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Avatar #84550
am Sonntag, 28. Juni 2015 um 23:45

Herr

Kommentar zur Nachricht
Sterbehilfe: Noch etwa die Hälfte der Abgeordneten unentschieden
vom Freitag, 26. Juni 2015
Guten Abend liebe Kollegen und Kolleginnen,

für viele mag das unter geschriebene ein reines Blödsinn sein, dennoch ist das die Wahrheit. (Entschuldigung für mein schlechtes deutsch)
Selbst die Frage ist schon unsere Bemühungen des christlichen Leben. Schlimm ist genug, dass ich selber ein Sünder bin.
Die Formulierung STERBEHILFE ist falsch. Würdig Leben, nicht würdig Sterben, ist richtig.
Warum das schwerste Sünde ist das Selbststerben und das Helfen zum Sterben?
Jesus Christus lehrt die Menschen den Gott und die Menschen lieben, gleich ob sie Feinde oder nicht sind. Solche Liebe weckt uns zum Leben.
Wenn ich aber eräußere den Wunsch zum Sterben (wohl aus der "Liebe" zu Mitmenschen), heißt, dass ich mich nicht liebe und, was sehr schlimm ist, damit verachte den Gott.
Noch eine wichtige Kleinigkeit: Lieben den Gott und den Menschen nicht mit den Worten, sondern mit dem Herzen - aufrichtig.
Hier geht es auch um die menschliche Barmherzigkeit.

MfG
Gena
Avatar #691359
am Montag, 29. Juni 2015 um 23:32

Wo ist der rechtfertigende Notstand?

Zu diesem Thema wurde bereits sehr viel gesagt und geschrieben. Der Druckartikel zu diesem Thema im aktuellen DÄ spiegelt sehr gut die verschiedenen Positionen wieder. Die Redakteure des DÄ haben das Wesentliche der unterschiedlichen Standpunkte herausgearbeitet und sich dabei für den Leser auf angenehme Art und Weise mit eigenen Wertungen zurück gehalten. Was in diesem Artikel fehlt, und das ist definitiv nicht die Schuld des DÄ, das ist eine objektiv nachvollziehbare Rechtfertigung für die Notwendigkeit einer Verschärfung des bestehenden Rechts.

Eigentlich habe ich mich zu diesem Thema schon zu oft genug geäußert und wollte mich zurückhalten. Der Kommentar meines Vorgängers ruft aber nach einer Bewertung. Ausgehend von Nickname und Wortwahl würde ich ihn der russisch-orthodoxen Kirche zuordnen. Diese Religion hat beim Zölibat eine pragmatischere Lösung als der Vatikan gefunden, ist aber in vielen anderen Aspekten wesentlich konservativer als der Katholizismus. Die Wortwahl meines Vorredners spricht für einen wirklich und ernsthaft gläubigen Menschen, eine Tatsache, die ich respektiere und die im Übrigen vom Grundgesetz Artikel 4 geschützt ist.

Das Grundgesetz Artikel 4 beinhaltet die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses, ist also in seiner Form ein Schutzartikel, der zusammen mit Artikel 3 Absatz 3 (Diskriminierungsverbot) ausdrücklich dem Schutz von Minderheiten dient. Und diese Schutzfunktion kann nicht einfach von einer parlamentarischen Mehrheit ausgehebelt werden. Denn nicht nur die Befindlichkeiten der Religionsgemeinschaften sind schützenswert, auch die ethischen Überzeugungen von „ungläubigen“ bzw. konfessionell nicht gebundenen Menschen sind schützenswert. Wenn es wirklich um übergeordnete ethische Prinzipien gehen würde, wieso gibt es europäische Rechtsstaaten, die eine wesentlich liberalere Haltung pflegen?

Aus meiner Sicht wird hier das Pferd von hinten aufgezäumt. Anstatt zu streiten, wohin die Gesetzgebung gehen soll, sollte zuerst der erste Schritt getan werden, und begründet werden, was jetzt plötzlich anders ist, warum 25 Jahre nach der Deutschen Einheit und 70 Jahre nach Kriegsende plötzlich Gesetze geändert werden müssen, warum das Selbstbestimmungsrecht und die Bürgerrechte eingeschränkt werden müssen.

Die Bundesregierung setzt sich zu Recht dafür ein, wenn in islamischen Ländern, z.B. in der Türkei oder Saudi-Arabien, die Rechte von (religiösen) Minderheiten missachtet werden. Sie sollte aber auch die Durchsetzung dieser Werte im eigenen Land achten, frei nach Matthäus 7.3: “Was siehst du aber den Splitter im Auge deines Bruders und nimmst nicht den Balken in deinem Auge wahr?“ Die logische Konsequenz aus Artikel 4 (Religionsfreiheit) im Grundgesetz ist die Trennung von Staat und Religion, und in dieser Hinsicht ist Deutschland ein ziemlich rückständiges Land.

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