not associated with inflammatory markers, cardiovascular disease, or cancer or predictive of all-cause mortality. Resveratrol levels achieved with a Western diet did not have a substantial influence on health status and mortality risk of the population in this study."

Mit anderen Worten, Resveratrol hat weder Substanz noch Relevanz - der Traum von ewiger Jugend im Jungbrunnen von Resveratrol ist ausgeträumt!

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
Avatar #539999
am Dienstag, 13. Mai 2014 um 20:55

Effekt der Vertriebsförderung

Konnte wenigstens durch die Kampagne "Lebensverlängerung durch Resveatrol" der Vertrieb von Rotwein gegenüber Weißwein gesteigert werden?
Avatar #686178
am Donnerstag, 12. Juni 2014 um 11:13

Wein-Studie

Nun, ich bin kein Mediziner, finde es allerdings erschreckend, dass diese Pressemitteilung ungeprüft von den Medien übernommen wird, inklusive des Ärzteblattes. Wenn man sich die spärlichen Details des Artikels anschaut, wird einem schnell klar, dass hier nicht etwa die Wirkung von isoliertem Resveratrol untersucht wurde, sondern die von Wein, in dem nur 2-12 mg/l Resveratrol (Wikipedia) enthalten ist. Hochwertige Resveratrol-Präparate enthalten z.B. 125 mg/ Kapsel, was einer Menge 10-62 Flaschen Wein entspricht. Nun denn, man kann es ja trotzdem Resveratrol-Studie nennen obwohl es eigentlich eine Wein-Studie ist....Hinzu kommt das Problem, dass alle anderen potentiellen Einflußfaktoren ausgeblendet werden. Diese Praxis halte ich nicht für seriös.
Avatar #729887
am Sonntag, 25. Juni 2017 um 22:28

Studien machen aus Fliegen, Elefanten oder doch umgekehrt?

Nun drei Jahre nach dem letzten Beitrag, bin ich auf dem aerzteblatt.de auf 2 Artikel bezgl. Resvereatrol (Trans-Resvereatrol) gestoßen.

Aufälligkeiten: Es geht um exakt den gleichen Wirkstoff mit unterschiedlichen Studienbereichen (Themen). Hier oberhalb des Kommentars wurde eine äußerst magere Studie publiziert. In der absolut keine Beweise dargelegt werden, ob du die Studie in der Form auch reproduzierbar ist bzw war. Außerdem für meinen Geschmack zu wenig Varianz bezgl. Fallunterscheidungen und weitere Faktoren die das Ergebnis wesentlich beeinflussen könnten und auch würden). Im 2. Artikel von 2016: Wird nahezu das Gegenteil beschrieben, wie es in diesem Artikel steht.

Noch ein kurzer Ausflug:

Die meisten Studien im Bereich Gesundheit basieren auf Beobachtungsstudien. Und mit diesen kann man gar nichts anfangen, sie sollten ehrlich gesagt nicht veröffentlicht werden. Sie stellen lediglich mathematische Bezüge zwischen zwei Sachverhalten her.

Das was hier in der Studie steht, ist der Beleg für eine HYPOTHESE, aber nicht für eine wahrhaftig wissenschaftliche Arbeit!

Des Weiteren, wann ist eine Studie eine abähngige und wann ist Sie es nicht? Wer sind die Initiatoren? Und zu guter Letzt, welche Teil der Industrie hat mitgewirkt? ;-)

Beste Grüße

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