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Avatar #106067
am Samstag, 13. Februar 2016 um 13:20

"Demenz schützt vor Bildung"?

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Framingham-Studie: Bildung schützt vor Demenz
vom Freitag, 12. Februar 2016
Bei den Schlussfolgerungen zu "Incidence of Dementia over Three Decades in the Framingham Heart Study" von C. L. Satizabal et al. im NEJM wird klar, dass die Ursachenforschung bei der Demenz-Inzidenz noch in den Kinderschuhen steckt.

Die hier aufgeführten Erklärungsmuster, insbesondere: "Die wahrscheinlichste Erklärung für den Rückgang der Demenz ist die Vermeidung von kardiovaskulären Risikofaktoren wie Rauchen, arterielle(r) Hypertonie und hohen Cholesterinwerten. In diesen Feldern wurden in den letzten Jahren in den USA mehr als in Europa gute Fortschritte gemacht", sind reine Spekulation.

Die Schlussfolgerungen des AutorInnen-Teams lesen sich in der Originalarbeit auch wesentlich vorsichtiger: Die Faktoren, die den Rückgang der Demenz-Inzidenz im Verlauf der letzten drei Jahrzehnte in der Framingham-Herz-Studie bedingten, wurden bisher n i c h t komplett identifiziert. ["CONCLUSIONS - Among participants in the Framingham Heart Study, the incidence of dementia has declined over the course of three decades. The factors contributing to this decline have not been completely identified."]

Der DÄ-Titel "Framingham-Studie: Bildung schützt vor Demenz" bleibt damit fragwürdig.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
Avatar #110206
am Samstag, 13. Februar 2016 um 15:55

welche Art Bildung schützt vor Demenz?


Wenn wir nicht dement werden wollen, müßten wir anscheinend Humboldts ganzheitlichem Bildungsideal folgen. Dann wären aber die leitlinienorientierten Ärzte stark demenzgefährdet, und unter denen die Spezialisten ganz besonders.
Außerdem müßten wir unser Bildungssystem stark überdenken. Womöglich haben die Anhänger der Einheitsschulen einen größeren Anspruch auf ein demenzfreies Altern als die Humanisten.
Machen wir uns nichts vor, es geht nichts an einer andidementiellen Bildungselite vorbei. Alternativ wäre vielleicht noch denkbar in eine Bildungsbürgersfamilie enizuheiraten. Vielleicht gibt es ja bei den Manns oder den Weizsäckers noch die eine oder andere unverheiratete Person.
Und zu allem fällt mir nur die Aussage meines Professors ein:
er habe ein Mittel gegen Demenz entwickelt, aber es sei ihm leider entfallen.

Schade, der Artikel kam eine Woche zu spät und hätte ganz gut auf Rosenmontag gepasst.
Avatar #115425
am Montag, 15. Februar 2016 um 15:42

Umgekehrt wird auch ein Schuh daraus

Könnte es nicht sein, dass Menschen, die die Veranlagung zur Demenz nicht haben, sich besser "bilden" können?
Avatar #697854
am Mittwoch, 24. Februar 2016 um 08:50

ist doch naheliegend, auch ein Muskel verkümmert durch Inaktivität

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