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Avatar #94527
am Mittwoch, 27. Juli 2016 um 20:33

Mittelalter läßt grüßen

Kommentar zur Nachricht
Adipositas: Zahl bariatrischer Eingriffe steigt
vom Mittwoch, 27. Juli 2016
„schwere, nicht wieder rück­gän­gig zu machende Operationen an einem eigentlich funktionierenden Körper“.Diese Aussage trifft das Problem im Kern. Der Verdauungstrakt erledigt seine Aufgaben zuverlässig und wird, um den Patienten zu einer Verhaltensänderung zu zwingen, verstümmelt. Im Mittelalter wurden den Dieben die Hände abgehackt, damit sie nicht mehr stehlen konnten. Es war eine Sternstunde der Medizin, als durch die neuen säurehemmenden Medikamente keine Magenoperationen mit all ihren Folgen mehr notwendig waren. Dumping-Syndrome sehen wir neuerdings wieder nach bariatrischen Operationen. Unklar ist auch nach wie vor welche Langzeitfolgen durch Nährstoffmangel entstehen können. Und, es gibt Hinweise, dass die veränderte Darmflora eine maßgebliche Rolle in der Verbesserung der diabetischen Stoffwechselsituation spielt. Die Flora ändert sich nicht durch die Hand des Chirurgen, sondern durch die veränderte "Fütterung" (Ernährung) dieser Hauskeime. Bedenken sollten alle Beteiligten, dass für die Patienten endgültig und für immer keine normale Ernährung mehr möglich sein wird. Ich wage zu bezweifeln, dass ein Mensch, der selbst Gewicht reduzieren möchte und sich dennoch nicht selbstständig zu einer notwendigen Lebensstiländerung motivieren kann,um dieses Zukunftsziel zu erreichen,diese letztendliche Konsequenz wirklich erfasst. All dies ist Grund genug den derzeitigen Hype der bariatrischen Operationen kritisch zu hinterfragen.
Avatar #697854
am Mittwoch, 27. Juli 2016 um 21:38

@Rie-Rie von Hype kann keine Rede sein!

Der Kern des Problems ist das krankhafte Übergewicht!!!
Wahrscheinlich kennen Sie keinen einzigen solchen Patient.
Die Kassen sind (ökonomisch) dumm, wenn sie das wie bisher weiter behindern.
Avatar #106067
am Mittwoch, 27. Juli 2016 um 22:02

Quatsch-Comedy-Club?

Da trafen sich wohl Pat und Patachon! Bei bariatrischen Operationen handle es sich um „schwere, nicht wieder rückgängig zu machende Operationen an einem eigentlich funktionierenden Körper“, erläuterte der Kollege und Vorstandsvorsitzende der Barmer GEK, Dr. med. Christoph Straub. Doch stimmt das wirklich bei einem BMI von 45 bis 50 und mehr?

Meine vor einigen Jahren Zentrums-operierte und fachlich begleitete Patientin mit BMI 53+ hatte schon eine Odyssee hinter sich: Endokrinologie, Akutkliniken, REHA, Physio- und Psychotherapie, Ökotrophologie bei z. T. dramatischen Krankheitsentwicklungen. Sie macht heute wieder Luftsprünge, freut sich über bio-psycho-soziale, berufliche, familiäre und kulturelle Teilhabe.

Knie-, Hüft- und Schulter-TEP; 3- oder 4-fach ACVB bzw. viele andere orthopädische und chirurgische OPs sind ebenfalls "schwere, nicht wieder rückgängig zu machende Operationen an einem eigentlich (noch ???) funktionierenden Körper“.

Gipfel ist Prof. Dr. Boris Augurzky, Jahrgang 1972, mit seiner Einlassung: "Nach einem bariatrischen Eingriff müssen Patienten häufiger wegen Gallensteinen, Krankheiten des Verdauungssystems und Eingeweidebrüchen ins Krankenhaus“. Auch nach seinem Studium der Volkswirtschaftslehre und Mathematik (seit 2014 Geschäftsführer der Stiftung Münch) http://www.rwi-essen.de/augurzky
sollte er wissen, was verfügbaren Studien belegen: Massive Gewichtsreduktion durch Crash-Diäten mit forciertem Abnehmen, selbst im undramatischen BMI-Bereich und in Eigenregie, führen in erster Linie zu Gallensteinen, Krankheiten des Verdauungssystems und Hernien.

Nicht weniger abwegig ist der Mittelalter-Vergleich, es sei denn, bariatrische Adipositas-Chirurgie würde betrieben, weil die Betroffenen als Patienten vorher zu viele Lebensmittel gestohlen hätten?

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
Avatar #115425
am Donnerstag, 28. Juli 2016 um 13:21

Fettleibige können eigentlich nichts dafür, dass sie so sind

Als voll erwerbsgeminderter Rentner habe wohl etwas mehr Zeit mich mit Forschungsergebnissen zu beschäftigen. Als ehemaliger Programmierer weis ich auch, dass nicht der Drucker "kaputt" ist, wenn er nichts ausdruckt, sondern sich nur kurz initialisiert. Der wahre "Schuldige" ist das Programm im Hauptcomputer mit dem ich dem Drucker nicht den notwendigen Text zur Verfügung gestellt habe.

Fatalerweise könnte das bei Adipositas ähnlich sein. Es ist seit einiger Zeit bekannt, dass eine Punktmutation im FTO-Gen Fettleibigkeit verursachen kann. Aber wieso? Mittlerweile habe ich über die Sendung "Nano" (3-Sat) erfahren, dass bei dieser Mutation "falsche" Fettzellen produziert werden. Es gibt außer den bekannten weisen und braunen Zellen, zwischen denen wohl schon ein optimales Verhältnis bestehen muss, auch beige Fettzellen, die durch den Gen-Defekt produziert werden.

Aber wie so machen die so dick? Eine Erklärung, die ich für sehr wahrscheinlich halte, ist die, dass die falschen Fettzellen nicht als Energie für den Körper bereitstehen, sondern eingelagert werden.

Dies könnte ein fatales Ereignis bewirken. Der Körper hat zu wenig brauchbare Energie, logischer Weise braucht er noch mehr, erzeugt Hunger und normalerweise auch Appetit und bekommt durch weiteres essen die Energie wiederum nicht vollwertig zur Verfügung gestellt. Das FTO-Gen wurde auch als "Appetit-Gen" angesehen. Aber ohne Appetit würden wir wahrscheinlich verhungern. Der Hunger ist bald überwunden, was dann kommt ist Lethargie. Bei mir war ein mal Epleronon der "Appetithemmer", eigentlich ein A1-Medikament für mich, ich musste es aber absetzen (Übelkeit, Appetitlosigkeit).

Dies könnte auch der Grund sein, dass die ganzen üblichen Therapien kaum erfolgreich sind. Der Effekt ist wahrscheinlich auch bei verschiedenen Menschen unterschiedlich ausgeprägt.

Es ist wohl sehr schwierig oder gar unmöglich eine geeignete konventionelle Lösung zu finden.

Der "Körper" (Gene) funktioniert somit wohl doch nicht richtig. Defekte an Genen sind eigentlich der "Normalfall" im menschlichen Leben und nicht immer funktioniert die Reparatur.

Nicht jede "sichere" Kausalität ist auch wahr.

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