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am Mittwoch, 12. Juli 2017 um 02:59

Interessantes didaktisches Modell.

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Passivrauchen schadet Kindern: US-Kardiologen fordern Null-Toleranz
vom Dienstag, 13. September 2016
Spannend.
Jetzt springen also auch die amerikanischen Kardiologen auf den Zug auf: Dumm. Arm. Kindermörder. Rauchen verbieten!
Völlig ohne Hohn: Steuern erhöhen, um gerade ihnen den Spaß gründlich auszutreiben.

Interessantes didaktisches Modell.
In meinem ärztlichen Alltag erlebe ich, dass eher Empathie und verständliche Aufklärung Erfolg verspricht. Aber ich bin ja auch nur ein kleiner dummer Doktor vom Lande. Einer, dem "diese aufklärungsresistenten Subjekte" (O-Ton/sinngemäß DKFZ) tagtäglich begegnen. Ich habe mal ein Interview einer afrikanischen Prostituierten zur Frage "Angst vor AIDS" gehört; die erschütternde Antwort: was interessiert mich, wenn ich in 10 Jahren daran sterbe. Wenn ich heute nicht anschaffe, verhungere ich, heute, zusammen mit meiner Familie. Vielleicht gibt es Wichtigeres im Leben Einzelner, als manche (in ihrem strikt rauchfreien Elfenbeinturm) der Welt weismachen wollen.

Ich möchte daher (rhetorisch) die Frage in den Raum stellen, ob arm immer gleich dumm ist, oder ob manche Überlebensstrategien nicht doch einen gewissen (eigenen) Sinn ergeben.
Zum anderen stellt sich die Frage, ob hier nicht eher und/oder gleichzeitig bspw. eine Korrelation von geringem Einkommen und Morbidität bzw. Mortalität (SIDS) bestehen könnte. Genau das wird von den Autoren ja gleich mehrfach hervorgehoben (s.o.). Wäre es nicht angemessen, (auch) diese „Confounder“ einmal genauer zu untersuchen? Ergäben sich dann ggf. nicht auch andere, evtl. bessere Wege zur Verbesserung der Gesundheit der Kinder?
Keine Frage: Risiken für Kinder in Raucherfamilien bestehen (auch wenn – ganz am Rande – zumindest Jugendliche eher von außerhäuslicher „Passivrauchbelastung“ berichten).

Die potentiellen Folgen – implizit angeregter – häuslicher bzw. privater Rauchverbote durch staatliche Organe mögen wohl bedacht sein: Streit, Spitzelei, Denunziantentum.
Vielleicht fragen uns unsere Kindeskinder irgendwann einmal, in einer besseren Welt, wenn all die hier angesprochenen gesundheitlichen Probleme des Rauchens genau so leicht behandelbar sind, wie heute schon "peptische Ulcera" (man erinnert sich!), wie wir denn mit unseren (rauchenden) Mitmenschen umgegangen sind.
Wie es damals denn zu derartigen Exzessen kommmen konnte: "hygienisches Rauchen", also quasi eine erneute "Absonderung von Pestkranken" aus der Gesellschaft.
Warum wir denn völlig die "Menschenwürde" aus den Augen verlieren konnten ...

Manchmal hilft Besinnung. Schöne Grüße an alle!

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