am Dienstag, 7. Oktober 2014 um 14:29

Nebelkerzen oder Wissenschaft?

Kommentar zur Nachricht
Virus-Archäologie: HIV kam mit der Eisenbahn
vom Montag, 6. Oktober 2014

1984 lasen wir zum ersten Mal über AIDS.
Sehr früh, überraschend früh, wurde uns ein Patient Zero vorgestellt, zuerst noch ohne Name, inzwischen hat er sich als der homosexuelle Stewart Gaetan Dugas etabliert.

Etwa drei Jahre später wurde der Verdacht geäußert, HIV könne vom Affen auf den Menschen übertragen werden, weil 1959 Kinderlähmungsimpfstoffe auf Affennieren angezüchtet wurden. In derselben Zeit wurde berichtet über den Tod des Schülers Robert Rayford 1969, ein Junge, der mit 16 starb und dem man posthum eine Homosexualität nachsagte.

Danach wurde wieder verwiesen auf die Ursprünge der Übertragung in Kinshasa, jetzt durch das Verspeisen von Affenfleisch. Es wurden 75 Kinder mit Burkitt-Tumoren präsentiert, die sich allesamt nachträglich als HIV-positiv herausstellten.

Jetzt kommt dieser Bericht, wieder hich interessant, der erneut auf "die" Ursprünge zurückzugehen vorgibt, und wieder wird er isoliert vorgestellt, unabhängig von den Zero Patienten Dugas, Rayford, später Arvid Noe und andere. Wäre es stattdessen nicht interessanter, sich die unterschiedlichen Entstehungswege der Untertypen HIV1 und HIV2 genauer anzuschauen? Offensichtlich gibt es einen afrikanisch-europäischen und einen amerikanisch-karibischen Ausbreitungsweg.
Gibt es womöglich auch unterschiedliche Sprungwege für die Viren?

Es gibt die etwas skurrile Perth-Group, die aufgrund der Unstimmigkeiten und mehr aus ideologischen denn aus wissenschaftlichen Gründen die HIV-Theorien leugnet. Allerdings, wie alle Verschwörungstheoretiker liegt dem zu Grunde, daß immer neue Theorien über Entstehung und Ausbreitung der HIV entstanden sind, ohne daß tatsächlich epidemiologische Landkarten gezeigt wurden und letztlich auch ohne daß eine plausible Erklärung gegeben wird für das Überspringen des Virus von einer (Affe) auf die andere (Mensch) Gattung.

Es hat viel zur Verschleierung beigetragen, daß es Homosexuelle waren, die zuerst betroffen waren. Daß es eine sexuell übertragbare Krankheit ist, war überhaupt ein "eye-catcher" ersten Ranges. Und der Verzehr von Affenfleisch in einer Region Afrikas, in der Kriege genauso vorherrschen wie Kolonialmachtsinteressen, macht die Anamnese keineswegs leichter, im Gegenteil, er läßt uns wieder wegschauen, weil diese Eßgewohnheiten dem Standardeuropäer ebenso pervers erscheinen wie die Sexualpraktiken Homosexueller.

Also scheint es fast schon wie ein wissenschaftlicher Segen, daß man sich auf der Ebene der Virustypologie und das Jahr 1920 einigen kann, wenn man all dem aus dem Weg gehen will. Mit Verlaub, es steckt vermutlich eine ähnliche Abneigung, sich konkreter zu beschäftigen mit dem, was tatsächlich +/- 1984 passiert ist, wie sie auch die Perth-Gruppe aufweist.

Antworten gibt leider auch dieser Bericht nicht ...

Dr.Karlheinz Bayer
Jetzt kommt mit dem Jahr 1920 noch ein Datum dazu, für das es keine Zeugen mehr geben kann ... und die womöglich wahre Geschichte um die eben erst einmal 30 Jahre alte Seuche AIDS verschwindet eher, als das sie erklärt wird.

Kommentare News

Kommentare News

Alle Kommentare zu Online-News

Letzte Beiträge zu diesem Thema

Kommentare zu

Kommentare zu

Virus-Archäologie: HIV kam mit der Eisenbahn
vom Montag, 6. Oktober 2014

Zusatzinfos

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort