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Avatar #113003
am Mittwoch, 12. Juli 2017 um 20:59

Die größte Gabe

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Großzügige Menschen leben glücklicher
vom Mittwoch, 12. Juli 2017
Das Thema ist bereits aus der Bibel bekannt, dazu Sprichwörter 11,24.25: "Freigebige werden immer reicher, der Geizhals spart sich arm. Wenn du mit anderen teilst, wirst du selbst beschenkt...". Die größte Gabe aber kommt von Gott: Johannes 3,16!!!
Avatar #691359
am Mittwoch, 12. Juli 2017 um 23:10

Keine Wirkung ohne Ursache

Wenn sich Mutter Natur so große Mühe gibt, uns zu altruistischem Handeln anzuleiten, dann muss dies eindeutige evolutionäre Ursachen haben. Eine Gruppe ist stärker als die Summe der Einzelpersonen. Dies bekommen wir bei Mannschaftssportarten wie dem Fußball regelmäßig eindrucksvoll vor Augen geführt.

Die größte Gefahr für die Stabilität einer Gruppe ist der Egoismus Einzelner, welche die Vorteile der Gruppe gerne nutzen, aber nicht bereits sind ihren Anteil für die Gruppe zu leisten. In ihrer Evolution hat die Menschheit über Millionen von Jahre in kleinen Gruppen existiert. In dieser Zeit dürfte dieser Mechanismus auch entstanden sein und in dieser Zeit muss dieser Mechanismus einen evolutionären Vorteil geboten haben, sonst wären Altruisten schon längst ausgestorben.

Aus meiner Sicht die interessanteste Frage ist, ob eine heterogene Gruppe (Altruisten und Egoisten) Vorteile für die Altruisten bietet. Ich bin wie gesagt kein Spezialist für Frühgeschichte, mich faszinieren aber die systemanalytischen Aspekte dieser Fragestellung. Dieses Belohnungssystem führt auf jeden Fall dazu, dass beim Betroffenen die Wahrscheinlichkeit sinkt, dass kurzfristige egoistische Motive die Oberhand gewinnen. Das Teilen einer z.B. einer Jagdbeute stärkt die Bindungen in einer Gruppe und erhöht die Wahrscheinlichkeit in einer kritischen Situation von der Gruppe Unterstützung zu bekommen. Eine derartige altruistisch organisierte Gruppe ist nicht automatisch frei von Egoisten, da aber altruistisches Handeln auf Gegenseitigkeit beruht, wird auch von Egoisten ein gewisses Maß an Kooperation erwartet und eingefordert. Wenn ein Egoist ein guter Lügner ist, wird er selbstverständlich versuchen, seinen Anteil an der Kooperation schönzureden. Diese Strategie funktioniert natürlich nur, wenn der fehlende Anteil des Egoisten nicht zu auffällig ist, sprich wenn die Anzahl der Egoisten in einer heterogenen Gruppe nicht zu hoch ist. Das wiederum bedeutet, sowohl die Altruisten als auch die Egoisten in einer heterogenen Gruppe haben ein Interesse daran, den Anteil der Egoisten in der Gruppe zu begrenzen, dabei haben die Egoisten das bessere Gespür und die besseren Möglichkeiten, andere Egoisten in der Gruppe zu erkennen und aus der Gruppe zu eliminieren. Dadurch können selbst Egoisten zur Stabilisierung einer altruistisch organisierten Gemeinschaft beitragen.

Dies wäre aus meiner Sicht eine dankbare Aufgabe für Computersimulationen, aber wahrscheinlich sind die Vorteile aus einer altruistisch organisierten Gemeinschaft so groß, dass Altruisten auch dann noch profitieren, wenn sich einige Egoisten in ihrer Mitte befinden, vorausgesetzt, die Gruppe ist über einen längeren Zeitraum stabil (dafür sorgt das Belohnungssystem bei den Altruisten) und die Egoisten halten sich an gewisse Grundregeln (dafür sorgen unser Verstand und unser Gerechtigkeitsgefühl). Zumindest kann der evolutionäre Ansatz dieses Belohnungssystem erklären, ohne auf biblische Phrasen zurückgreifen zu müssen.

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