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am Dienstag, 12. Mai 2015 um 15:08

Weitere Kürzungen der Krankenhauserlöse durch die Krankenhausreform

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Krankenhausreform: Wie grundlegend wird der Umbau?
aus Dtsch Arztebl 2015; 112(19) vom Freitag, 8. Mai 2015
Die Krankenhausreform hat nach dem jüngsten Gesetzesentwurf konkrete Hauptziele: weniger als die derzeit etwa 2000 Kliniken zu erhalten, weniger Operationen durchzuführen und die Qualität der Leistungen zu erhöhen. Dafür sollen bis 2020 immerhin 6,4 Milliarden Euro ausgegeben, aber nur dreistellige Millionenbeträge eingespart werden. Ausgerechnet der MDK soll über die Einhaltung von Qualitätskriterien, die mit Entgeltkürzungen bewehrt sein sollen, wachen.

Damit die Gesamtleistung der Krankenhäuser auch mit veränderten Versorgungsstrukturen angemessen vergütet wird, soll es die Möglichkeit einer Vereinbarung „von befristeten krankenhausindividuellen Zuschlägen“ für Leistungen außerhalb der DRG-Kalkulation und der Landesbasisfallwerte geben. Zudem ist geplant, die Rahmenbedingungen für die „Anwendung von Sicherstellungszuschlägen“ zu präzisieren. Zuschläge sind auch für die Teilnahme an der Notfallversorgung oder für die Übernahme besonderer Aufgaben vorgesehen. Man darf gespannt sein, wie diese Maßnahmen konkret aussehen werden.

Was die Krankenhäuser durch die „Neuausrichtung der Mengensteuerung“ erwartet, z. B. durch die vorgesehene Regelung im GKV-Versorgungsstärkungsgesetz „zur Einholung von Zweitmeinungen bei mengenanfälligen planbaren Eingriffen“, ist bisher noch nicht absehbar. Was so lapidar klingt, lässt allerdings eine weitere Eingriffsmöglichkeit für den MDK und einen zusätzlichen Verwaltungsaufwand für die Medizincontroller in den Häusern befürchten.

Mengenausweitungen sollen ab 2017 nicht mehr pauschal über den Landesbasisfallwert gekürzt werden, sondern über Mehrleistungsabschläge direkt in den betroffenen Häusern. Sollen die Häuser aus eigener Tasche dafür aufkommen, wenn sich aufgrund ihrer höheren Qualität oder aufgrund der Alterung der Bevölkerung mehr Patienten gerade in diesem Krankenhaus behandeln lassen? Der Referentenentwurf lässt noch viele Fragen offen. Es zeichnet sich jedoch schon jetzt ab: Viele geplante Veränderungen gehen zu Lasten der Krankenhäuser und lassen dort den administrativen Aufwand bei der Leistungsplanung, -abrechnung und in der Auseinandersetzung mit dem MDK weiter ansteigen. Zudem sind die Vertreter der Krankenhäuser dringend gehalten, frühzeitig aktiv zu werden, um das Schlimmste noch zu verhindern.

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