DÄ plusForenKommentare NewsWas nützt den dem Patienten der ganze Medikationsplan....

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Avatar #110206
am Samstag, 11. Februar 2017 um 10:54

wer istbFreund, wer ist Feind?

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„Softwareanbieter werden sich das wieder gut bezahlen lassen“
vom Freitag, 10. Februar 2017

Von Herrn Gassen würde ich kein Auto kaufen, nicht einmal seinen allseits bekannten Bentley. Sollte ich deswegen von diesem Mann ein Software-Programm erwerben?

Mit Verlaub, meine Praxissoftwarefirma hat sich in den letzten Jahren die größte Mühe gegeben, um aus den Fehlern und Irrwegen der KBV und der Politik das eben noch Beste zu machen.

Wenn die KBV nicht in der Lage ist, der Politik zu sagen, daß die vielen "Stärkungsgesetze" nicht uns Ärzte und schon garnicht die medizinische Versorgung stärken, sondern allenfalls den Umsatz vieler, vieler Lobbyisten, dann verzichte ich auch auf eine Software aus dem Hause Wolf im Schafspelz.

Ein solches Interview gehört überprüft auf die Frage nach den Interessenkonflikten, so wie das im DÄB ja längst auch gang und gäbe ist bei den wissenschaftlichen Veröffentlichungen.
Avatar #723779
am Samstag, 11. Februar 2017 um 15:05

Herr Gassen und die "Mauer nach Mexiko"

Die Ärztezeitung berichtet ebenfalls am 10.02., dass sich Herr Gassen sehr wohl die Entwicklung einer kompletten Praxissoftware vorstellen kann - er habe "da viel Fantasie". Leider bleibt Herr Gassen uns die Antwort schuldig, was genau er entwicklen möchte und um welche Schnittstellen es hier geht. Zwar ist es richtig, dass Schnittstellen erlauben, verschiedene Systeme miteinander zu koppeln und auch leichter auszutauschen. IT-Fachleute wissen aber auch um die Probleme, die Schnittstellen so mit sich bringen - eingeschränkter Bedienkomfort, Inkompatibilitäten und Performance-Einbußen. Und es steht zu befürchten, dass sich manche Software-Hersteller zukünftig dann eben nicht die neuen Funktionen extra bezahlen lassen, sondern die Schnittstellen-Anbindung zur KBV-Software.

Natürlich kann man darüber nachdenken, ob eine öffentliche Körperschaft nicht die EDV-Umsetzung gesetzlicher Aufgaben übernehmen kann. Dies wäre sicherlich dann gerechtfertigt, wenn die private Wirtschaft dies nicht übernehmen will oder kann. Davon sind wir aber derzeit weit entfernt. Es gibt einen lebhaften Wettbewerb, der Innovationen wie webbasierte Software, Software für Apple-Rechner oder mobile Geräte hervorbingt, wie die Newcomer der letzten Jahre beweisen. Mit einer "Monopol-Software" der KBV wäre dies nicht zu erwarten. Das eigentliche Ärgernis ist doch, dass sich einige Anbieter gesetzliche Änderungen extra bezahlen lassen. Es sollte ein leichtes für die KBV sein, hier vom Gesetzgeber eine entsprechende Regelung zu erwirken.

Ob eine KBV-Software tatsächlich eine Kostenersparnis für die Ärzteschaft bringen würde, ist erst noch zu beweisen. Die Entwicklung eines Praxissysstems verschlingt etwa 40 Mannjahre Entwicklung, mit Kosten im mittleren einstelligen Millionenbereich. Eine Quersubventionierung ist wettbewerbsrechtlich nicht zulässig, so dass die Kosten für die Software doch von ihren Nutzern getragen werden müsste. Dazu kämen Kosten für eine eigene Support-Organisation.
Die von Herrn Gassen beklagte fehlenden Schnittstellen für einen Wechsel von einem zum anderen Praxissystem existiert bereits seit Jahren (xDT-Standard) und wird von allen Anbietern unterstützt. Dass sich eine Praxis dazu entscheidet, eine ungeliebte Software zu behalten, liegt eher an den bereits getätigten Investitionen oder dem Aufwand, der durch ein Umstellungsprojekt entsteht.

Angesichts der anstehenden KBV-Vorstandswahlen liegt die Analogie zur Forderung nach einer "Mauer nach Mexiko" nahe, die kürzlich in einem anderen Wahlkampf so erfolgreich war. Warum gerade die KBV, die an der von Herrn Gassen beklagten Situation erheblichen Anteil trägt, es zukünftig so viel besser machen soll, wird nicht erklärt. Es bleibt zu hoffen, dass man nach der Wahl zu einer konstruktiven Diskussion zurückkehrt.

Disclaimer: Alexander Wilms ist Geschäftsführer der RED Medical Systems GmbH, dem Anbieter der webbasierten Arztsoftware RED Medical, die ihren Kunden alle gesetzlichen Änderungen ohne Aufpreis zur Verfügung stellt.
Avatar #115425
am Samstag, 11. Februar 2017 um 18:51

Was nützt den dem Patienten der ganze Medikationsplan....

....wenn es weiter die verdammten Rabattverträge der Krankenkassen gibt?

Ich habe erst kürzlich 2 Medikamente bekommen (Irbesartan und Metoprolol succ.), die fast vollkommen gleicht aussehen, wenn sie aus dem Blister herausgenommen sind.

Dann soll wohl auch noch die Betrugssoftware des G-BA hinzukommen mit den falschen Angaben von Nutzen und Zusatznutzen (..nicht vorhanden,...nicht vorhanden).

Ein Appell an alle Ärztinnen und Ärzte: Der G-BA hat in einer Pressemitteilung von 2011 mitgeteilt, dass er nicht für die Einzelfallbewertung zuständig ist.

Diese Pressemitteilung habe ich auf keiner Seite irgendeiner KV gefunden und auch auf der Seite der "Landesärztekammer Bayern" habe ich vergeblich danach gesucht.

Man kann kranke Menschen auch zu Tode sparen.
Avatar #99893
am Montag, 13. Februar 2017 um 10:55

Softwareentwicklung ist aufwendig

Zur Softwareentwicklung gehören Produktmanager, die gesetzliche Vorgaben in ein Konzept gießen, Entwickler, die das Konzept in ein Programm umsetzen, Leute in der Qualitätskontrolle, die aufwendige Tests durchführen, Projekt- und Supportmitarbeiter, die den Kunden bei der Einführung neuer Programm-Module unterstützen und jemanden, der die Dokumentation dazu schreibt. Entwicklung ist bei der Komplexität der Vorgänge im Gesundheitswesen keine One-Man-Show. Entsprechend muss ein Software-Unternehmen gewisse Preise verlangen können. Im übrigen wird sich Herr Dr. Gassen seinen Job auch gut bezahlen lassen ...

Ein G'schmäckle gibt es noch dazu: Die KBV hat nach dem SGB die 'Hoheit' über die Anbieter. Sie legt für Abrechnung, Verordnung, Formularbedruckung, DMP-Dokumentation und vieles mehr die Zulassungskriterien fest und ruft in regelmäßigen Abständen die Anbieter von Arztsoftware zur (Re)Zertifizierung auf (übrigens auch nicht kostenlos). Wenn die KBV nun selbst in den Markt der Arztsoftwareanbieter eintreten würde, sehe ich hier einen erheblichen Interessenskonflikt.

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