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Avatar #115425
am Mittwoch, 17. Februar 2016 um 18:01

An alle Diabeatlogen. SGB V anschauen (§31)

Kommentar zur Nachricht
AMNOG: Diabetologen fordern Nachbesserungen
vom Dienstag, 16. Februar 2016
Werte Ärztinnen und Ärzte,

Bitte schauen Sie sich doch mal genau den § 31, Abs. 1, Satz 4 des SGB V an.

Nach diesem Satz dürften Sie Patienten auch Medikamente verschreiben, die der G-BA auf die "Anlage III", nicht von der GKV erstattungsfähige Medikamente gesetzt hat.

Eigentlich dürften die Krankenkassen auch keine vorherige Genehmigung verlangen, mit einer ausführlichen Begründung. Mit Erschrecken habe ich festgestellt, dass meine Ärzte das SGB V überhaupt nicht kennen, obwohl es im Rahmen des "Rechtes der gesetzlichen Krankenkassen" auch das Recht der Kassenärzte betrifft.

Aber was soll man von einer Organisation, wie dem G-BA halten, der ein Medikament, das keine Hypoglykämie verursacht aus dem Verkehr zieht und dies damit begründet, die Patienten könnten doch auf Insulin eingestellt werden. Der Einwand der DDG wurde abgeschmettert mit der Begründung "Eine Hypoglykämie sei zwar ein patientenrelevanter Endpunkt (Tod oder Morbidität), aber die Patienten sind doch geschult".

Ich bereue es heute noch, dass ich gegen den damaligen neutralen Vorsitzenden Dr. jur. Rainer Hess, keine Strafanzeige erstattet habe.

Allerdings, wenn schon ich als "kleiner Patient" gegenüber meiner Krankenkasse, die Genehmigung für Pioglitazon durchgesetzt habe, müsste Ihnen das doch auch gelingen, bzw. für ein anderes Medikament. Ich habe dies allerdings selbst gut begründen können u.a. wegen meiner Herzschwäche. Ich musste allerdings sogar einen Facharzt "belehren" und habe ihm das entsprechende erforderlich Attest "vorgeschrieben", weil er beim ersten mal einiges "vergessen" hatte. Ein Arzt derselben Praxis meinte, da müsse man vor das Sozialgericht gehen.

Ich muss Ihnen ehrlich sagen, ich bin richtig erschüttert, wie wenig juristisches Wissen Ärzte haben, wenn es um die Gesundheit der Patienten geht. Allerdings werden die Ärzte wahrscheinlich sogar von den Verwaltungsangestellten drangsaliert mit diesem "Wirtschaftlichkeits Gebot". Der zeitliche Aufwand wird hierbei verständlicherweise zu hoch.

Wenn die Ärzte Ihre Vereinigungen zu Rate ziehen, so landen sie womöglich bei den Falschen. Denn diese verteilen doch die Gelder und sind am gesundheitlichen Recht der Patienten nicht interessiert. Da sind ja auch nur Funktionäre und keine Praktiker.
Avatar #79783
am Donnerstag, 18. Februar 2016 um 00:22

Mich stört als Hausarzt

dass durch IQIG und AMNOG Therapien als "zweckmäßige Vergleichstherapie" geadelt werden, die dem verordnenden Arzt im Zweifel als Behandlungsfehler angelastet werden können. Wer übergewichtige Typ2-Diabetiker einer Therapie zuführt, die erwiesenermaßen zu erhöhtem Hypoglykämierisiko und Gewichtszunahme führt, handelt gegen besseres Wissen und schuldhaft, wenn der Patient einen Schaden erleidet!

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