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Avatar #11581
am Montag, 27. Juni 2016 um 21:15

Zigaretten-Schockfotos

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Zigaretten-Schock­fotos: Mehrheit hält sie für wirkungslos
vom Montag, 27. Juni 2016
typisch Deutschland: hier fragt man irgendwelche Leute um ihre Meinung. Anderswo werden nicht Meinungen, sondern Fakten erhoben: wirken die Bilder tatsächlich abschreckend auf Raucher?
Avatar #715180
am Sonntag, 17. Juli 2016 um 22:35

Was aber ist mit den Nebenwirkungen ("Kollateralschäden") ???

Hierzu folgende Ausführungen des Abg. Dr. Franz–Joseph Huainigg, ÖVP-Sprecher für Menschen mit Behinderung, zu den sogenannten „Gruselbildern“ (abschreckende Realabbildungen kranker und behinderter Menschen):

„(…) Ich erachte die Anti-Raucherkampagne durch Abschreckungsbilder als sinnvoll, verwehre mich aber dagegen, Rauchen in direkten Zusammenhang zu Behinderung als Folge des Rauchens zu stellen. Beispielsweise lautet ein Warnhinweis ‚Rauchen verursacht Schlaganfälle und Behinderungen’, begleitet von Bildern wie einer blassen, apathischen, im Rollstuhl hängenden Frau oder eines künstlich beatmeten Mannes im Krankenbett. Diese Sujets vermitteln ein klischeehaftes und negatives Bild von Behinderung, die ich als diskriminierend empfinde“.

Zumindest das österreichische Parlament hat bereits reagiert: „In Form einer Entschließung spricht sich der Gesundheitsausschuss dafür aus, bei den kombinierten Warnhinweisen auf den Packungen künftig darauf zu achten, dass es zu keiner Diskriminierung behinderter Menschen kommt“, und offensichtlich das „European Disability Forum“ eingeschaltet.

Oder auch Christiane Link (http://blog.zeit.de/stufenlos/2016/04/25/behinderte-menschen-als-warnhinweis/):
"Hat sich mal irgendjemand der Gesundheitskampagnenerfinder überlegt, wie sich das eigentlich so anfühlt, wenn die eigene Lebenssituation als abschreckendes Beispiel genutzt wird? Nein? Dann kann ich es ihnen sagen: Es ist ziemlich ätzend.
Am meisten stört mich die Botschaft in beiden Warnungen: „Ein Leben mit Behinderung ist furchtbar! So möchtest du doch nicht leben, oder?“ Na danke liebe EU. Vielleicht hören ein paar mehr Menschen deshalb auf zu rauchen. Aber sehr viel mehr Menschen müssen tagtäglich dagegen ankämpfen, dass sich solche und ähnliche Botschaften in den Köpfen festsetzen. Sie führen zu Mitleid, Ausgrenzung und weniger Teilhabe. Denen erweist man mit der Kampagne einen Bärendienst."

NATÜRLICH hat es "eine Wirkung", wenn man bspw. abgeschlagene Extremitäten (bspw. gegen Diebstahl oder Rauchen), oder gar (bspw. erschlagene) Säuglinge zur Schau stellt. Seit Jahrtausenden bekannt. Seit Jahrtausenden werden Menschen auf genau diese Weise auf's Schlimmste gedemütigt.

Dürfen aber Ärzte derartige Abscheulichkeiten unterstützen, gar initiieren?

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