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Alle Kommentare zu Print-Artikeln

Avatar #690636
am Dienstag, 23. September 2014 um 16:59

Chapeau!

Kommentar zum Print-Artikel
Qualitätsmanagement im Krankenhaus: Nicht zum Nutzen der Patienten
aus Dtsch Arztebl 2014; 111(38) vom Freitag, 19. September 2014
Sehr geehrter Herr Prof. Serban-Dan Costa,
Ich möchte mich ganz herzlich für die brillante Analyse bedanken und würde jeden Ihrer Sätze sofort unterschreiben.
Leider glaube ich aber auch, das man die Entwicklung kaum noch stoppen kann. Mittlerweile ist die Macht der "patienten- und praxisfernen Theoretiker" beängstigend groß geworden, nicht zuletzt auch deswegen weil unsere eigenen ärtzlichen Institutionen immer wieder versagen.
Obwohl jeder in der Klinik Tätige weiß, dass die Realität genauso ist wie Sie sie beschreiben, haben nur die wenigsten von uns den Mut dies auch öffentlich zu artikulieren. Stattdessen springt man auf den Zug auf und bläßt ins gleiche "Horn".
Es könnte ja sonst ein Patient in eine andere Klinik gehen.
In diesem Sinne Chapeau, wenn auch ein wenig hoffnungslos.
Dr. C. Hessler
CA Visceralchirurgie, Heilig-Geist-Hospital Bingen
Avatar #539999
am Mittwoch, 24. September 2014 um 08:57

Externe Expertiese

Die breit gefächerte Kritik an der Qualitätssicherung sollte das Kind nicht mit dem Bade ausschütten. Bereits der Ansatz Standards mit regelmäßigen Kontrollen zu erfassen ist zu begrüßen. Die Fehlentwicklungen der Qualitätssicherung in der Medizin zum krass plakativen Werbemittel bestehen. Während industrielle Qualitätssicherung naheliegende Parameter der Produktion erfasste und mittelbar Qualitätsziele für die Außendarstellung formulierte, wurde in der Medizin der historische Verlauf durch rechtliche Vorgaben beschleunigt und durch das "Wettbewerbsziel" zusammen mit der "Pflicht zur Veröffentlichung" konterkarriert. Wo nun schwerwiegende Lücken in der Qualitätskontrolle, das meint rechtliche Implikationen im Schadensfall, auffallen, werden Qualitätsvorgaben für öffentliche medizinische Einrichtungen formuliert werden. Die Diskussion von Qualitätsbegriffen in der Medizin hat die Fachausschüsse der Parteien erreicht. Expertise wird nicht in den Reihen von Interessensinvolvierten gesucht.
Avatar #687046
am Freitag, 26. September 2014 um 09:35

Dosis sola venenum facit

Wenn seit je her Ärzte bemüht waren, "ihre Behandlungen zu optimieren und das Beste für Patienten zu erreichen", wie erklären Sie sich dann die gravierenden Qualitätsunterschiede z.B. in verschiendenen Krankenhäusern? Warum gibt es z.B. Einrichtungen, in denen eine Schwangere ein 3-fach erhöhtes Risiko hat, ein azidotisches Kind zu gebähren? Oder wo man eine 40%-ige Chance hat, bei einem nicht-pathologischen Befund ein Ovar (oder 2) entfernt zu bekommen? Ärzte sind Menschen, die nicht allwissend sind und Fehler machen (meistens aus Unwissenheit). Natürlich ist QM nur sinnvoll, wenn es richtig und effizient angewandt wird, was aktuell meistens nicht der Fall ist (das muss im Gesundheitssystem erst gelernt und adaptiert werden). Aber in 2014 kann sich niemand, der an der Gesundheit der Menschen interessiert ist, erlauben QM als unnötig zu bezeichnen. Weil eben die Qualität nicht überall gleich ist. Aber das ist als Direktor einer Uniklinik, wo hoffentlich die beste Qualität gewährleistet ist, schlecht vorstellbar...
Avatar #25195
am Dienstag, 30. September 2014 um 10:51

Wer die Wahrheit spricht, braucht ein schnelles Pferd ?

Herzlichen Glückwunsch an den Autor ! Er spricht sicherlich 85 % der Krankenhausärzte aus dem Munde. Warum lassen wir uns so von der Zertifizierungsindustrie das Fell über die Ohren ziehen ? All das zum Schaden unserer Patienten, der immer knapperen Ressourcen und des gesunden Menschenverstandes !
Avatar #578084
am Samstag, 11. Oktober 2014 um 15:55

QM

Der Artikel von Herrn Prof.Dr.Dr.Costa ist gegen den mainstream,aber extrem zutreffend. In einigen wenigen Bereichen muss QM sein (zB.Chirurgie,Labor).
Ungezielt im Krankenhaus oder der Praxis,meist mit allen möglichen Zertifizierungen verziert,kostet es wertvolle Arbeitszeit,die in der unmittelbaren Arbeit mit/am Patienten fehlt,egal ob bei Pflege- oder ärztlichem Personal.
Man hat häufig das Gefühl,dass die Listen abgehakt wurden, ohne dass wirklich etwas geändert wurde,sonst dürften manche Fehler eigentlich nicht mehr vorkommen.
QM als reine Werbung oder Alibiveranstaltung ist ineffektiv und verschwendet kostbare Zeit.
Dass zahlreiche Vorturner mit Schulungen und Zertifizierungen viel Geld verdienen (und kosten) ändert daran nichts.

Dr. Hans Georg Hoppenrath
Arzt f. Allgemeinmedizin
Buchenweg 13
66484 Großsteinhausen

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