am Donnerstag, 27. August 2015 um 20:29

es herrscht nicht zu viel, sondern zu wenig Markt

Kommentar zur Nachricht
KBV kritisiert Beitragssenkungen der Krankenkassen
vom Donnerstag, 27. August 2015

Gassen glaubt wohl, daß jede Bitragserhöhung eins zu eins in ein Honorarplus umgesetzt wird. Falsch! Namentlich die großen, AOK oder DAK erhöhen ihre Beiträge, um damit Werbung für ihre eigene Versicherung zu machen - was sind Hausarzt- oder Rabattverträge denn sonst? Daß der Beitragssatz bröckelt liegt doch an den vernünftig rechnenden kleinen Kassen, zu denen genau deswegen immer mehr Patienten wechseln.
Und diese Entwickluing ist begrüßenswert.

am Donnerstag, 27. August 2015 um 20:42

KBV und ZI haben es wieder nicht begriffen!

Der Sprecher des GKV-Spitzenverbandes Florian Lanz erzählt den gleichen Unsinn wie zuvor der AOK-Bundesverband:
Vgl. http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/63864/110-Millionen-Euro-Verlust-bei-der-AOK
Selbst blutige Laien können berechnen, dass die ersten beiden Quartale im Jahr mit 6 Monatsbeiträgen an Renten- und Kran­ken­ver­siche­rungs-Abgaben der Gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) wesentlich w e n i g e r einbringen, als die Quartale 3 und 4 mit z u s ä t z l i c h e m Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Dies entspricht im 2. Halbjahr etwa 7 Monatsbeiträgen für die dann sprudelnden GKV-Kassen: Ein sattes Plus von knapp 16,7 Prozent Mehreinnahmen!

Doch diese banale und seit Jahrzehnten bestätigte Erkenntnis ist nicht nur an der AOK und den PR-Stabsstellen des GKV-Spitzenverbandes (SpiBu), sondern auch an der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) vorbeigerauscht.

Florian Lanz konnte, wollte und sollte auf eine weitere Betrachtungsweise nicht eingehen. Die GKV-Kassen sitzen zusätzlich auf milliardenschweren Reserven: Noch im März 2015 hatten die Kassen ein Finanzpolster von rund 15,5 Milliarden Euro. Rücklagen des Gesundheitsfonds lagen Ende März noch bei 9,8 Milliarden Euro.

Bundesfinanzminister Dr. Wolfgang Schäuble schürft schon seit Monaten wie "Onkel Dagobert Duck" an dieser "Geld- und Goldader", um seinen chronisch defizitär-maroden Bundeshaushalt wieder einmal auf Kosten der GKV-Versicherten sanieren zu können. Und "Mutti" schaut mal wieder stumm, auf dem ganzen Tisch herum.

Welche Fachleute, auch bei der KBV, da wegen eines faktisch gar nicht vorhandenen defizitären Trends in 2016 mit steigenden Beiträgen rechnen, bleibt schleierhaft. Der "gefakte" Schwanengesang des SpiBu ist eine reine Inszenierung: Die KBV soll bei laufenden Honorarverhandlungen der GKV-Vertragspartner mit ihren Forderungen nach Kassenhonorar-Steigerungen möglichst kurz gehalten werden.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

PS.: Mindestens bis Ende 2017 unterstützt die AOK als Hauptsponsor den Deutschen Handballbund (DHB). Zu sehen ist das grüne Logo auf der Brust der Männer-Nationalmannschaft. Der Deal, der eine Option auf Verlängerung beinhaltet, soll dem DHB jährlich zwischen 700.000 und einer Million Euro einbringen und dieselbe Summe die AOK-Versicherten kosten - je nach sportlichem Erfolg der Handballer.
Quelle: http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/nachricht-detail/gkv-ausgaben-die-werbedeals-der-krankenkassen/?tx_ttnews%5BsViewPointer%5D=1
am Freitag, 28. August 2015 um 12:15

"Markt" ist im Gesundheitswesen nicht zu verwirklichen

Es fehlen hier einfach die grundsätzlichen Voraussetzungen, weil niemand - und schon gar nicht die Patienten - frei entscheiden können. Was sollen denn 150 Krankenkassen mit 450 Vorständen.

Es gab zu "Hochzeiten" schon mal über 800. Da waren Kassen dabei, die bei einem einzigen Dialyse-Patienten insolvent gewesen wären.

Ich halte allerdings auch nichts von den Krankenkassen, die Gesunden die "Gesundheits-Watch" finanzieren. Die wirklich Kranken müssen um jeden Cent kämpfen. Außerdem kann niemand sein Verhalten nach seinem Willen so einfach ändern, wie viele Ärzte meinen. Jetzt ist sogar eine Punktmutation im FTO-Gen entdeckt worden, die für Adipositas verantwortlich ist (sein könnte).

Die Gene des Menschen verhalten sich nun mal nach der "Chaos"-Theorie, wobei Chaos nicht die Unordnung bedeutet, sondern die möglichen Veränderungen im zeitlichen Verlauf. Wir werden alle schon mit Genom-Fehlern geboren und niemand kann vorhersehen wie sich das weiter entwickelt und man weis auch nicht wie sich äußere Einflüsse beim Individuum auswirken können.

Den Krankenkassen wäre es allerdings am liebsten, sie bräuchten bei Krankheiten oder Unfällen, die keiner absichtlich herbeiführt, nicht zu zahlen. Außerdem möchte der Spibu der GKV am liebsten auch die Medikamente aus der Erstattungsfähigkeit der GKV streichen, die nur geringen "Zusatznutzen" haben. Als Zusatznutzen zählt auch nicht, wenn ein Medikament nicht renal abgebaut wird, sondern über den Darm. auch nicht bei bereits vorgeschädigter Niere.

Was denken sich die Verantwortlichen im Gesundheitswesen überhaupt? Können "die" überhaupt denken?

Das schlimme ist allerdings, dass viele Ärzte von der GKV "angesteckt" sind. Wenn zwei Krankheiten vorliegen (darunter auch eine Folgeerkrankung), kann es schon sein, dass der Patient erst durch die Verschreibungsrichtlinien verhungern muss, bevor der Arzt ein Rezept ausstellt - und manchmal am liebsten ein "Privatrezept".
am Samstag, 29. August 2015 um 01:44

Die Einnahmen der Krankenkassen

haben doch mit den "befreienden Gesamthonorar" nichts zu tun, das die Ärzte erhalten.
Durch einen eigentlich verfassungswidrgen Geburtsfehler des SGB V ist das Wachstum des Gesamthonrars an das Wachstum der beitragspflichtigen Grundlohnsumme gekoppelt, nicht an die Beitragseinnahmen der GKV! darüberhinaus sind Steigerungen nur erlaubt, wenn neue Leistungen dazu kommen - und natürlich Satzungsleistungen der Kassen...
Das demografische wie das Morbiditätsrisiko liegt weiterhin nur bei den Ärzten, weil im Gesetz Demografie und Morbidität ausdrücklich nicht als Faktoren aufgeführt sind, die eine Erhöhung des Gesamthonorars begründen können.
Die Kassen wissen doch schon gar nicht mehr, wohin mit dem Geld - Bonuszahlungen, Beitragsrückerstattung, Homöopathie, Akupunktur, Osteopathie, Pseudoprävention, dazu Fernsehwerbung, Sponsoring von Sportveranstaltungen, Mitgliedszeitschriften auf teuerstem Hochglanzpapier, traumhafte Einkommen und Pensionen für die Mitarbeiter und besonders die Vorstände...
Für jeden Vertragsarzt gibt es rechnerisch 1.5 Sozialversicherungsfachangestellte bei den kranken Kassen!

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