DÄ plusForenKommentare NewsChronisches Fatigue-Syndrom: Besteht ein höheres Suizidrisiko? Medscape. 25. Feb 2016.

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Avatar #696920
am Freitag, 12. Februar 2016 um 20:55

@Practicus

Vielen Dank für den Hinweis, Practicus! Im Gegensatz zu den meisten Ihrer (?) Disziplin bin ich äußerst lernbereit. Das ändert aber nichts Grundlegendes an meiner kritischen Analyse der Studie.

Und schade, dass Ihnen nicht mehr zu meinem Kommentar einfällt, als diese herablassende Kritik an meiner mangelnden Fachsprachenkenntnis.
Avatar #710614
am Mittwoch, 17. Februar 2016 um 14:16
geändert am 17.02.2016 14:25:37
geändert am 17.02.2016 14:26:48
geändert am 17.02.2016 14:33:32
geändert am 17.02.2016 14:53:21
geändert am 18.02.2016 13:20:02

Prof. J. C. Coyne: Lancet-Studie ist "wissenschaftlich schlecht"

Die hier besprochene Lancet-Studie wurde im Übrigen von dem renommierten amerikanischen Psychologie-Professer, James C. Coyne, Emeritus Professor of Psychology in Psychiatry, in einem seiner Blogs einer kritischen Bewertung unterzogen:

https://jcoynester.wordpress.com/2016/02/16/bad-stats-non-sequitur-conclusions-in-lancet-chronic-fatigue-syndromesuicide-study/

Sein vernichtendes Urteil zur Studie:

„Schlechte Statistik – unlogisches Schlussfolgerungen“

=> “embarrassingly bad science“

In Coynes Artikel wird auch erklärt, warum die in der Lancet-Studie verwendeten CFS-Diagnose-Kriterien, wie z. B. insbesondere die„Oxford-Kriterien“ nicht zur Auswahl einer Patienten-Kohorte geeignet sind, deren Probanden auch tatsächlich an der neuro-immunologischen Erkrankung CFS/ME (G93.3) leiden. Dies ist derzeit nur anhand der „Kanadischen" oder der "Internationalen Konsenskriterien“ möglich.

Prof. Coyne ist zudem Herausgeber bei der Online-Zeitschrift „Plos One“; dort hätte er allerdings die Lancet-Studie unter keinen Umständen veröffentlicht, da die Studie allzu offensichtliche Mängel aufweise, die man auch nicht berichtigen könne.

Der Verfasser des Artikels im Ärzteblatt, „rme“, hingegen, hat die Mängel der Lancet-Studie vollkommen unreflektiert in seinen Artikel übernommen – anscheinend sind sie ihm nicht einmal aufgefallen.
Aufgrund dieser Tatsache muss ich die Urteilsfähigkeit des Autors „rme“, was die wissenschaftliche Güte und Qualität von Studien betrifft, anzweifeln.
Des Weiteren scheint „rme“ auch nicht darüber informiert zu sein, welche Problematik die „Oxford-Kriterien“ hinsichtlich der Diagnosestellung von CFS/ME beinhalten, d. h. er kann kein Experte bzgl. der Thematik CFS/ME sein.
Ich würde den Autor „rme“ deshalb dringend bitten, bevor er einen weiteren Beitrag zu dieser Thematik veröffentlicht, sich einmal mit den grundlegenden Begrifflichkeiten der internationalen CFS/ME-Forschung auseinanderzusetzen.

Es kann nicht sein, dass in einer medizinischen Fachzeitschrift fehlerbehaftete Studien wie die Lancet-Studie nicht nur ohne kritische Auseinandersetzung übernommen werden, sondern auch noch als Anlass für die generalisierende Diffamierung von CFS/ME-Kranken herangezogen werden!

Avatar #114590
am Donnerstag, 25. Februar 2016 um 13:26

Chronisches Fatigue-Syndrom: Besteht ein höheres Suizidrisiko? Medscape. 25. Feb 2016.

Bei Medscape berichtet man über die Studie ohne die Patienten zu stigmatisieren. Es geht also, wenn man denn will. http://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4904617#vp_2
Avatar #716523
am Donnerstag, 8. September 2016 um 12:32

Ich glaube wir streiten über die völlig falschen Dinge

Es ist doch zunächst mal völlig egal ob die Suizidalität von einer Komorbidität kommt, eine Nebenwirkung einer organischen Erkrankung ist oder eine Reaktion auf die Lebensumstände - Fakt ist mMn, dass es sich um Menschen handelt die offensichtlich Hilfe brauchen.
Von wegen 'Viele Patienten lehnen eine psychiatrische Betreuung strikt ab', in der Realität sieht es doch so aus, dass ME/CFS-Patienten keinerlei psychiatrische/psychotherapeutische Unterstützung erwarten brauchen. Wenn man mit Beschwerden die Müdigkeit in irgend einer Form einschließen zu einem durchschnittlichen Therapeuten geht wird man (erfahrungsgemäß) mal mehr, mal weniger höflich verspottet und geht dann halt eben nicht mehr hin. Das ist völlig unabhängig davon ob man wegen Schlafmangel, Krebs oder ME/CFS müde war.

Das jetzt auch noch auf die Patienten abwälzen zu wollen schlägt dem Fass den Boden aus.
Avatar #724259
am Mittwoch, 22. Februar 2017 um 15:23

Schlaumeier

@Practicus
lifetime als Adjektiv hat noch immer die deutsche Bedeutung/Übersetzung "lebenslänglich".

Im übrigen hat Frau Voss völlig recht!
Die Diagnose "somatoforme Schmerzstörung" greift in geradezu inflationärer Art und Weise um sich, hier insbesondere in Gutachten des sozialen Entschädigungsrechtes.
In meinen Augen eine Bankrotterklärung des deutschen Gesundheitswesens und ein erbärmliches Zeugnis für den Sozialstaat.
Ich selbst war 16 Jahre lang mit dieser Diagnose behaftet bis eine Heilpraktikerin!!!! den richtigen Hinweis gab und anschließend die Schulmedizin deren Vermutung zähneknirschend bestätigen musste, weil entsprechende Untersuchungsergebnisse schlicht nicht mehr ignoriert werden konnten.
Wahrscheinlich habe ich es nur meiner starken Psyche und einem intakten sozialen Umfeld zu verdanken, dass ich mich nicht vorher aufgehängt habe.

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