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Avatar #115425
am Mittwoch, 27. Juli 2016 um 14:52

Kaum neue innovative Medikamente für GKV versicherte durch G-BA

Kommentar zur Nachricht
Arzneimittelgesetz: Industrie und Krankenkassen kritisieren Entwurf
vom Dienstag, 26. Juli 2016
Wieder einmal hat der G-BA einen riesen Fehler gemacht, bei der Bewertung des Wirkstoffes Vortioxetin (Brintelllix).

Er hat keinen Zusatznutzen erkannt, obwohl dieser Wirkstoff eine gefährliche Nebenwirkung - nämlich die Q-T-Zeit wird nicht erhöht. Das kann für manche sehr gefährlich werden, ohne dass der ICD wirksam eingreifen kann. So extrem gefährlich ist allerdings dies nicht für jeden Patienten. Aber es bleibt ein Restrisiko, da eine verlängerte Q-T-Zeit grundsätzlich weitere gefährliche Rhythmus Störungen auslösen kann.

Der G-BA hat somit wieder einmal fälschlicherweise keinen Zusatznutzen erkannt, obwohl lt. den Richtlinien des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen ein evtl. großer Zusatznutzen vorhanden ist.

Dadurch wurde der Hersteller praktisch erpresst und sollte den Preis nur knapp über vergleichbaren Medikamenten erhalten. Hier liegt der nächste Fehler, denn es gibt praktisch kein vergleichbares Medikament, denn alle Psychopharmaka haben praktisch diese Nebenwirkung - außer vielleicht eines, aber das kann bei Nierenschädigung nicht angewendet werden.

Verständlicherweise stellt die Firma den Vertrieb für Deutschland ab 16.8.2016 ein.

Laut dieser Firma liegt aber seitens des G-BA noch ein weiterer Missstand vor (keine klinische Bewertung).

Aber der Herr Jurist Josef Hecken wird sich schon irgendwie mit einer Ausrede bis auf die Knochen blamieren können.

Es könnte aber auch ohne Ausrede sein, sondern rein gesetzlich. Ich verweise hiermit auf den § 31 Abs. 1, Satz 4 des SGB V. Es ist nämlich nach meinen Erfahrungen damit, gar nicht so schwer im Einzelfall die Genehmigung der Krankenkasse zu bekommen, solche Medikamente auf GKV Rezept erstattet zu bekommen. Eigentlich dürfe gar keine Genehmigung gefordert werden, sondern der Arzt hat Therapiefreiheit. Sie wird aber immer wieder von den Kassen mit möglichst viel Bürokratie und Wirtschaftlichkeitsbeanstandungen unterlaufen. Ein Antrag des Patienten mit einem ausführlichen Attest nach § 130 Patientenrechtsgesetz (Vollständigkeit)müsste bereits genügen.

Die Pharmafirmen sind zwar auch keine "Chorknaben", aber die Unwissenheit des G-BA ist meist nicht zu übertreffen.

Das ganze sollte auch noch viel mehr Kriterien, als Umsatzahlen enthalten um die Patienten optimal (soweit das überhaupt biologisch möglich ist) behandeln zu können und um die Hürden der Bürokratie abbauen zu können.

Ich wollte mir schon Rechtsauskunft im Falle dieses Medikamentes beim G-BA einholen, insbesondere wie es aussieht, wenn das Medikament nicht mehr in Deutschland vertrieben wird. Es sind dort viele Juristen, aber kein einziger praktischer Arzt bzw. Facharzt.

Avatar #115425
am Mittwoch, 27. Juli 2016 um 15:03

Kleine Berichtigung

Soll heißen ...obwohl diese Medikament eine gefährlich Nebenwirkung n i c h t hat, nämlich eine Erhöhung der Q-T-Zeit.

Ich wollte selbst schon den G-BA anschreiben, wie ich zur Erstattung dieses Medikamentes komme, aber leider lässt meine Niereninsuffizienz nicht zu dieses Medikament gefahrlos einzusetzen. Eine Anfrage beim G-BA darf sogar - oh Wunder - ein kleiner Patient machen.

Im Gegensatz dazu habe ich kürzlich erlebt, dass meine Ärztin eine Anfrage beim KV Bayern (telefonisch) gemacht hat, und eine Falschauskunft erhalten hat. Sie sollte für das verschreibungspflichtige Medikament zwei Privat-Rezepte ausstellen und erst jedes 3. Als "Kassenrezept", ob wohl die Verordnungsrichtlinien diese Verbandes eindeutig eine Erstattung durch die Krankenkasse bestätigen.

Schlimmer geht immer.

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