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am Montag, 1. Februar 2016 um 13:13

Wie viel ist ein (krankes) Menschenleben noch wert?

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Umgestaltung des AMNOG nimmt Formen an
vom Freitag, 29. Januar 2016
Diese Frage stelle ich mir immer öfter. In England sind es zwischen 20.000 und 30.000 englische Pfund pro Lebensjahr.

Und was gilt als Zusatznutzen? Nicht einmal die Tatsache, dass z.B. ein Mehrfacherkrankter ein bereits anderweitig geschädigtes Organ schützen kann. Wenn ein Unternehmen ein solches Medikament entwickelt hat, bringt es dieses verständlicherweise nicht auf den deutschen Markt. Die Dummen sind in diesem Fall die Kranken. Hauptsache die gesunden Beitragszahler werden geschont.

Ich habe bis jetzt auch keinen Arzt getroffen, der den § 31 Abs. 1, Satz 4 des SGB V (gesetzliches Krankenkassenrecht) kennt, obwohl dort auch die Möglichkeiten der medikamentösen Therapie aufgezeichnet sind. Darauf hinzuweisen liegt offensichtlich nicht im Interesse des Spibu, noch im Interesse der sog. Leistungserbringer (z.B. KV'en).

Nach diesem Paragrafen müssten eigentlich die Krankenkassen, die Entscheidung respektieren, dass der Arzt, wenn er es für nötig hält, ein Medikament auf Kosten der GKV verschreibt, das der G-BA auf die Anlage III - nicht durch GKV erstattungsfähige Medikamente gesetzt hat. Nein, man muss vorher noch einen Antrag an die Krankenkasse stellen und dann kommt noch die Wirtschaftlichkeitsprüfung und die Einwände der Krankenkassen mit dem ganzen Zeitaufwand für den Arzt und der Patient wird medizinisch womöglich nicht optimal behandelt.

Dann werben die Krankenkassen noch damit, dass sie den Versicherten "optimal" helfen können.

Vielleicht sollte man den noch gesunden Beitragszahlern mitteilen, dass sie in den letzten 6 - 8 Wochen Ihres Lebens möglicherweise das doppelte ihrer Beiträge "verbrauchen" und dass dies eigentlich auch nicht wirtschaftlich ist.

Eine der gefährlichsten Nebenwirkungen für Kranke sind nicht die neuen Medikamente sondern der Gemeinsame Bundes­aus­schuss mit seinen Beschlüssen. Aber was soll man von den Mitgliedern auch erwarten, die nicht einmal Wissen, wie Computer programmiert werden, aber glauben, dem Einzelnen sagen (vorschreiben) zu können, was für ihn richtig ist. Dabei sind die menschlichen Programme um einen Faktor hoch X noch wesentlich komplizierter und noch nicht verstanden.

Dass der Mensch auch durch die Umwelt geprägt wird, stimmt nur in so weit, wie es sein genetisches Programm zulässt.

Schließlich wird er schon mit tausenden von "Programm Fehlern" geboren, von denen man keinerlei Wissen hat, wie sich diese im Laufe der Zeit auswirken.

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