am Dienstag, 10. Januar 2017 um 17:08

Bertelsmann-Studie nicht ernst nehmen!

Originalfassung der Studie unter
https://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/BSt/Publikationen/GrauePublikationen/Studie_VV_KrankenversPflicht_Beamte_Selbststaendige_Teilbericht-Beamte_final.pdf

Dort werden unter "5. Zusammenfassung und Fazit" auf Seite 54 in z. T. kryptischen Ausführungen konfabuliert und formuliert:
"TABELLE 23 - Zusammenfassung der Simulationsergebnisse für die Einbeziehung von Beamten in die GKV
BASISVARIANTE | WECHSELTRÄGHEIT | LANGFRISTIGES KALKÜL | BEIHILFEFÄHIGER TARIF
Anteil Wechsler 88 % | 80 % |94 % | 88 %
Anzahl Wechsler 2,72 Mio. | 2,49 Mio. | 2,90 Mio. | 2,72 Mio."

Unter "Mrd. Euro p. a." werden im Einzelnen beziffert:
"GKV-Nettoeffekt 3,4 | 2,3 | 4,4 | 0,1
Nettoeffekt öffentliche Haushalte 3,2 | 3 | 3,2 | 2
Bund (inkl. Bahn, Post) 1,6
Länder 1,7
Nettoeffekt Beamtenhaushalte 0,6 | 0,5 | 0,5 | –0,5"

Quelle: IGES auf Basis von SOEP-Daten sowie Daten der Statistischen Landesämter, Landesfinanzministerien und Landesrechnungshöfe | Bertelmann Stiftung

Mit anderen Worten: Die Studie der Bertelsmann-Stiftung formuliert ein fiktives Einsparpotenzial von 60 Milliarden Euro in der Krankenversorgung durch Abschaffen der Beamten-Beihilfe, in dem sie in ihrer eigenen offiziellen Zusammenfassung einen Nettoeffekt von nur 0,5 bis 0,6 Milliarden Euro pro Jahr beziffert. Dieser würde jedoch bei herbeifantasierten Einsparungen von 60 Milliarden Euro erst in über 100 Haushaltsjahren eintreten können.

Also eine klassische Milchmädchenrechnung mit Volksverdummungscharakter!

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
am Dienstag, 10. Januar 2017 um 17:29

Hier zeigt die Bertelsmann-Stiftung ihr wahres Gesicht

Es geht ihr um eine Verschlechterung des Gesundheitssystems.
am Mittwoch, 11. Januar 2017 um 15:31

Was wird da überhaupt diskutiert?

Die Zeiten, als der "Kassenpatient" als armer Hund und schlecht versorgt da stand, und deswegen der Staat seinem Beamtenkörper die Privatbehandlung schuldete, weil er ja zu bester Fürsorge der Staatsdiener verpflichtet ist, sind vorbei.
Tatsache ist, daß hier öffentliche Gelder unberechtigt verschoben werden. Aufgrund des Krankheitssystems sind wohl auch viele Ärzte nur aufgrund eines gewissen Beamtenanteils der Behandelten in der Lage, ihre Praxis profitabel zu führen.Das kann alles nicht sein.
Ich weiß aus dem Bekanntenkreis, daß beamtete Privatpatienten wegen aller möglichen und unmöglichen Wehwehchen viel ausgiebiger "krank"- geschrieben und behandelt werden. Diese Ausfallzeiten,die ein GKV-Patient nicht hat, weil sie sich für den Arzt nicht rentieren,zahlt die Nichtbeamtenschaft auch noch. Man versuche doch mal, als GKV- Outlaw eine Kur zu beantragen...
Leider besteht keine Hoffnung auf Änderung, weil ja dann einerseits der Beamtenschaft (=Wahlvolk...) div. Wohltaten entgehen und der Ärzteschaft (=Wahlvolk) ebenso. Es zahlt also, wie in allen anderen Fällen auch, weiterhin der Normalbürger für die exklusive Körperpflege der Staatsdiener. Diese Praxis gehört auf den Müll, und zwar sofort. Möglicherweise muß die ärztliche Vergütung sowieso völlig anders aufgebaut werden.
am Donnerstag, 12. Januar 2017 um 08:38

Volle Zustimmung für Adolar!

Als „öffentlich Bediensteter“ ohne Beamtenstatus aber mit privater Kran­ken­ver­siche­rung (leider!) kann ich Adolars Beitrag voll unterstützen. Der Aufschrei bei Beamten und (niedergelassenen) Ärzten dient natürlich nur der Sicherung des eigenen Besitzstandes. Nicht nur die staatliche Fürsorgepflicht, auch das Beamtenwesen selbst mit seinen diversen Privilegien (denen kaum noch strenge Pflichten entgegenstehen) gehört auf den Prüfstand. Der Mix aus Beihilfe und PKV bei Beamten stellt netto einen ganz erheblichen Einkommensvorteil gegenüber Nichtbeamten auf gleichen Funktionsstellen dar. Zudem habe ich als Privatpatient nicht die geringste Lust, mit meinen saftigen Beiträgen die unzureichenden (wirklich?) Einkommen der Ärzte durch gesetzlich Versicherte quer zu subventionieren. Auf den Müll mit der Beihilfe!
am Freitag, 13. Januar 2017 um 14:59

So lange es Beamten gibt...

...wird es wohl die Beihilfe geben.
Nur ein Drittel meiner wieder erhöhten PKV-Prämie bezahlt ein ehemaliger beamteter Arztkollege mit gleicher Tätigkeit, neben seinem höheren Ruhegehalt.
Es ist unfassbar, dieses unendliche Getue und die Rechtfertigung der fortgesetzten Alimentation der Staatsbediensteten.

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