DÄ plusForenKommentare NewsSicherstellungsaufträge für Pharmafirmen

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Avatar #79783
am Sonntag, 30. August 2015 um 22:43

Das könnte

durchaus ein Effekt der Preispolitik der deutschen Krankenkassen sein - wer am schlechtesten zahlt, wird zuletzt beliefert! Die erfolgreiche Vertreibung der forschenden Pharmaindustrie aus Deutschland tut ihr übriges dazu. Wenn ein amerikanischer Konzern in Indien produzieren lässt, muss sich Deutschland hinten in der Warteschlange anstellen, wenn es Engpässe gibt - da nützt kein Gesetz...
Avatar #691359
am Sonntag, 30. August 2015 um 23:43

Schuld tragen nicht nur die Firmen,

streng genommen ist die GKV in Deutschland ein Kartell, welches so lange Monopolpreise diktiert hat, bis es zum Marktversagen gekommen mußte. Spätestens dann, wenn für einen wichtigen Wirkstoff weltweit weniger als drei unabhängige Hersteller am Markt sind, sollten die Daumenschrauben der Zwangsrabatte gelockert werden.

Da die GKV einen Sicherstellungsauftrag hat, könnte sie selbst als Pharma-Großhändler auftreten und für problematische Substanzen einen Jahresbedarf irgendwo in einer großen Kühlhalle einlagern. Aber ob dies wirklich günstiger ist als der Verzicht auf Zwangsrabatte wage ich zu bezweifeln.

Es wäre sicher eine interessante Aufgabe für ein juristische Promotion zu schauen, ob das SGBV aus kartellrechtlicher Sicht überhaupt so bestehen dürfte.
Avatar #539104
am Montag, 31. August 2015 um 21:07

Sicherstellungsaufträge für Pharmafirmen

... wären auch eine gute Lösung. Warum soll nur die Ärzteschaft gezwungen sein, bestimmte Leistungen vor zu halten - genauso wäre als Zugang für Firmen zum Deutschen Markt denkbar, daß es Zulassungen bzw. Erstattungen durch die GKV nur gibt, wenn Maßnahmen für eine gesicherte lückenlose Versorgung durch redundante Strukturen und nachgewiesene Produktionsreserven dokumentiert und als funktionierend nachgewiesen werden.
Reine Marktlogik hat dort, wo es um das Wohl von Menschen geht, nichts zu suchen. S.z.B. auch die Riesenprobleme mit den "orphan-Drugs"
Avatar #79783
am Dienstag, 1. September 2015 um 00:18

@helligx

Der Sicherstellungsauftrag funktioniert nur, wenn der "Sichersteller" auf deutschem Boden heimisch ist und sich das gefallen lässt.
Beides gilt für die Pharmaindustrie nicht, die kann ins Ausland verlagern - oder zumindest damit drohen.
Arzneimittel in Deutschland entwickeln und zur Zulassungsreife bringen, wäre für Pharmahersteller blanke Idiotie.
Hier sitzt Deutschland heute am schmutzigen Ende des Stocks namens "Globalisierung" - und zwar verdient!

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