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Avatar #675503
am Samstag, 14. Mai 2016 um 17:09

Versicherungspflichtig bei Abzockern

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„Für die Krankenkassen steht das Sparen an erster Stelle“
vom Freitag, 13. Mai 2016
Ein ganz praktisches Beispiel: Eine junge Frau wird von ihrem Arzt aus gutem Grund AU geschrieben. Bereits am dritten Tag wird die "Versicherte" gefragt: "Wie lange werden Sie denn arbeitsunfähig sein"? Ich stand bei diesem Telefonat neben der "Versicherten". Auf die Antwort der Versicherten: "Ich habe keine Ahnung, ich bin nicht mein Arzt", bekam sie die Antwort: "Nun, wir können Sie natürlich auch zum MDK schicken...". In Folge dieser dreisten Unverschämtheit beendete die "Versicherte" das Gespräch. Im Gegenzug hat die KK 4 Wochen nach AU noch keinen Bescheid über die Höhe des KG erstellt und lehnt zusätzlich eine Folge-AU ab, weil sie angeblich zu lang ausgestellt ist.
Ich sage es ganz deutlich und man darf mich ruhig verklagen: "Krankenkassenbetreiber sind Betrüger und Abzocker, sie wollen möglichst viel Geld einnehmen, die Patienten aber sind ihnen vollkommen egal. Dummerweise werden sie von Mitarbeitern darin unterstützt, die sich davor fürchten müssen, einmal die eigene "Versicherung" in Anspruch nehmen zu müssen.
Avatar #99598
am Montag, 16. Mai 2016 um 13:29

Gutachter / Psychiater oft willfährige Mittäter beim Sparen!

Eine Klientin, die in einem Heilberuf sowohl selbstständig als auch angestellt tätig ist und jahrelang Mobbing-Opfer war und sich wegen der Folgen bei mir in Therapie befindet (F43.2 - auch von ihrem Hausarzt so bestätigt), beantragte wegen gleichzeitig bestehender psychosomatischer Probleme auf mein Anraten eine stationäre Psychotherapie. Ihr Hausarzt unterstützte diesen Antrag!
In ihrer Anamnese befand sich von zwei unabhängigen Institutionen je ein Hinweis auf ein möglicher Weise bestehendes AD(H)S im Erwachsenenalter. Eine tatsächliche Befundung hierzu hatte nie statt gefunden.
Ihr Antrag wurde an die Rentenversicherung überwiesen und diese lehnte die Reha ab. Im Widerspruchsverfahren verlangte die RV eine Begutachtung durch einen Psychiater. Dieser attestierte unter Verfälschung der vorliegenden Unterlagen der Klientein ein florierendes AD(H)S und ihre derzeitigen Probleme würden allesamt hierauf zurück zu führen sein.
Einen Grund für diese Ausführung nennt er nicht. Aber folgert daraus messerscharf, dass bei AD(H)S-Problematik grundsätzlich eine ambulante Therapie indiziert sei und daher der Antrag auf Reha abzulehnen sei.

Toll! Schon hat die Rentenversicherung kräftig Geld gespart!

Folgt man diesem Psychiater, so hat niemand, der die Diagnose AD(H)S erhalten hat, jemals Chance auf stationäre Psychotherapie, da ja das AD(H)S vordergründig sei für alle weiteren psychischen Probleme!

Der Psychiater übetrifft seine dubiose Glanzleistung in seinem Gutachten mit einer ungeheuerlichen Schlussfolgerung: „Aufgrund des psychischen und körperlichen Zustandes sei meine Klientin überhaupt nicht in der Lage ihren Beruf auszuüben!” Für diese Ausführung liefert der „Herr Psychiater” ebenfalls keine Begründung.
Außerdem war eine solche Schlussfolgerung oder Feststellung vom Auftraggeber, der Rentenversicherung, nicht verlangt worden und somit von diesem Psychiater in eigener Selbstherrlichkeit eigenmächtig ins Gutachten hinein geschrieben worden.

Der Rechtsweg bleibt der Klientin verschlossen, denn sie müsste auf eigene Kosten (es gibt hierbei keine Prozesskostenhilfe usw.) ein qualifiziertes Gegengutachten erstellen lassen und auf eigene Kosten beim Sozialgericht Klage erheben. Zwar herrscht dort kein Anwaltszwang, aber eine derartig knifflige Sache sollte mit Hilfe eines Anwalts angegangen werden. Und der müsste ebenfalls vorfinanziert werden.
Meine Klientin sieht sich nun entrechtet und dies passt wiederum zur Mobbing-Problematik, wegen derer sie ja zu mir gekommen ist. Zynischer geht's nimmer!

Ich kann nur vermuten, dass der Psychiater damit beabsichtigte, dass diese Frau, die nicht mehr viel Zeit bis zur Rente hat, vorzeitig „ausgemustert” wird und sich dann jede evtl. weitere Antragstellung „von selbst erledigt”.
Mir ist bisher noch kein bösartigeres psychiatrisches Gutachten untergekommen, das zu Gunsten der Kostenersparnis auch die Existenzvernichtung von Menschen billigend in Kauf nimmt. (Gert Postl lässt schön grüßen!)

Clemens M. Hürten, Heilpraktiker der Psychotherapie, Rottweil

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