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Avatar #724084
am Mittwoch, 12. Juli 2017 um 22:35

Nebenwirkung der Chemotherapie mildern oder vermeiden

Sehr geehrter Herr Dr. Schnitzler,
da Sie als Akademiker den Unterschied scheinbar nicht begreifen wollen zwischen dem medizinischen Ausdruck "Aloe" der braunschwarze Kristalle bezeichnet mit rund 50 % Aloin-Gehalt, die früher als medizinisches Abführmittel genutzt wurden im Vergleich zur Nahrungsergänzung des Vitalgetränkes der Aloe vera L., gewonnen aus dem farblosen kristallinen Gel der Blätter der Pflanze Aloe vera L., hat es leider keinen Zweck noch einen weiteren Gedankenaustausch mit Ihnen weiterzuführen. Das zeigte sich auch darin, dass Sie das Vitalgetränk der Aloe als Schlangenöl bezeichneten.
Schade um jeden Gedankenaustausch oder gewechseltes Wort mit Ihnen.
Hochachtungsvoll
mit einem "Frohen Aloe"
Michael Peuser
Staatspreisträger in Brasilien
Avatar #715180
am Donnerstag, 13. Juli 2017 um 00:03

Nachwort

Sehr geehrter Herr Peuser,
bitte lesen Sie doch genau, wer welchen Beitrag verfasst.

Abgesehen davon schließe ich mich den Ausführungen von EEBO soweit an.
Wer wie Sie keine fundierten Belege vorweist (peer-review, Fachbeiträge), sondern sich nur auf "freie Meinung" (selbstverfasste Bücher etc) beruft, braucht sich nicht zu wundern, in eine Ecke mit Scharlatanen gestellt zu werden.

Wenn Sie wirklich was drauf hätten, gäbe es ja kein Problem, uns an Ihren Erkenntnissen teilhaben zu lassen (Sie brauchen dabei keine "Betriebsgeheimnisse" verraten, das verlangt doch niemand). NUR WISSEN ÜBERZEUGT. Wahre Autorität braucht keine Titel ("Titel sagen nichts über schlau oder nicht aus"), gelle? Und wenn das mit der Militärdiktatur stimmt (EEBO), kommen mir nachträglich durchaus weitere Zweifel.

Beantworten Sie Kritik mit allgemein nachprüfbaren Fakten (so wie jeder andere seriöse Wissenschaftler auch), statt sich auf - nach derzeitigem Sachstand, hier – völlig nebulöse, eigene Phantastereien und nach wissenschaftlichen Kriterien unveröffentliche, angeblich ja so bahnbrechende Erkenntnisse zurückzuziehen. Riecht stark nach "Besserwisser". So etwas braucht kein Mensch.

Was die 5000 Jahre alte Tradition angeht, so spricht dies (prima vista) schon wieder eher für unsere Hypothese der potentiellen Risiken; aber lassen wir das. Sie haben Ihre Überzeugung, fertig.

Wir Ärzte hingegen stehen in der Verantwortung ("Haftung"!) gegenüber den Patienten. Also verschonen Sie uns mit Ihren Ergüssen. Baden Sie im Beifall (aber denken Sie daran: wer Ihnen nicht zustimmt, verschwindet einfach. Man nennt das "Bias" oder "Scheuklappenphänomen").

Schönen Abend noch. Und melden Sie sich gerne wieder, wenn Sie was zu sagen haben. Aber nicht derartigen Unfug.
A. Schnitzler
Avatar #88255
am Donnerstag, 13. Juli 2017 um 08:09

Könnte es sein,

dass der Herr Staatspreisträger eigene finanzielle Interessen am Verkauf des angeblichen Vitalgetränks hat? Dann wären seine Beiträge als Werbung zu verstehen und würden gegen die Netiquette des Forums verstoßen, was eine Sperre zur Folge haben müsste. Dies nur als Anregung für die Redaktion. Ansonsten empfiehlt sich: Don't feed the Troll.
Avatar #83057
am Donnerstag, 13. Juli 2017 um 10:41

FLEXIBLER

Hallo,
für die ach so evidenzb(l)asierten Schreiber, die Nicht-Mainstream-Schreibern mit Vorliebe gegen den Karren fahren:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19368145

Das ist doch schon einmal nicht schlecht. Es sei denn, man möchte es schlecht machen: Na denn mal los :-)

Avatar #612077
am Donnerstag, 13. Juli 2017 um 19:27

Danke,

allerdings hätte ich das doch gerne von Herrn Peuser gelesen, der bereits vor mehr als 15 Jahren zum Teil wortgleich für sein Produkt wirbt(also deutlich vor dem Erscheinen dieser Arbeit): http://www.ariplex.com/ama/ama_aloe.htm, und das, ohne irgendwelche Nachweise dafür zu haben.

Was ist nun zu der von Ihnen zitierten Arbeit festzustellen?
1. Untersuchte Pflanze war. A. arborescens und nicht A. vera.
2. Das Patientenkollektiv ist sehr heterogen, wenn auch zwischen der Vergleichs- und der Interventionsgruppe ausgelichen. Auch wurden je nach Tumorentitt sehr verschiedene Chemoregime verwendet.
3. Die Subgruppen sind klein, und ein statistisch signifikanter Effekt bei der kompletten und partiellen Response nur bei SCLC-Patienten vorhanden.
4. Ebenfalls nur bei SCLC- und auch bei NSCLC-Patienten ist das 3-Jahres-ÜL signifikant höher (wobei beide Kollektive klein sind).
Die meisten dieser Punkte (und noch einige mehr) werden in der Diskussion von den Autoren selbstkritisch angemrkt. Entsprechend lautet im Abstract auch das Fazit: "This study seems to suggest that Aloe may be successfully associated with chemotherapy...", sprich eine ziemlich vorsichtige Formulierung wurde gewählt. 8 Jahre später wurde noch immer keine Wiederholung dieser Studie durchgeführt. Einen Evidenzgrad kann ich hier allerdings nicht angeben, da die Studie nicht verblindet war, und das Randomisierungsverfahren nicht beschrieben worden ist. Wenn man diese Studie als "hochwertig" bezeichnete, wäre es Level Ib (ziemlich respektabel also), aber ich halte die Studie leider für nicht hochwertig (ich wage jetzt nicht, den Jadad-Score anzuwenden, zumal es mir dafür an einem Zweitbegutachter fehlt, aber ein hoher Wert düfte hier nicht herauskommen).

Schlecht genug gemacht, Frau/Herr swirli?

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