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Avatar #675503
am Mittwoch, 17. Juni 2015 um 12:24

Willkommen im Pharmaschlaraffenland

Kommentar zur Nachricht
Verfügbarkeit neuer Arzneimittel in Deutschland sehr hoch
vom Dienstag, 16. Juni 2015
...Mehr als 95 Prozent der in Europa neu zugelassenen Arzneimittel seien in Deutschland in weniger als drei Monaten auf dem Markt verfügbar....großzügige Erstattungsfähigkeit von rezeptpflichtigen Arzneimitteln ...

Und warum wohl? Antwort aus dem zweiten Zitat-Teil übersetzt: "Deutschland zahlt, wenn du nur genug Geld hast, bekommst du noch mehr zugeschustert und wer nicht bezahlen kann... stirbt ebend früher.
Heuschrecken fressen auch die eigenen Artgenossen.
Avatar #115425
am Donnerstag, 18. Juni 2015 um 18:25

GKV größter Körperverletzer Deutschlands?

Wenn Arzneimittel mit Zusatznutzen nur für bestimmte Gruppen aus der GKV-Erstattungspflicht herausgenommen werden, so stimmt es, dass es so ist. Wie soll ein chronisch Kranker, der diese Mittel benötigt, das noch finanzieren? Herausnahme aus der Erstattungspflicht heißt auch, dass die Belastungsgrenze von 2 bzw. 1 % nicht wirksam ist.

Für Mehrfacherkrankungen ist es so wie so fast unmöglich ein solches Mittel noch zu bekommen, das auch die Nebenwirkungen berücksichtigt. Es gibt zwar das sog. "Nikolausurteil" vom 06.12.2005, nachdem auch ein Kassenpatient das Recht hat, ein von der GKV nicht erstattungsfähiges Medikament erstattet zu bekommen, falls dies medizinisch erforderlich ist, bzw. falls es vom MDK der jeweiligen Krankenkasse genehmigt ist, voll von der GKV erstattet zu bekommen.
Das hat jedoch den "Pferdefuß" das erstens die Ärzte nicht besonders darüber erfreut sind dem Patienten ein entsprechendes Attest auszustellen und zweitens plötzlich aufgrund des "Budgethämmerchens" dies nicht mehr für notwendig halten. Ich könnte reich werden, wenn ich mit den Kassenärzten jeweils um 100 Euro wetten könnte, dass diese nicht wissen, was es mit dem genannten Urteil auf sich hat. Gestern morgen habe ich es übrigens mit dem Stellvertreter meines Hausarztes versucht. Allerdings habe ich nicht gewettet, sondern nur gefragt - leider.

Zu dumm nur, dass ein Herr Dr. Rainer Hess bei den Antidiabetika körperlichen Schaden oder gar den Tod von Patienten in Kauf genommen hat, mit der Begründung diese seien geschult (und somit doch selbst schuld), falls eine "Unterzuckerung" eintritt. Auch bei Sortis mussten die Patienten "bluten", weil das IQWiG dieses Medikament in der Wirkung mit Simvastatin gleichgesetzt hat. Ich meine damit das "Institut für Quälerei des Patienten im Sinne der Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen" (oder wie heißt dieses Institut?). Zugegeben, diese Institution und der G-BA (gemeiner Bundes­aus­schuss (oder so ähnlich) handeln gesetzlich korrekt im Sinne der Politik.

Bitte, sehr geehrte Vorsitzenden des GKV, überdenken Sie Ihre Überlegungen noch einmal, sonst nützt den Patienten die frühe Verfügbarkeit auch nichts. Und ein Apell an die Ärztinnen und Ärzte - denken Sie bitte an den "Nikolaus". Insbesondere die Diabetologen beschweren sich darüber, dass sie immer mehr Patienten gleich mit Insulin behandeln "müssen".

Bitte, Herr Zöller (ehem. Patientenbeauftragter), halten Sie sich bereit, vielleicht müssen wir Sie aus Griechenland zurückholen, wir brauchen vielleicht auch jemand, der uns hilft, gegen die "Deutsche Troika" (GKV sind auch drei Buchstaben) zu wehren.

Jetzt hoffe ich nur, dass ich den Forenbetreiber nicht in Zugzwang gebracht habe, das neueste Interneturteil wegen der Verantwortlich des Betreibers für Beleidigungen im Internet zu vollziehen.

Ich habe mir jedenfalls alle Mühe gegeben, dies nicht tun zu müssen.

"Big Heart is watching You". (smile)
Avatar #612077
am Sonntag, 21. Juni 2015 um 11:41

Eine eigenartige Meldung - und dazu eigenartige Kommentare!

Eigentlich mag ich mich nicht so recht mit den Kommentaren zu diesem Artikel auseinandersetzen; nur so viel: Weder Pauschalpöbeleien, noch eine seltsame (Lobby-??) Werbung für irgendwelche Antidiabetika oder Fettsenker sind hier lustig, nützlich oder interessant.

Was mich doch viel eher umtreibt, ist die Frage, wie Herr Stackelberg von der GKV die im Kern berechtigte Forderung nach einer gezielt angewandten Erstattungsfähigkeit umsetzen möchte: Mit einem genetischen Profil! Unabhängig davon, daß mit den daraus generierten Daten immer Mißbrauch getreiben werden kann, soll also der Patient keinen Einblick in seine höchstpersönliche DNA-Signatur erhalten? DAS ist also alles, was vom informierten mündigen und selbstbetimmten Patienten übrig bleibt, wenn er in die Fänge der GKV gerät?? Eine DNA-Zwangsablieferung mit maximaler Intransparenz?? Kommt vielleicht demnächst noch die Selektionierung, daß Patienten, die die Veranlagung zu. C. Huntington haben, keine Blutdrucktherapie erhalten, weil es sich ja nicht lohnt???
Aber regen wir uns doch wieder ab - medizinisch umsetzbar dürfte die Sortierung von Patienten in Gruppen mit und ohne Zusatznutzen im Einzelfall ziemlich schwierig werden, alleine schon, weil der Durchschnittspatient eben gerade nicht den selektionierten Teilnehmern von Zulassungsstudien äänelt.
Und angesichts der Tatsache, daß Krankheiten multifaktoriell sind, daß die Genetik nicht immer die Hauptrolle spielt, und die Funktion vieler Gene immer noch nicht bekannt ist, können wir die Überlegungen von Herrn Prof. Hess und Herrn v. Stackelberg getrost als satirische Randerscheinungen vernachlässigen.

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