DÄ plusForenKommentare NewsDanke an Nb1date! – Aber es bleibt dabei: Nicht nur Ärzte können diagnostizieren!

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Avatar #699319
am Mittwoch, 27. Mai 2015 um 12:09

Direktzugang von Patienten zu Physiotherapeuten

"konstruktive Kooperationen mit Gesundheitsfachberufen" klingt schon sehr vernünftig
Avatar #99598
am Donnerstag, 4. Juni 2015 um 02:57

Danke an Nb1date! – Aber es bleibt dabei: Nicht nur Ärzte können diagnostizieren!

Ich danke Nb1date für den Link:
http://www.beweisaufnahme-homoeopathie.de/?p=2417
Zu ungefähr 90% bin ich der gleichen kritischen Meinung, wie sie dort in Bezug auf Psychotherapie geäußert wird. Ich war mal Mitglied in einem der größten Heilpraktikerverbände Deutschalands mit zurzeit fast 10.000 Mitgliedern. Ich wagte es, mit den Vorsitzenden in eine Diskussion um Qualitätsmanagement, Qualitätssicherungs- und Zertifizierungsmöglichkeiten und einzutreten. Am Ende erheilt ich nahezu in Klartext: Man wolle solche Qualitätsmaßnahmen nicht einführen, denn damit würde der Beruf Heilpraktiker nur für entsprechend gebildete Menschen zugänglich. Der Verband möchte jedoch den Zugang zu diesem Beruf für jeden offen halten!
Ich hätte schreien können, als ich das hörte. Als Konsequenz bin ich sofort aus dem Laden ausgetreten. Ich erkannte, dass dieser Verband gar keine echte Interessenvertretung für Heilpraktiker ist, sondern lediglich einen Marketing-Kanal darstellt, um neue Kunden für die mit dem Verband eng vebundenen Heilpraktikerschulen zu gewinnen!
Und würde man tatsächlich Wert auf Qualität legen, dann müsste man die Dozenten in dieser "eine der größten Heilpraktikerschule Deutschlands" besser bezahlen. Für das miese Honorar bekommt man natürlich keine qualifizierten und engagierten Menschen. Qualität schmälert also dort den Profit. Und die Profitmacherei ist das oberste Ziel, sowohl bei der Schule als auch bei dem "Berufs"-Verband! Und die Mitglieder werden getäuscht, man hätte hier eine Interessenvertretung gegenüber der Politik und der Ärzteschaft.
Und es stimmt: Fast alle Heilpraktikerschulen versprechen die tollsten beruflichen Chancen und Zukunftsaussichten, beschränken die Ausbildung aber darauf, dass man "die Prüfung schafft". Dieses begrenzte Wissen reicht keinsfalls dazu aus eine seriöse Psychotherapie zu erbringen!

Man sollte aber auch offen sagen, dass es anerkannte Ausbildungsinstitute für Therapieverfahren meist nur für approbierte Kollegen zugänglich sind, sodass nicht einmal engagierte Heilpraktiker sich qualifizieren könnten.
Auch ich musste mir mein Fachgebiet, die Schematherapie, mit dem Selbststudium zahlreicher Fachbücher und der vorsichtigen Erprobung in der laufenden Praxis erschließen. Dabei hatte ich jedoch den großen Vorteil, bereits in der Rolle als Patient in einer psychosomatischen Klinik die Schematherapie kennen gelernt zu haben. Diese Erfahrungen waren für mich enorm wertvoll und ermöglichen mir heute, eine hocheffiziente Arbeit zu machen.
Meine Qualitätssicherung erfolgt lückenlos durch Fragebögen am Ende jeder Therapie- oder Beratungsstunde. Die statistische Auswertung davon veröffentliche als "Klientenzertifikat" auf meiner Website. Mehr Qualität und (auch für Laien) nachvollziehbare Aussagen und mehr Transparenz geht nicht.

Dennoch möchte ich am Ende meines kommentars nochmals darauf aufmerksam machen: Ich hatte keine Diskussion über die Qualifikation von Heilpraktikern eröffnen wollen, sondern darauf hinweisen wollen, dass ich es arrogant udn anmaßend finde, wenn einige ärztliche Kollegen für sich das Monopol reklamieren, diagnostizieren zu können. Es ist und bleibt Tatsache: Viele andere approbierte und nicht approbierte Menschen dürfen und können ebenfalls Diagnosen stellen und Therapiepläne aufstellen!

Clemens M. Hürten - Heilpraktiker der Psychotherapie
www.lebenslust-jetzt.de

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